Dieter Bohlen behauptet, Daliah Lavi habe ihn 1987 verführt
In seiner Biografie beschreibt der Musikproduzent eine Affäre mit der 2017 gestorbenen Sängerin. Lavi selbst schwieg – und war zum angeblichen Zeitpunkt verheiratet.
Dieter Bohlen (72) behauptet, Daliah Lavi (†74) habe ihn 1987 verführt. Was sich wie eine neue Enthüllung liest, steht bereits seit 2002 in seiner Autobiografie „Nichts als die Wahrheit“ – am 6. September 2026 greifen mehrere Medien die Passage erneut auf. Lavi selbst hat die Darstellung nie bestätigt, und zum angeblichen Zeitpunkt war sie bereits verheiratet.
Bohlen will die israelische Schauspielerin und Schlagersängerin eigenen Angaben zufolge im Tonstudio kennengelernt haben. Er war damals 33 Jahre alt, Lavi 44. Sie habe ihn angesprochen und ihm von einer Wahrsager-Prophezeiung erzählt: Ein „attraktiver blonder junger Mann“ werde ihr begegnen. Anschließend habe sie ihn mit in ihre Suite genommen.
In seiner Biografie schwärmt er von der „wunderhübschen“ und „perfekt durchtrainierten“ Lavi. Die Bewunderung reiche bis in seine Kindheit zurück: „Ich fand Daliah toll, seit ich sie als kleiner Junge in den Karl-May-Filmen gesehen hatte.“
Bohlens Version: „Abgeschleppt nach allen Regeln der Kunst“
Den Altersunterschied kommentiert Bohlen in dem Buch mit einem Augenzwinkern: „Noch nie hatte ich eine ältere Lehrerin gehabt. Hier konnte der kleine Dieter noch mal richtig was lernen.“
„Daliah war auch die einzige Frau in meinem Leben, von der ich so richtig nach allen Regeln der Kunst abgeschleppt wurde.“
Der Satz ist die zentrale Pointe seiner Anekdote – und zugleich die einzige belegte Aussage neben seinen eigenen Erinnerungen. Unabhängige Zeugen für die angebliche Affäre nennt Bohlen nicht.
Lavi schwieg – und war verheiratet
Daliah Lavi äußerte sich zu Bohlens Schilderung nie inhaltlich. Gegenüber der „Bild“-Zeitung ließ sie 2002 lediglich ausrichten: „Ich möchte mich dazu nicht äußern.“
Belegt ist dagegen, dass Lavi zu dem Zeitpunkt, für den Bohlen die Begegnung datiert, bereits mit ihrem vierten Ehemann Charles (Chuck) Gans verheiratet war. Die beiden hatten 1977 geheiratet und blieben bis zu ihrem Tod zusammen. Zuvor war sie zwei weitere Male verheiratet.
Die Geschichte hinter der Geschichte
1987
Angebliche Begegnung
Bohlen (33) will Daliah Lavi (44) im Tonstudio getroffen haben. Sie habe ihn angesprochen und in ihre Suite mitgenommen.
2002
Biografie erscheint
In „Nichts als die Wahrheit“ wird die Anekdote veröffentlicht. Lavi will sich gegenüber der „Bild“ nicht äußern.
3. Mai 2017
Tod von Daliah Lavi
Die Sängerin stirbt im Alter von 74 Jahren in North Carolina, USA.
6. September 2026
Erneute Berichterstattung
T-Online und Promiflash/Schlager.de greifen Bohlens Schilderung wieder auf.
Alte Story, neue Reichweite – ohne neue Belege
Die Anekdote ist keine neue Enthüllung: Schon 2002 berichtete der Spiegel über die angebliche Verführung. Im September 2026 recyceln Medien die Passage erneut, wie etwa T-Online an die Anekdote aus Bohlens Biografie erinnert. Neue Fakten, Zeugen oder Stellungnahmen liefert die Berichterstattung nicht.
Auffällig ist, dass Lavi sich nicht mehr wehren kann – sie starb 2017. Ihre einzige überlieferte Reaktion blieb das Ausweichen gegenüber der Bild-Zeitung. Auch die damalige Berichterstattung stützte sich allein auf Bohlens Buch, wie Spiegel-Bericht zur angeblichen Verführung zeigt.
Bohlen hat mit privaten Geschichten zuletzt häufiger Schlagzeilen gemacht – so auch, als Bohlen und Carina Walz auf Mallorca zurückkehrten. Die Lavi-Anekdote reiht sich damit in eine lange Liste öffentlich ausgetragener Erinnerungen des Musikproduzenten ein.