Sotschi: Ukrainische Drohnen setzen Rosneft-Öldepot in Brand
In der Nacht zum 4. September trafen ukrainische Drohnen ein Treibstofflager von Rosneft in Sotschi-Adler. Auch ein Luftverteidigungsstützpunkt nahe Sirius fing Feuer; die Behörden melden keine Todesopfer.
Ukrainische Drohnen haben in der Nacht zum 4. September 2026 ein Öldepot des russischen Staatskonzerns Rosneft im Sotschier Stadtteil Adler in Brand gesetzt. Fast zeitgleich fing auf dem Gelände einer russischen Luftverteidigungseinheit nahe dem föderalen Territorium Sirius Feuer.
Augenzeugen berichteten von Luftabwehrtätigkeit, überfliegenden Drohnen und einer Serie heftiger Explosionen. Schwarzer Rauch legte sich über den Himmel der Stadt; der NASA-Brandüberwachungsdienst FIRMS registrierte um 11 Uhr Moskauer Zeit ein aktives Feuer nahe dem Flughafen Sotschi.
Rosneft-Öldepot mit 41 Tanks in Flammen
Das Tanklager an der Aviatsionnaya-Straße gehört zur Rosneft-Tochter Rosneft-Kubanefteprodukt. Es umfasst nach öffentlich zugänglichen Angaben 41 Tanks mit einer Gesamtkapazität von rund 31.200 Kubikmetern; die größten Einzeltanks fassen bis zu 2.000 Kubikmeter.
Die regionale Einsatzzentrale der Region Krasnodar bestätigte den Brand auf dem Gelände. Wie ein Bericht über den Angriff auf Luftabwehr und Öldepot in Sotschi festhält, meldete Bürgermeister Andrey Proshunin keine Opfer; Trümmerteile wurden an mehreren Adressen gefunden, Fensterscheiben beschädigt.
„Nach vorläufigen Informationen gibt es keine Todesopfer.“
Andrey Proshunin, Bürgermeister von Sotschi
Die Aussage steht neben sichtbaren Schäden: Videos zeigten dichte Rauchsäulen über Adler. Gleichzeitig forderte die Einsatzzentrale die Bewohner auf, keine Aufnahmen von den Folgen zu veröffentlichen.
Luftabwehrstützpunkt nahe Sirius getroffen
Unabhängig davon wies eine OSINT-Analyse des unabhängigen russischen Mediums ASTRA anhand von Augenzeugenvideos darauf hin, dass auch das Gelände einer russischen Luftverteidigungseinheit nahe Sirius getroffen wurde. Die Feuerstelle wurde in der Nähe des Flusses Psou geolokalisiert, nahe der Grenze zu Abchasien.
An dieser Position sind nach öffentlich verfügbaren Informationen S-300- oder S-400-Flugabwehrsysteme stationiert. Nach der Attacke wurde dort ein Brand registriert; eine offizielle Bestätigung, dass das Luftabwehrsystem selbst getroffen wurde, lag zunächst nicht vor.
Derselbe Bereich war bereits im Mai 2026 Ziel eines Angriffsversuchs gewesen. Lokale Medien hatten zuvor über die Aufstellung eines großen Radars nahe dem Strand Krylya Baltiki berichtet.
Chronologie der Angriffe auf Sotschi
2025
Putin meidet Residenz
Nach wiederholten Drohnenangriffen auf Sotschi hat Wladimir Putin Bocharov Ruchey seit 2025 nicht mehr besucht.
Mai 2026
Angriffsversuch nahe Sirius
Derselbe Bereich war bereits einmal Ziel eines Angriffsversuchs; lokale Medien berichteten über ein Radar am Strand Krylya Baltiki.
4. September 2026
Öldepot und Luftabwehr getroffen
Drohnen setzen das Rosneft-Öldepot und einen Luftabwehrstützpunkt in Brand.
Nähe zur Putin-Residenz
Der Angriff ereignete sich in relativer Nähe zur Schwarzmeerresidenz von Wladimir Putin, Bocharov Ruchey, die mehrere Dutzend Kilometer von Sirius und dem Öldepot in Adler entfernt liegt. Nach früheren Angriffen hatte Russland die Luftabwehr der Residenz verstärkt.
Berichten zufolge hat Putin das Anwesen seit 2025 wegen wiederholter ukrainischer Drohnenangriffe auf Sotschi nicht mehr besucht. Die Attacke reiht sich in die jüngste Serie ukrainischer Drohnenangriffe ein.
Russlands Behörden meldeten, in derselben Nacht seien insgesamt 490 Drohnen über Russland und der annektierten Krim abgefangen worden. Offen bleibt, ob das Luftabwehrsystem bei Sirius tatsächlich zerstört wurde – Moskau hat dazu bislang keine offizielle Bestätigung vorgelegt.