Pamela Anderson (59): Hepatitis C war für sie ein Todesurteil
Bei der amfAR-Gala in Venedig wurde Pamela Anderson (59) für ihren Kampf gegen Aids geehrt – und sprach erstmals ausführlich über ihre Hepatitis-C-Diagnose, die ihr Arzt einst als Todesurteil bezeichnete.
Pamela Anderson (59) ist am Sonntagabend bei der amfAR Gala Venezia im Hotel Hilton Molino Stucky mit dem Award of Courage ausgezeichnet worden. Die Aids-Forschungsstiftung ehrt damit ihren langjährigen Einsatz im Kampf gegen HIV und Aids – und die Schauspielerin nutzte die Bühne für ein sehr persönliches Geständnis.
Erstmals sprach Anderson ausführlich über ihre Hepatitis-C-Diagnose in den späten 1990er-Jahren. Die Krankheit galt damals als unheilbar, und der Arzt habe ihr gesagt, sie habe „wahrscheinlich noch etwa zehn Jahre zu leben“: ein Satz, der ihre Entscheidungen fortan „gefärbt und verdorben“ habe.
„Es war ein Todesurteil. Das hat mir mein Arzt gesagt – ich hätte wahrscheinlich noch etwa zehn Jahre zu leben.“
Pamela Anderson, Schauspielerin und amfAR-Preisträgerin
Nicht die Angst vor dem Tod habe sie getrieben, sondern die Sorge um ihre beiden Söhne, Brandon Thomas Lee und Dylan Jagger Lee. Anderson machte die Erkrankung 2002 öffentlich und gab an, sich über eine geteilte Tattoo-Nadel mit ihrem damaligen Ehemann Tommy Lee infiziert zu haben – Lee bestreitet das bis heute, wie der Bericht von Variety über ihre Rede zeigt.
2011 wurde erstmals ein Heilmittel gegen Hepatitis C zugelassen. 2015 war Anderson nach eigener Aussage "hep C free" – doch die Behandlung habe sie "alles gekostet, was ich auf der Bank hatte", wie USA Today über ihren Kampf berichtet. Die Versicherung übernahm die Kosten damals noch nicht.
Diese Erfahrung von Scham und Schuld begleite sie bis heute. Wie der sexuelle Missbrauch, den sie als Kind erlitten habe, fühle es sich an, als stünde ihr „beschädigte Ware“ auf die Stirn gemeißelt. So habe sie sich lange auch präsentiert.
„Ich bin kein Opfer, ich bin ein Sieger. Ich bin stark und fähig – mehr, als ich je zu träumen gewagt hätte … Ich bin nicht die Jungfrau in Nöten, egal wie leicht diese Rolle zu spielen ist.“
Pamela Anderson, Schauspielerin und amfAR-Preisträgerin
Chronologie einer schweren Diagnose
Von der Diagnose bis zur Ehrung
Späte 1990er
Diagnose Hepatitis C
Anderson erfährt, dass sie infiziert ist; der Arzt gibt ihr noch etwa zehn Jahre.
2002
Öffentliche Diagnose
Anderson macht die Erkrankung öffentlich und nennt eine geteilte Tattoo-Nadel als Ursache.
2011
Heilmittel zugelassen
Erstmals wird ein Medikament gegen Hepatitis C zugelassen.
2015
Hep C free
Anderson ist nach eigener Aussage geheilt – die Behandlung kostete ihr gesamtes Erspartes.
7. September 2026
Award of Courage
Bei der amfAR Gala in Venedig wird Anderson geehrt und spricht über ihre Krankheit.
Leuchtendes Orange und eine erfolgreiche Gala
Für ihren Auftritt wählte Anderson ein kräftig orangefarbenes Satinkleid mit bodenlanger Stola im selben Ton, dazu graue Pumps und sanfte Wellen im blonden Haar. Wie seit Jahren zeigte sie sich ohne Make-up. In einer Instagram-Story nannte sie die Auszeichnung eine „unglaubliche Ehre“.
Die Gala ehrte auch die Performance-Künstlerin Marina Abramović mit dem Award of Inspiration. Überreicht wurde der Preis von Schauspieler Orlando Bloom, der ihre jahrzehntelange Arbeit würdigte: „Mehr als fünf Jahrzehnte hat Marina furchtlos die Grenzen von Körper, Geist und menschlicher Ausdauer verschoben.“
Bei der von Auktionator Simon de Pury geleiteten Benefiz-Auktion kamen insgesamt 3 Millionen Dollar zusammen. Ein Andy-Warhol-Gemälde „Flowers“ erzielte 160.000 Euro, ein Paar Chopard-Ohrringe 140.000 Euro. Das teuerste Los stammte von Abramović selbst: ein digitales Kunstwerk samt privatem Lunch in ihrem New Yorker Apartment für 500.000 Euro.
Andersons Festivaltage hatten bereits am Freitag mit einer Cocktailparty der Golden Globes begonnen. Am Mittwoch feiert ihr Film „Place to Be“ Premiere – ein passender Schlusspunkt nach einem Abend, der ihre Lebensgeschichte in den Mittelpunkt rückte.