Benzinpreis-Rekord nach Iran-Angriffen: Super E10 kostet 2,215 Euro
Nach der erneuten Eskalation im Iran-Krieg klettert der Preis für Super E10 auf einen neuen Höchststand. Der ADAC meldet 2,215 Euro je Liter – die Bundesregierung lehnt einen neuen Tankrabatt ab.
Der Preis für Super E10 hat in Deutschland einen neuen Höchststand erreicht. Am Mittwoch, dem 2. September 2026, kostete ein Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,215 Euro – und übertraf damit den bisherigen Rekord von 2,203 Euro aus dem März 2022.
Das teilte der ADAC am Donnerstag auf Anfrage mit. Beim neuen Rekord handelt es sich um einen nominellen Preisrekord; inflationsbereinigt war Benzin in der Vergangenheit bereits teurer, etwa im Jahr 2012. Schon der August 2026 hatte mit einem Monatsdurchschnitt von 2,145 Euro einen Rekord gebracht.
Warum der Sprit so teuer ist
Auslöser des starken Anstiegs sind vor allem die wieder gestiegenen Rohölpreise. Die USA hatten vor wenigen Tagen ihre Angriffe auf den Iran wieder aufgenommen; die Regierung in Teheran reagierte mit Gegenangriffen. Die erneute Eskalation ließ die Preise für Rohöl steigen. Rohöl der Nordseesorte Brent notierte am Donnerstag bei rund 94 bis 95 US-Dollar je Barrel – rund 8 Prozent mehr als in der Vorwoche, wie die Analyse der FAZ zu den Preistreibern zeigt.
Zusätzlich verteuerte das Niedrigwasser am Rhein den Transport von Benzin und anderen Waren, weil Schiffe wegen der niedrigen Pegelstände weniger Kraftstoff befördern konnten. Der ADAC hält die Kraftstoffpreise deshalb für zu hoch.
„Das derzeitige Benzinpreisniveau lässt sich nicht allein mit den Entwicklungen am Rohölmarkt erklären“
ADAC (Autoklub)
Der Autoklub verweist damit auf die Transportprobleme am Rhein und darauf, dass die Preise in Deutschland weiterhin auf einem zu hohen Niveau liegen. Seit April 2026 dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch um 12 Uhr anheben; der ADAC empfiehlt, kurz vor 12 Uhr zu tanken.
Diesel noch teurer – und der Staat lehnt Entlastung ab
Diesel war am Mittwoch sogar noch teurer als Benzin: Nach ADAC-Auswertung kletterte der Dieselpreis auf 2,276 Euro je Liter. Das ist ungewöhnlich, weil Diesel wegen der niedrigeren Besteuerung meist günstiger ist; allerdings wird mehr Diesel als Benzin komplett fertig importiert, wodurch der Dieselpreis stärker von geopolitischen Entwicklungen abhängt. Für Diesel ist der aktuelle Preis noch kein Rekord – im April lag er noch höher.
Hohen Spritpreisen folgen häufig Rufe nach Entlastung. Von Anfang Mai bis Ende Juni 2026 galt bereits ein Tankrabatt von 16,7 Cent je Liter, der den Bund nach einer Schätzung des Finanzministeriums rund 1,6 Milliarden Euro kostete. Eine Neuauflage lehnt die Bundesregierung bislang ab. Die deutschen Staatsfinanzen stehen wegen des schuldenfinanzierten Investitionspakets in den roten Zahlen.
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Die Folgen für Verbraucher und Wirtschaft
Die Inflation war im August wegen des Irankriegs insgesamt wieder auf 2,9 Prozent gestiegen; im Euroraum erreichte sie 3,3 Prozent. Kraftstoffe sind derzeit der wichtigste Treiber der Inflation: Auf Jahressicht verteuerte sich Benzin im August um 24 Prozent, Diesel um 35,6 Prozent.
Der Einfluss des Spritpreises auf die Kilometerkosten ist laut ADAC überschaubar: Selbst ein Anstieg um 50 Cent je Liter verteuert einen Kilometer bei einem Auto mit acht Litern Verbrauch nur um vier Cent. Andere Kostenfaktoren wie der Wertverlust neuerer Fahrzeuge fallen deutlich stärker ins Gewicht. In der aktuellen ADAC-Autokosten-Statistik erreichen nur sehr wenige Fahrzeuge Kilometerkosten unter 40 Cent.
Chronologie der Eskalation
Ende August 2026
US-Angriffe auf Iran
Die USA nehmen ihre Angriffe auf den Iran wieder auf; Teheran reagiert mit Gegenangriffen.
01.09.2026
Ölpreise steigen
Die Rohölpreise steigen wegen der erneuten Eskalation um rund 2 Prozent.
02.09.2026
Benzinpreis-Rekord
Super E10 erreicht im Tagesdurchschnitt 2,215 Euro je Liter und übertrifft den Rekord von 2,203 Euro aus dem März 2022. Diesel kostet laut ADAC 2,276 Euro.
03.09.2026
ADAC meldet Rekord
Der ADAC meldet den Rekord; Brent notiert bei rund 94 bis 95 US-Dollar je Barrel.
Vor allem das Transportgewerbe leidet: In ländlichen Gebieten seien vereinzelt bereits Buslinien wegen mangelnder Rentabilität stillgelegt worden, und Speditionen wie die traditionsreiche Firma Willi Betz aus Baden-Württemberg hätten Insolvenz anmelden müssen.