Schießerei auf St. Pauli: Zwei Tote und ein Schwerverletzter
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Hamburg

Schießerei auf St. Pauli: Zwei Tote und ein Schwerverletzter

In Hamburg-St. Pauli sind am späten Dienstagabend zwei Männer erschossen worden, ein weiterer wurde verletzt. Die Polizei geht von einer Tat im Milieu aus – vom Täter fehlt jede Spur.

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In Hamburg-St. Pauli sind am späten Dienstagabend zwei Männer erschossen worden, ein dritter wurde schwer verletzt. Gegen 21.35 Uhr gingen die ersten Notrufe ein; Zeugen hatten Schüsse auf dem Gelände des alten Schlachthofs an der Lagerstraße gehört.

Auf dem Parkplatz fanden Einsatzkräfte einen leblosen 47-Jährigen. Trotz sofortiger Reanimation starb er noch im Rettungswagen. Bei der Durchsuchung des Gebäudes, in dem der Fleischwarenhersteller Delta Fleisch und der Boxstall Universum Boxing untergebracht sind, entdeckten die Beamten einen weiteren Toten. Er wurde am Donnerstag laut MOPO als 33-Jähriger identifiziert.

Ein 48-Jähriger hatte den Tatort noch vor Eintreffen der Polizei verlassen und sich mit einem Streifschuss am Kopf selbst ins Universitätsklinikum Eppendorf gebracht. Lebensgefahr besteht nicht. Weil unklar war, ob sich noch bewaffnete Täter im Gebäude aufhielten, durften Rettungskräfte zunächst nicht hinein.

Fahndung mit Großaufgebot

Die Polizei leitete eine Großfahndung mit mehr als zwei Dutzend Funkstreifenwagenbesatzungen, Bundespolizei, Diensthundführer und einer Drohne ein. Waffen, Munition und mehrere Autos wurden sichergestellt. Zeugen wollen nach den Schüssen ein dunkles Auto gesehen haben, das mit hohem Tempo vom Tatort davonfuhr.

Die Ermittler gehen von einer Tatvorbeziehung aus: Täter und Opfer sollen sich gekannt haben. Die Staatsanwaltschaft spricht von Anhaltspunkten für eine mögliche Auseinandersetzung im Milieu – wie die Tagesschau zu dem Fall berichtet. Inzwischen führen die Mordkommission und das Landeskriminalamt für Organisierte Kriminalität die Ermittlungen – in enger Abstimmung mit der Abteilung für Kapitaldelikte der Staatsanwaltschaft.

Handgranate im Juni: Zusammenhang wird geprüft

Ende Juni hatten Unbekannte auf dasselbe Betriebsgelände eine Handgranate geworfen, die dort detonierte. Gebäude und mehrere Autos wurden beschädigt, Personen kamen nicht zu Schaden. Ein Polizeisprecher erklärte, mögliche Zusammenhänge zwischen beiden Taten würden geprüft – ein Zusammenhang ist bislang aber nicht bestätigt.

Chronologie der Ereignisse

  1. 26. Juni 2026
    Handgranate explodiert

    Unbekannte werfen eine Handgranate auf das Betriebsgelände in der Lagerstraße; Gebäude und Autos werden beschädigt.

  2. 1. September 2026, 21.35 Uhr
    Schüsse auf dem Schlachthof-Gelände

    Erste Notrufe gehen ein; ein 47-Jähriger wird leblos auf dem Parkplatz gefunden, ein weiterer Toter im Gebäude entdeckt, ein 48-Jähriger bringt sich selbst ins UKE.

  3. 1. September 2026, Nacht
    Großfahndung ohne Festnahme

    Mehr als zwei Dutzend Streifenwagen, Bundespolizei, Diensthundführer und Drohne suchen den Täter – erfolglos.

  4. 3. September 2026
    Zweites Opfer identifiziert

    Die Staatsanwaltschaft identifiziert den zweiten Toten als 33-Jährigen und spricht von Anhaltspunkten für eine Auseinandersetzung im Milieu.

AfD kritisiert Senat

Der Hamburger AfD-Fraktionschef Dirk Nockemann nutzt den Vorfall für Kritik an der Sicherheitspolitik des rot-grünen Senats. Er wirft Innensenator Grote vor, die Sicherheitslage schönzureden.

Zwei Menschen werden mitten in Hamburg erschossen, und wieder bleibt die Frage: Wie sicher ist unsere Stadt eigentlich noch?
Dirk Nockemann, AfD-Fraktionschef Hamburg

Auch den zweiten Vorwurf erhebt Nockemann: „SPD-Innensenator Grote redet die Sicherheitslage seit Jahren schön.“ Die Polizei hat bislang niemanden festgenommen; vom Täter fehlt weiter jede Spur.

Die Ermittlungen zu Motiv und Hintergrund dauern an. Offen ist, ob die Tat mit der Handgranaten-Explosion im Juni zusammenhängt.