Liz Mitchell: Boney-M.-Auftritt bei Reform UK „verkauft Seele“
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Musikstreit

Liz Mitchell: Boney-M.-Auftritt bei Reform UK „verkauft Seele“

Die frühere Boney-M.-Sängerin Liz Mitchell (74) wirft ihrer Ex-Kollegin Maizie Williams (75) vor, mit einem Auftritt beim Parteitag der rechtspopulistischen Reform UK ihre Musik für politische Zwecke missbraucht zu haben. Williams' Manager bestreitet jede politische Nähe.

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Die frühere Boney-M.-Sängerin Liz Mitchell (74) hat scharf gegen den Auftritt einer von Maizie Williams (75) angeführten Bandversion beim Parteitag der rechtspopulistischen Partei Reform UK protestiert. Sie wirft den Musikern vor, die Songs für politische Zwecke missbraucht zu haben.

Am Freitagabend, 4. September 2026, trat „Boney M. featuring Maizie Williams“ bei der offiziellen Afterparty der Konferenz im NEC Birmingham auf. Im Konferenzprogramm war von einer „burst of disco“ die Rede – einer 60-minütigen Unterhaltungsshow.

Vor aller Welt bei einer Veranstaltung aufzutreten, die Menschen in Not nicht willkommen heißt, bedeutet, die eigene Seele und Herkunft für Geld zu verkaufen.
Liz Mitchell, frühere Leadsängerin von Boney M.

Williams' Manager Donavon Nelson wies jede politische Nähe zu Reform UK zurück, wie der Bericht des Mirror zur Stellungnahme des Bandvertreters zeigt. Man unterstütze keine Partei, sagte er. Der Auftritt sei zunächst als Feier nach einer Konferenz angekündigt worden; erst später habe man erfahren, dass es sich um eine Veranstaltung von Reform UK handele.

Ein Bandvertreter erklärte gegenüber dem Mirror, man habe zugesagt, weil es eine Konferenz-Afterparty im NEC gewesen sei, bei der zuvor The Jacksons aufgetreten seien. Die Darbietung sei als 60-minütige Unterhaltung gedacht gewesen, um Freude zu verbreiten – unabhängig von Hautfarbe oder Glauben. Es tue ihm leid, dass der Auftritt missverstanden worden sei.

Der Streit um den Bandnamen

Hintergrund der Kontroverse ist ein jahrzehntelanger Streit um den Namen Boney M. Liz Mitchell und Maizie Williams treten seit Jahren jeweils unter dem Bandnamen auf. Nach der Auflösung der Band Ende der 1980er-Jahre zerstritten sich die beiden; Williams tourt seit den 1990er-Jahren mit wechselnden Musikern als „Boney M. featuring Maizie Williams“ durch die Welt. Die Rechtslage zur Nutzung des Namens gilt als umstritten.

Auf den Studioaufnahmen der Hits wie „Rivers Of Babylon“ oder „Daddy Cool“ ist Williams' Stimme nicht zu hören. Produzent Frank Farian ließ im Studio nur Mitchell und Marcia Barrett singen. Mitchell betonte, die Songs trügen eine Energie von Liebe und Frieden; es schmerze sie, dass ihre Musik instrumentalisiert werde.

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Mitchells persönliche Geschichte

Mitchell verwies auf ihre eigene Familiengeschichte, wie der Bericht von PoliticsHome zu ihren Aussagen zeigt. Ihr Vater sei Teil der Windrush-Generation gewesen, die ab den späten 1940er-Jahren aus der Karibik nach Großbritannien einwanderte. Sie selbst kam aus Jamaika und wurde für ihre Verdienste um Musik und Wohltätigkeit mit dem MBE ausgezeichnet. Sie forderte, Großbritannien müsse ein einladendes Land für Einwanderer und Asylsuchende bleiben.

Nicht nur Mitchell ist verärgert: Kevin Rowland, Sänger von Dexys Midnight Runners, zeigte sich angewidert, dass sein Song „Come On Eileen“ vor einer Rede Nigel Farages gespielt worden war.

Chronologie des Konflikts

  1. 3. September 2026
    Beginn des Parteitags

    Reform UK startet seine Konferenz im NEC Birmingham mit einem „Business Day“.

  2. 4. September 2026
    Auftritt bei der Afterparty

    Am Abend tritt „Boney M. featuring Maizie Williams“ bei der offiziellen Afterparty auf.

  3. 5. September 2026
    Abschluss der Konferenz

    Die Veranstaltung endet nach dem Schlusstag.

  4. 7. September 2026
    Mitchells Empörung wird öffentlich

    Liz Mitchell äußert sich über dpa und PoliticsHome; international berichten Medien.

Wie der Streit um den Bandnamen juristisch ausgeht, ist offen. Beide Formationen treten weiterhin parallel auf – der Konflikt um Musik und Politik dürfte den jahrzehntelangen Zwist noch befeuern.