Trump-Karte zeigt Kanada, Mexiko und Grönland als Teil der USA – Mexiko kontert
Bild: KI-generiert
Diplomatie

Trump-Karte zeigt Kanada, Mexiko und Grönland als Teil der USA – Mexiko kontert

Donald Trump veröffentlicht eine KI-generierte Landkarte, auf der die US-Flagge über Kanada, Mexiko und Grönland liegt. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum stellt klar: „Wir sind ein freies, unabhängiges und souveränes Land.“

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Donald Trump hat am Montag, dem 7. September 2026, auf seiner Plattform Truth Social eine Landkarte veröffentlicht, auf der große Teile Nordamerikas, der Arktis und der Karibik unter der US-Flagge erscheinen. Auf der Grafik prangt nur ein einziger Ländername: „Vereinigte Staaten von Amerika“.

Laut einem Bericht von Newsweek zu der KI-generierten Karte handelt es sich um ein KI-generiertes Bild, das die US-Flagge über Kanada, Grönland, Mexiko, Island, Kuba sowie weitere mittelamerikanische und karibische Staaten legt. Trump versah den Post weder mit Bildunterschrift noch Kommentar.

X · @Claudiashein

Das Weiße Haus erklärte, die Karte stelle kein formales Politikvorhaben dar. Der geografische Umfang ist bemerkenswert: Die Grafik umfasst neben den USA und Kanada auch Grönland als autonomes Territorium Dänemarks, Island, Mexiko sowie Belize, Guatemala, Honduras, El Salvador, Nicaragua und nahezu die gesamte Karibik. Nicht abgebildet sind unter anderem Trinidad und Tobago, Aruba, Bonaire und Curaçao.

Mexikos Präsidentin kontert

Wenige Stunden nach Trumps Post meldete sich Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum auf X zu Wort. Sie schrieb, ihr Land sei weder eine Kolonie noch ein Protektorat eines fremden Landes. Trump nannte sie dabei nicht beim Namen.

Wir sind stolz darauf, ein freies, unabhängiges und souveränes Land zu sein.
Claudia Sheinbaum, Präsidentin Mexikos

Mit ihrer Reaktion widerspricht Sheinbaum der Darstellung, Mexiko könne Teil der USA werden. Zuvor hatte Trump bereits mit einer Übernahme Kubas und dem Kauf Grönlands gedroht.

Kritik aus den USA und Europa

Auch in den USA stieß der Post auf Kritik. Der demokratische Kongressabgeordnete Jonathan Jackson aus Illinois nannte die Karte „inakzeptabel“. Wie Common Dreams die scharfen Reaktionen zusammenfasst, fragte der frühere schwedische Ministerpräsident Carl Bildt, was wäre, wenn Xi Jinping eine Karte posten würde, auf der China ganz Ostasien übernommen hat – man würde es als irrsinnig oder gefährlich bezeichnen.

Die Gruppe Republicans Against Trump schrieb auf X: „Er ist verdammt verrückt.“ Einige konservative Anhänger feierten den Post dagegen; ein Kommentator sprach von Trumps „North-American-Empire-Modus“.

Provokation mit Vorgeschichte

Der Karten-Post ist Teil einer Serie von Provokationen. Am Sonntag, dem 6. September, hatte Trump KI-generierte Bilder veröffentlicht, die eine Umbenennung von New Mexico in „New America“ nahelegen, sowie ein Bild mit dem Schriftzug „The Moon Is Ours“.

Bereits zuvor hatte Trump den Golf von Mexiko per Dekret in „Golf von Amerika“ umbenannt und im Zuge des Zollstreits mit Kanada den Lake Ontario in „Lake America“. Im Januar 2026 hatte er eine ähnliche Karte publiziert, auf der Venezuela, Grönland, Kuba und Kanada Teil der USA sind.

Die Eskalation in Etappen

  1. 6. Mai 2026
    Trumps Drohung an Kanada

    Kanadas Premierminister Mark Carney erklärt im Oval Office, Kanada stehe nicht zum Verkauf; Trump antwortet: „Sag niemals nie“.

  2. 6. September 2026
    Neue Umbenennungs-Ideen

    Trump postet KI-Bilder, die New Mexico in „New America“ umbenennen, sowie ein Bild mit „The Moon Is Ours“.

  3. 7. September 2026
    Karte mit US-Flagge über Nachbarländern

    Trump veröffentlicht die Karte ohne Kommentar; Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum widerspricht wenige Stunden später.

Der Politikwissenschaftler Craig Agranoff von der Florida Atlantic University ordnete den Post gegenüber Newsweek ein: Es wirke mehr wie Botschaft als wie ein Politik-Memo. Trump nutze Karten als politisches Theater. Zugleich warnte Agranoff, das praktische Risiko sei nicht eine Annexion über Nacht, sondern dass das Bild Teil eines Musters werde, das Diplomatie und Handelsgespräche erschwert.