Feuer an Berliner Umspannwerk löst Explosion aus und legt rund 90 Ampeln lahm
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Ermittlungen

Feuer an Berliner Umspannwerk löst Explosion aus und legt rund 90 Ampeln lahm

In Berlin-Mitte griff ein Feuer von einer Baustelle auf ein Umspannwerk über und löste eine Explosion aus. Die Polizei ermittelt wegen Sabotage-Verdachts – doch ein technischer Defekt gilt inzwischen als wahrscheinlicher.

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Ein Feuer auf einer Baustelle in Berlin-Mitte griff in der Nacht zu Montag auf ein benachbartes Umspannwerk über und löste mindestens eine Explosion aus. Polizei und Feuerwehr wurden gegen 2.40 Uhr in die Bissingzeile alarmiert.

Auf der Baustelle brannten mehrere voneinander getrennte Bereiche, ein Fahrzeug stand in Vollbrand, auch Müll im Außenbereich brannte. Die Berliner Feuerwehr rückte mit 25 Einsatzkräften an, insgesamt waren 54 Kräfte vor Ort. Die Löscharbeiten dauerten fünfeinhalb Stunden.

Wir wissen nicht, wo das Feuer angefangen hat, ob auf der Baustelle oder an dem Umspannwerk.
Sprecher der Berliner Feuerwehr

Ermittlungen: Sabotage oder technischer Defekt?

Die Kriminalpolizei der Direktion 2 übernahm die Ermittlungen, unterstützt vom Betreiber. Polizeisprecher Florian Nath erklärte, dass sowohl eine Straftat als auch ein technischer Defekt in Betracht gezogen würden – es gebe „noch keine belastbaren Beweise in irgendeine Richtung“.

Da das Gebäude zunächst nicht betretbar war, setzten die Ermittler Drohnen zur Brandortinspektion ein. Sprengstoffsätze wurden nicht gefunden.

Am Montagvormittag äußerte sich Polizeipräsidentin Barbara Slowik im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses, wie der Tagesspiegel über die Sitzung berichtet: „Ein Kurzschluss ist nach jetzigem Stand am wahrscheinlichsten, der zu dem Feuer geführt hat.“ Ein technischer Defekt habe demnach einen Kurzschluss ausgelöst, der zu einer Explosion führte. Die Untersuchungen der Kriminaltechnik im Landeskriminalamt dauerten an. Der Verdacht auf Sabotage trat damit in den Hintergrund, ausgeschlossen war er aber nicht.

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90 Ampeln ausgefallen – Zusammenhang möglich

Obwohl die Stromversorgung stabil blieb, fielen am Montagmorgen rund 90 Ampeln im Stadtgebiet aus und mussten wieder eingeschaltet werden. Nach Informationen der dpa könnten die Ausfälle mit Spannungsschwankungen im Zusammenhang mit dem Brand stehen.

Sabotage-Serie hält Behörden in Atem

Der Vorfall ereignete sich vor dem Hintergrund einer Serie von Sabotageaktionen gegen die deutsche Strominfrastruktur in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Brandenburg und NRW hatten am Samstag zuvor einen Fahndungsaufruf mit Fotos eines 48-jährigen Tatverdächtigen veröffentlicht. In Sachsen entdeckten Ermittler nach eigenen Angaben zudem Sprengsätze, die Fahndung nach Daniel V. aus Gevelsberg dauert an.

Am Sonntagabend war die Polizei mit einem größeren Aufgebot am Umspannwerk Niederrhein in Wesel im Einsatz und umstellte das RWE-Gelände, nachdem es dort zu einem Vorfall gekommen war.

Die Ermittlungen zur genauen Brandursache dauern an. Es ist der jüngste einer Reihe von Vorfällen an Energieanlagen, die die Sicherheitsbehörden in Alarmbereitschaft versetzten – auch wenn sich im Berliner Fall ein technischer Defekt als wahrscheinlich herauskristallisiert.