Wim Wenders weist in Venedig Vorwurf der Politikferne zurück
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Kultur

Wim Wenders weist in Venedig Vorwurf der Politikferne zurück

Bei den Filmfestspielen verteidigt Wim Wenders (81) seine umstrittenen Berlinale-Äußerungen. Er sei falsch zitiert worden – Filmemacher seien das „Gegenmittel“ zur Politik.

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Wim Wenders (81) schlägt zurück: Bei den 83. Filmfestspielen von Venedig hat der Regisseur seine umstrittenen Äußerungen von der Berlinale verteidigt. Meldung zur Pressekonferenz, erklärte er, damals falsch zitiert worden zu sein. Auf der Pressekonferenz zu seinem neuen Film „From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor“ wies er den Vorwurf zurück, Filme aus der Politik heraushalten zu wollen.

In Venedig bekräftigte er seine Haltung und betonte den Gegensatz zwischen Filmemachern und Politikern. Er sagte, Filmemacher hätten Empathie, während Politik ohne Empathie funktioniere. Der Guardian hatte die Frage gestellt – und Wenders lieferte die Antwort, die bereits für Kontroversen gesorgt hatte.

Ich könnte das Gleiche wiederholen, was ich damals gesagt habe. Ich könnte mich noch deutlicher ausdrücken. Was ich damals gesagt habe, ist: Wir Filmemacher sind das Gegenteil von Politikern. Wir haben Empathie. Politik funktioniert ohne Empathie, und das ist alles, was ich gesagt habe. Wir verfolgen einen ganz anderen Ansatz.
Wim Wenders, Regisseur

Der Berlinale-Eklat im Februar

Bei der Jury-Pressekonferenz der Berlinale im Februar 2026 hatte Wenders auf eine Frage zum Gaza-Krieg geantwortet, Filmemacher könnten sich nicht wirklich auf das Feld der Politik begeben. Er sagte, sie seien das Gegenteil von Politik und müssten die Arbeit der Menschen leisten. In den sozialen Medien wurde daraus verkürzt: „Wir müssen uns aus der Politik heraushalten.“

Die politische Debatte eskalierte schnell: Es gab einen offenen Brief, Boykott-Aufrufe und Proteste. Die indische Autorin Arundhati Roy zog sich vom Festival zurück. Der Gaza-Krieg war zuvor bei europäischen Filmfestivals wiederholt ein Streitpunkt.

Chronologie

  1. Februar 2026
    Berlinale: Wenders' Aussage zum Gaza-Krieg

    Als Jurypräsident antwortet Wenders auf eine Frage und sagt, Filmemacher müssten sich aus der Politik heraushalten. Die Aussage wird verkürzt verbreitet und löst Proteste aus.

  2. 2. September 2026
    Venedig: Jurypräsidentin Gyllenhaal kontert

    Maggie Gyllenhaal (48) sagt bei der Eröffnungs-Pressekonferenz, Filme seien „fundamentally, undeniably political“.

  3. 6. September 2026
    Venedig: Wenders verteidigt sich

    Weltpremiere seiner 3D-Doku und Pressekonferenz: Er erklärt, er sei falsch zitiert worden und Filmemacher seien das Gegenmittel zur Politik.

Neue Einordnung und der Film über Peter Zumthor

Wenders setzte seine Aussage in Venedig in einen neuen Zusammenhang: „Wir arbeiten nicht mit der Denkweise von Politikern. Wir arbeiten mit der Denkweise von empathischen Menschen. Und wir wollen Dinge verändern. In der Politik geht es darum, den Status quo zu bestätigen.“

Zugleich warnte er vor erneuten Verkürzungen: „Ich hoffe, Sie zitieren mich nicht falsch und behaupten, wir müssten uns aus der Politik heraushalten, denn wir tun genau das Gegenteil. Wir sind das Gegenmittel.“

In Venedig präsentiert Wenders seine in 3D gedrehte Dokumentation „From Inside Out – The Architecture of Peter Zumthor“. Der Film nähert sich dem Werk des Schweizer Architekten Peter Zumthor, darunter die legendäre Therme Vals.

Die Debatte um politisches Kino hatte in Venedig bereits bei der Eröffnungs-Pressekonferenz einen Kontrapunkt: Jurypräsidentin Maggie Gyllenhaal (48) sagte, Filme seien „fundamentally, undeniably political“. Seine Verteidigung dürfte die Debatte über politisches Kino nicht beenden.