Bad Kreuznach: Angriff auf AfD-Stand verletzt neun Menschen
Aus einem Fenster in der Bad Kreuznacher Innenstadt schüttete ein Mann am Mittwoch eine reizende Flüssigkeit auf einen AfD-Informationsstand. Neun Menschen erlitten Hautreizungen, darunter Bundestags- und Landtagsabgeordnete.
Ein Mann hat am Mittwochnachmittag gegen 16:45 Uhr in Bad Kreuznach aus dem Fenster eines angrenzenden Gebäudes eine reizende Flüssigkeit auf einen AfD-Informationsstand geschüttet. Neun Menschen klagten danach über Hautreizungen, zwei wurden vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, konnten es aber nach kurzer Behandlung wieder verlassen.
Der Stand war am Tatzeitpunkt gut besucht. Die Flüssigkeit spritzte vom Sonnenschirm auf Umstehende. Zu den betroffenen Politikern gehören die AfD-Bundestagsabgeordnete Nicole Höchst, AfD-Fraktionsvize Sebastian Münzenmaier sowie die Landtagsabgeordneten Damian Lohr und Jürgen Klein.
So lief der Angriff ab
Die genaue Örtlichkeit wird unterschiedlich beschrieben: Höchst nennt ein Labor an der Roßstraße Ecke Mannheimer Straße, die Rhein-Zeitung berichtet von der Ecke Mannheimer Straße/Mühlenstraße. Nach dem Angriff rückte ein Großaufgebot von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst an.
Ein Tatverdächtiger wurde ermittelt und nach Angaben der BILD noch vor Ort gestellt. Warum der Mann die Flüssigkeit ausschüttete, teilte die Polizei zunächst nicht mit. Die Ermittlungen laufen; auch mögliche politische Motive werden geprüft.
AfD spricht von Chlorphenol – Polizei zurückhaltend
Nicole Höchst erklärte, aus einem Labor an der Roßstraße Ecke Mannheimer Straße sei „konzentriertes Chlorphenol (Desinfektionsmittel)“ aus dem Fenster auf den Stand und die anwesenden Personen gekippt worden. Chlorphenol gilt als gesundheitsschädlich und wird leicht über die Haut aufgenommen.
Die Polizei wollte diese Angabe zunächst nicht bestätigen. Um welche Art Flüssigkeit es sich handelte, müsse noch untersucht werden, sagte ein Sprecher. Die Staatsanwaltschaft ist in die Ermittlungen eingebunden.
AfD wertet Angriff als Attacke auf Opposition
Die AfD spricht von einem feigen Angriff. Sebastian Münzenmaier sagte der BILD: „Die Attacke auf meine Mitstreiter und mich zeigt: Unsere Gegner sind argumentativ völlig blank. Wer glaubt, uns mit Chemikalien statt Argumenten bekämpfen zu müssen, hat den politischen Wettstreit bereits verloren. Den Tätern sage ich: Wir lassen uns von solchen Methoden nicht einschüchtern.“
Wie die Meldung der Tagesschau zum Angriff berichtet, bestätigte die Polizei neun Leichtverletzte; die Rhein-Zeitung hatte in einer ersten Meldung von elf Betroffenen gesprochen. Zwei Verletzte kamen vorsorglich ins Krankenhaus und wurden nach kurzer Behandlung entlassen. Wegen der geringen Menge der Flüssigkeit seien keine schweren Verletzungen zu erwarten.
Offen bleiben die exakte Zusammensetzung der Flüssigkeit, das Motiv des Tatverdächtigen und ein möglicher politischer Hintergrund. Der Verdächtige soll in den kommenden Tagen befragt werden.