Jean Pierre Kraemer: Staatsanwaltschaft ermittelt wieder wegen Körperverletzung
Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat das Ermittlungsverfahren gegen den YouTuber und Unternehmer Jean Pierre Kraemer (45) wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wieder aufgenommen. Zuvor hatte seine Noch-Ehefrau Julia Meck Strafantrag gestellt.
Die Staatsanwaltschaft Dortmund hat das Ermittlungsverfahren gegen den YouTuber und Unternehmer Jean Pierre Kraemer (45) wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung wieder aufgenommen. Das bestätigte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch, wie die dpa-Meldung zur Wiederaufnahme zeigt. Zuvor hatte der Anwalt seiner Noch-Ehefrau Julia Meck (25) Strafantrag gestellt und die Wiederaufnahme beantragt.
Das Verfahren war Ende Juli zunächst eingestellt worden, weil beide Beteiligten vor Ort auf Strafanträge verzichtet hatten und die Staatsanwaltschaft kein öffentliches Interesse sah. Bei einfacher Körperverletzung handelt es sich um ein Antragsdelikt – ohne Strafantrag wird nur bei besonderem öffentlichen Interesse ermittelt. Mit dem neuen Strafantrag ist diese Verfahrensvoraussetzung nun erfüllt.
Chronologie der Ereignisse
Ende Juli 2026
Polizeieinsatz an der Villa
Wegen einer häuslichen Auseinandersetzung rückt die Polizei in Dortmund an; zwei Strafanzeigen werden gestellt.
Anfang August 2026
Ermittlungen eingestellt
Die Staatsanwaltschaft stellt die Verfahren ein, weil beide auf Strafanträge verzichten und kein öffentliches Interesse besteht.
28. August 2026
Kraemer gesteht teilweise
In einem Video räumt er einen Schlag mit der flachen Hand und das Abreißen einer Kette ein.
30. August 2026
Julia Meck äußert sich
Sie berichtet von Todesangst und wiederholten Misshandlungen; das Paar lässt sich scheiden.
1. September 2026
Firmenschließung
Kraemer kündigt an, alle Unternehmen zu schließen; rund 80 Mitarbeiter sind betroffen.
2. September 2026
Wiederaufnahme
Die Staatsanwaltschaft Dortmund nimmt die Ermittlungen wieder auf.
Was Kraemer einräumt
In einem YouTube-Video vom 28. August hatte Kraemer die Vorwürfe teilweise eingeräumt. Er sprach von mindestens einem Schlag „mit der flachen Hand„ und gab zu, seiner Frau „eine Kette vom Hals gerissen“ zu haben. Er räumte außerdem ein, dass es zwei Polizei-Einsätze wegen Streits mit seiner Ehefrau gegeben habe.
„Man schlägt keine Frauen, das ist nicht gutzumachen.“
Jean Pierre Kraemer, YouTuber und Unternehmer
Er erklärte weiter, er habe es nicht geschafft, sich unter Kontrolle zu halten. In einem weiteren Video zeigte Kraemer Ausschnitte aus einem an die Medien geleakten Überwachungsvideo, in dem er seine Frau tätlich angreift – er packt sie am Hals, zieht an ihren Haaren und schubst sie zur Seite.
Julia Meck: „Ich hatte immer Angst"
Julia Meck berichtete der „Bild„ von wiederholten Misshandlungen in der Ehe. Sie habe während eines Angriffs Todesangst durchlitten: „Ich wollte mich befreien und versuchte, mich mit all meiner Kraft aus seiner Umklammerung zu lösen.“ Diese Aussage stammt aus einem Interview, das sie der Zeitung gab.
„Ich hatte immer Angst.“
Julia Meck, Influencerin und Noch-Ehefrau
Der Angriff sei kein Einzelfall gewesen – schon wenige Monate nach der Hochzeit habe Kraemer begonnen, sie physisch und psychisch zu misshandeln. Kraemer wirft ihr vor, sie habe ihn ebenfalls geschlagen; Meck entgegnet, sie habe ihn in einer Defensiv-Situation auf die Brust gehauen. Das Paar hat sich getrennt und lässt sich scheiden.
Drohungen gegen Julia Meck
Parallel bestätigte der Rechtsanwalt von Kraemers Frau, dass seine Mandantin via Instagram Drohungen erhalten und gegen die Verfasser Strafanzeige erstattet habe. Nach Angaben der „Ruhr Nachrichten„ und der „Bild“ waren der 25-Jährigen Tod und Vergewaltigung angedroht worden.
Firmenschließung und Distanzierungen
Kraemer kündigte am Dienstag an, alle seine Unternehmen zu schließen – laut der Meldung über die Aufgabe aller Firmen sind rund 80 Mitarbeiter betroffen. Der Streamingdienst Joyn nahm die Sendung „PS Profis – Mehr Power aus dem Pott" aus dem Programm, Borussia Dortmund entfernte die gemeinsame Modekollektion aus dem Fanshop, Porsche löschte einen Bericht aus dem Archiv, und MontanaBlack beendete die Zusammenarbeit mit JP Performance.
Wie geht es juristisch weiter?
Die wieder aufgenommenen Ermittlungen können mit einer Anklage, einem Strafbefehl, einer Einstellung gegen Auflagen oder einer erneuten Einstellung enden. Entscheidend ist die Beweislage, zu der neben den Videos und Zeugenaussagen auch die veröffentlichten Aufnahmen gehören dürften. Für beide Seiten gilt die Unschuldsvermutung, wie die juristische Einordnung des Falls erläutert.