Susan Sarandon verliert weiter Rollen wegen Palästina-Support
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Hollywood

Susan Sarandon verliert weiter Rollen wegen Palästina-Support

Bei den Filmfestspielen von Venedig beklagt Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon (79), dass Agenturen Studios weiterhin von einer Zusammenarbeit mit ihr abraten. Die Unterstützung für Palästina kostet sie nach eigenen Angaben bis heute Filmrollen.

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Susan Sarandon (79) sagt, dass ihr auch 2026 noch Filmrollen entzogen werden – weil Agenturen Produzenten und Studios angeblich weiterhin davon abraten, sie zu engagieren. Bei der Pressekonferenz zu ihrem neuen Film „The Echo Chamber“ am Sonntag in Venedig erklärte die Oscar-Preisträgerin, dass sich an den Machtstrukturen in Hollywood trotz veränderter öffentlicher Debatte nichts geändert habe.

„Mir wurden in letzter Zeit wieder Filme weggenommen, weil es Agenturen gibt, die den Leuten weiterhin sagen, sie sollen mich nicht engagieren“, Bericht der Branchenzeitschrift Deadline. „Aber so ist nun mal die Machtstruktur.“ Sarandon präzisierte, große Studios seien für sie und andere Israel-Kritiker weiterhin tabu – ein Produzent bekomme zu hören, ein Film mit ihr sei „unmöglich“.

Sarandon dankte Regisseur Andrea Pallaoro ausdrücklich dafür, sich nicht von den Warnungen der Branche beirren zu lassen. „Ich danke Andrea dafür, weil er nicht auf die Warnungen gehört hat“, sagte sie unter Applaus. Pallaoros Film ist eine Adaption des letzten Drehbuchs von Bernardo Bertolucci.

Der Bruch mit Hollywood begann 2023

Der Karriereknick begann im November 2023. Wenige Wochen nach dem Hamas-Angriff vom 7. Oktober und dem Beginn des Gaza-Kriegs sagte Sarandon bei einer Pro-Palästina-Kundgebung in New York, verängstigte Juden bekämen „einen Vorgeschmack darauf, wie es sich anfühlt, Muslim in diesem Land zu sein“. Die Agentur UTA ließ sie daraufhin fallen, die Indie-Firma PTO Films zog eine geplante Rolle zurück.

Sarandon entschuldigte sich später für die „schreckliche Formulierung“, bekräftigte aber ihre Forderung nach einem Ende des „Genozids“ in Gaza. Im Interview mit der Sunday Times sagte sie, sie sei „als Beispiel dafür benutzt worden, was man nicht tun sollte, wenn man weiterarbeiten will“. Trotzdem drehte sie danach kleinere Produktionen wie „The Fabulous Four“ oder „Nonnas“.

Chronologie des Bruchs

  1. 7. Oktober 2023
    Hamas-Angriff auf Israel

    Beginn des Gaza-Kriegs; Sarandon engagiert sich in der Folge pro-palästinensisch.

  2. 17. November 2023
    Umstrittene Kundgebung

    Sarandon sagt, verängstigte Juden bekämen einen Vorgeschmack auf Muslimfeindlichkeit.

  3. 21. November 2023
    UTA lässt Sarandon fallen

    Die US-Agentur beendet die Zusammenarbeit; PTO Films zieht eine Rolle zurück.

  4. Juli 2024
    Entschuldigung und Bekräftigung

    Sarandon wiederholt ihre Entschuldigung und fordert ein Ende des Genozids in Gaza.

  5. 6. September 2026
    Pressekonferenz in Venedig

    Sarandon sagt, sie verliere weiterhin Rollen wegen Agentur-Warnungen.

Neue Vorwürfe gegen Studios und Agenturen

In Venedig präzisierte Sarandon, dass sich die öffentliche Erzählung zwar verändert habe – etwa durch die Enthüllung der US-Militärhilfe für Israel. „Wie viel Geld die USA an Israel geben? Das hat wirklich niemand verstanden“, sagte sie. Sie verwies auch auf den National Defense Authorization Act, dessen Abschnitt 219 nach ihrer Lesart die US-Armee faktisch mit der israelischen verschmelze.

Trotz dieser Verschiebung blieben die Machtverhältnisse in ihrer Branche unverändert: „Es gibt weiterhin sehr stark vertretene Positionen, die von Zionisten gehalten werden und die ihre Gefühle mir gegenüber nicht gelockert haben“, sagte Sarandon. „Aber ich habe meine Familie gefunden, ich habe meine Leute gefunden, und mir geht es gut.“ Wie IndieWire über die Rolle der Studios berichtet, habe sie sich international willkommen gefühlt, im Gegensatz zu großen Hollywood-Studios.

Venedig-Debatte über Israel und Palästina

Auch in Venedig selbst ist der Nahost-Konflikt präsent: Aktivisten forderten, die palästinensische Flagge zu hissen, was Festivaldirektor Alberto Barbera mit Verweis darauf ablehnte, dass Palästina von Italien nicht als Staat anerkannt ist. George Clooney, der in Venedig den Goldenen Löwen für sein Lebenswerk erhielt, verteidigte zuvor das Recht von Kritikern wie Mark Ruffalo auf freie Meinungsäußerung.

„The Echo Chamber“ läuft im Wettbewerb um den Goldenen Löwen, der am 12. September verliehen wird. Der italienische Kinostart ist für den 10. September angesetzt. Sarandon spielt die gealterte Sängerin Ava, die für ein Comeback-Album einen drogenabhängigen Produzenten engagiert und in eine Dreiecksbeziehung mit einer Physiotherapeutin gerät.

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Bis zur Preisverleihung am 12. September bleibt offen, ob „The Echo Chamber“ ausgezeichnet wird – und ob Sarandons öffentliche Klage in Hollywood etwas bewegt.