Berliner Linke-Mitglieder fordern Ausschluss von Hannah Bruns
In der Berliner Linkspartei eskaliert der Streit um Israel-Hass: Mitglieder fordern den Ausschluss von Hannah Bruns, der Wortführerin der AG „Palisoli“. Auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 angesprochen, sagt sie laut WELT: „Ich werde mich von gar nichts distanzieren.“
In der Berliner Linkspartei eskaliert der Streit um Israel-Hass. Mitglieder wollen Hannah Bruns ausschließen, die Wortführerin der Arbeitsgemeinschaft „Palisoli“ – der parteiinternen Palästina-Solidarität. Wie die Recherche der WELT zum Israel-Hass berichtet, werfen sie Bruns vor, gegen Israel zu hetzen und die Parole „Intifada bis zum Sieg“ zu fordern.
Auf das Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 angesprochen, erklärt Bruns laut dem Bericht:
„Ich werde mich von gar nichts distanzieren“
Hannah Bruns, Wortführerin der AG „Palisoli“ (Die Linke)
Genau dieser Satz steht im Zentrum des Ausschlussverfahrens. Die Weigerung, sich vom Terror der Hamas zu distanzieren, ist für die antragstellenden Mitglieder offenbar der Beleg, dass Bruns die Gewalt gegen Israel nicht nur billigt, sondern aktiv fordert.
Die Vorwürfe im Detail
Die Arbeitsgemeinschaft „Palisoli“ gilt als Sprachrohr des israelfeindlichen Flügels in der Linken. Bruns tritt dort als Wortführerin auf. Die Parole „Intifada bis zum Sieg“ verweist auf die gewaltsamen palästinensischen Aufstände gegen Israel und wird seit dem 7. Oktober 2023 regelmäßig auf pro-palästinensischen Demonstrationen skandiert.
Dass eine führende Vertreterin einer Linke-Arbeitsgemeinschaft diese Parole fordert, ist der zentrale Vorwurf. Berlins Linke-Mitglieder sehen darin einen klaren Bruch mit den Parteigrundsätzen und fordern deshalb den Parteiausschluss.
Bruns ist innerhalb der Linken seit längerem als Wortführerin des pro-palästinensischen Lagers bekannt. Laut dem Blog „Ruhrbarone“ war sie Mitglied im Landesvorstand der Linkspartei NRW und kandidierte auf Listenplatz 13 für die Bundestagswahl. In einem älteren Text soll sie Gewalt als Mittel gerechtfertigt haben, wenn sie ihren Zielen dient.
Die Vorgeschichte
7. Oktober 2023
Hamas-Massaker in Israel
Die Hamas greift Israel an und verübt ein Massaker. Der Terror wird zum Auslöser einer neuen Welle des Israel-Hasses.
1. Oktober 2025
Bruns tritt als Rednerin auf
Hannah Bruns spricht bei einer Kundgebung in Berlin als Rednerin der LAG Palästinasolidarität und agitiert für eine Fortsetzung des Kampfes in Gaza.
3. September 2026
WELT veröffentlicht Recherche
Die Zeitung berichtet über das Ausschlussverfahren gegen Bruns und ihre Weigerung, sich vom Hamas-Massaker zu distanzieren.
Der Ausschlussantrag steht im Widerspruch zur Haltung der Berliner Parteiführung. Laut WELT-Recherche sieht die Führung keinen Handlungsbedarf und will offenbar nicht gegen Bruns vorgehen. Das verschärft den Konflikt innerhalb der Partei.
Wer den Ausschlussantrag konkret stellt, in welchem Gremium er behandelt wird und wie die Parteiführung ihre Haltung begründet, bleibt bislang offen. Die Recherche legt nahe, dass die Parteispitze den Fall nicht als dringlich behandelt.
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Was nun?
Sollte das Ausschlussverfahren scheitern, dürfte der innerparteiliche Streit eskalieren. Die antragstellenden Mitglieder könnten öffentlich Druck aufbauen oder den Fall auf Bundesebene tragen. Die Parteiführung steht vor der Frage, ob sie den Konflikt aussitzen oder eine klare Grenze ziehen will.
Für Hannah Bruns selbst steht viel auf dem Spiel: Ein Ausschluss würde sie von einem Teil der Linken isolieren, ihr aber auch eine Bühne im israelfeindlichen Lager verschaffen. Die Linke wiederum muss entscheiden, wie sie mit Mitgliedern umgeht, die den Terror der Hamas nicht verurteilen.
Bis zu einer Entscheidung bleibt der Fall ein Test für die Glaubwürdigkeit der Linken im Umgang mit Antisemitismus in den eigenen Reihen.