Stefan Mross rechnet nach TV-Aus mit SWR ab: „Da kann uns der Rest am Arsch lecken!“
Beim Sektempfang nach der letzten „Immer wieder sonntags“-Sendung rechnet Stefan Mross mit SWR-Intendant Kai Gniffke und Programmdirektor Clemens Bratzler ab – dann verlässt er den Raum.
Stefan Mross (50) hat es sich nicht nehmen lassen, dem SWR zum Abschied noch einmal die Meinung zu sagen. Nach der letzten Live-Ausgabe von „Immer wieder sonntags“ am 6. September 2026 eskalierte der Sektempfang im Europa-Park-Hotel „Santa Isabel“: Mross rechnete vor versammeltem Team und SWR-Spitze mit Intendant Kai Gniffke (65) und Programmdirektor Clemens Bratzler (54) ab – und verließ den Raum mit den Worten, der Rest könne „am Arsch lecken“.
Die letzte Ausgabe war für die ARD noch einmal ein Quoten-Erfolg: 1,59 Millionen Zuschauer schalteten ab 10.03 Uhr ein – der höchste Wert seit vier Jahren. Der Marktanteil von 22,0 Prozent beim Gesamtpublikum war der beste seit 2013, beim jungen Publikum lag er mit 9,0 Prozent deutlich über dem Senderschnitt. Das geht aus dem Quotenbericht der TV Wunschliste zur letzten Ausgabe hervor.
Die Entscheidung, die Show zu beenden, hatten SWR und ARD gemeinsam getroffen; als Gründe nannten sie finanzielle und strategische Erwägungen. SWR-Programmdirektor Clemens Bratzler hatte Mross die Absetzung persönlich mitgeteilt. Der Europa-Park hatte zuletzt versucht, die Show zu retten, aber ohne Erfolg.
Chronologie des Aus
Frühjahr/März 2026
SWR und ARD beschließen das Aus
SWR und ARD beenden „Immer wieder sonntags“. Programmdirektor Clemens Bratzler teilt Stefan Mross die Entscheidung mit.
6. September 2026, 10:03 Uhr
Letzte Live-Ausgabe
Die letzte Show läuft im Ersten. Mross verabschiedet sich unter Tränen. 1,59 Mio. Zuschauer, 22,0 % Marktanteil.
Nach der Show
Sektempfang
Sektempfang im Europa-Park-Hotel „Santa Isabel“. Reden von SWR-Intendant Kai Gniffke und Programmdirektor Clemens Bratzler.
6. September 2026
Wutrede von Mross
Mross rechnet mit Gniffke und Bratzler ab und verlässt den Raum vorzeitig.
Wutrede vor versammeltem Team
Beim Sektempfang nach der Sendung ergriffen zunächst Intendant Kai Gniffke und Programmdirektor Clemens Bratzler das Mikrofon. Sie lobten Mross und die Sendung, versuchten zugleich, die Einstellung zu erklären. Als dann Mross das Wort ergriff, kippte die Stimmung.
Über Gniffkes Rede sagte Mross: „Das war wie eine Bestattungsrede. Und bei jedem Negativen haben Sie geklatscht, ich weiß nicht warum.“ Er habe in den vergangenen Monaten nie ein negatives Wort über den SWR oder die ARD verloren, betonte er.
Seine schärfsten Worte richtete Mross an Programmdirektor Clemens Bratzler. „Clemens, ich glaube, du hattest mal eine sehr unerfolgreiche Fernsehshow. Für mich kam es so rüber, als wäre das mit mir eine kleine Rache-Aktion von dir“, sagte Mross wie n-tv die Wutrede beim Sektempfang dokumentiert. Bratzler wies den Vorwurf energisch zurück und erntete Buhrufe aus dem Publikum.
Dann setzte Mross zum Schlusspunkt an. Er sagte, er sei nur seinem Team zuliebe gekommen, und legte nach:
„Ich wollte heute eigentlich gar nicht auf diesen Empfang kommen. Aber ich bin es meinem Team schuldig, das seit fast 22 Jahren hier Hand in Hand mit mir gearbeitet hat. Da kann uns der Rest am Arsch lecken!“
Stefan Mross, Moderator & Musiker
Anschließend verließ er den Raum – „weil hier drinnen zu viel negative Energie ist“ – und kehrte nicht zurück. Er wünschte den Anwesenden noch „alles, alles Gute“ und sagte, die wichtigsten Leute habe er im Telefon oder bei WhatsApp.
Mross: Rede war wohlüberlegt
Gegenüber der „Bild“-Zeitung räumte Mross ein, dass seine Rede kein spontaner Ausrutscher, sondern wohlüberlegt gewesen sei. Er habe im Vorfeld gewusst, dass der SWR sich in erster Linie selbst feiern würde.
„Sie war wohlüberlegt, weil ich im Vorfeld wusste, dass der SWR sich heute in erster Linie selbst feiern wird. Mein Team und ich sind alle traurig und die feiern sich? Das war für mich ein Punkt, wo mir der Kragen geplatzt ist.“
Stefan Mross, Moderator & Musiker
Mross betonte, er sei nur wegen seines Teams zu dem Empfang gekommen. Das Team habe seit fast 22 Jahren Hand in Hand mit ihm gearbeitet.
SWR reagiert zurückhaltend
Der SWR äußerte sich zurückhaltend zu der internen Veranstaltung. Sprecher Jürgen Ruf sagte: „Bei aller verständlichen Emotionalität war und ist uns ein respektvolles Miteinander wichtig. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Aussagen auf einer internen Veranstaltung nicht öffentlich äußern.“
In einer weiteren Stellungnahme hieß es, man habe Mross „am Ende unserer langen und guten Zusammenarbeit nochmals die Bühne geben“ wollen. Die Entscheidung zur Einstellung sei schwergefallen.