Wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag spricht Schauspieler Ralf Bauer offen über finanzielle Versäumnisse – und erklärt, warum er sich trotzdem wenig bereut.
Wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag rechnet Schauspieler Ralf Bauer (60) mit sich selbst ab: Er habe bei der Altersvorsorge zu spät gehandelt. In einem dpa-Interview, das Focus über die Geburtstagsbilanz veröffentlichte, spricht der frühere „Gegen den Wind“-Star über Geld, Kinder und die Zahl 60.
„Ich glaube, ich hätte früher investieren müssen. Ich hätte früher irgendwie das Geld nutzen müssen, anstatt immer zur Miete zu wohnen.“
Ralf Bauer, Schauspieler
Dass er jahrzehntelang zur Miete wohnte, statt Eigentum aufzubauen, sieht Bauer heute als Fehler. Bekannt wurde er Mitte der 1990er Jahre durch die ARD-Serie „Gegen den Wind“, die 1995 startete und ihm gemeinsam mit Hardy Krüger junior ein großes Publikum brachte – insgesamt entstanden 52 Folgen.
Als Schauspieler habe er häufig keine kontinuierlichen Einnahmen, weil Engagements und Dreharbeiten unregelmäßig aufeinander folgten. Daraus könne für viele in der Branche ein erhöhtes Risiko entstehen, im Alter finanziell schlechter abgesichert zu sein. Wie hoch Bauers eigene Rentenansprüche oder sein Vermögen sind, ist öffentlich nicht bekannt.
Grundsätzlich sind selbstständige Künstler in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen über die Künstlersozialversicherung rentenversichert – rund 185.000 Künstler und Publizisten sind auf diesem Weg abgesichert. Die Debatte über die Rentenreform 2026 mit Abschaffung der Rente mit 63 betrifft auch sie.
Kaum Reue – nur beim Geld
Abgesehen von der Finanzfrage gibt es wenig, was Bauer bereut. „Ich vergesse immer sehr schnell, was schlecht gewesen ist, versuche das zu verdrängen oder vergesse das wirklich oder hake das ab“, sagte er. Auch die Zahl 60 sei für ihn noch nicht greifbar.
„Ich denke immer, ich bin noch 25. Deswegen, weil Zahlen schon seit ganz langer Zeit irgendwie keine Relevanz mehr für mich haben“, so Bauer weiter. Früher habe er einfach in den Tag hineingelebt und gedacht, das Alter komme nicht zu ihm.
Kinderthema bleibt offen
Früher habe er immer eine Fußballmannschaft haben wollen, sagt Bauer. Inzwischen sei er sich nicht mehr sicher, ob er mit seinem Schauspielberuf und den langen Drehzeiten ein guter Vater gewesen wäre. Ob er doch noch Kinder bekommt, liege nicht in seiner Hand.
„Wenn das sich ergibt, wenn das kommt, dann kommt es. Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm.“
Ralf Bauer, Schauspieler
Bauer hat keine Kinder, zieht aber keinen endgültigen Schlussstrich unter das Thema. Bereits früher hatte er erklärt, dass er als Vater für seine Kinder da sein wolle und dies mit seinem Beruf „sehr, sehr schwer“ sei.
Buddhismus und Bühnenpläne
Mit dem Älterwerden beschäftigt sich Bauer auch aus buddhistischer Perspektive. Der Gedanke an den Tod schrecke ihn nicht; die Vorstellung einer Wiedergeburt liege ihm näher als Himmel oder Hölle. Sein Vater habe ihm mitgegeben: „Sei auf dem Weg nach oben zu allen Menschen nett, weil auf dem Abstieg könntest du ihnen wieder begegnen.“
An einen beruflichen Rückzug denkt Bauer nicht. In „Das Lächeln am Fuße der Leiter“ nach Henry Miller spielt er den Clown August. Rund 60 Vorstellungen sind nach seinen Angaben bis 2028 geplant.
Ralf Bauers Weg – ausgewählte Stationen
1995
Durchbruch mit „Gegen den Wind“
52 Folgen der ARD-Surfer-Serie machen Ralf Bauer und Hardy Krüger junior bekannt.
06. September 2026
dpa-Interview vor dem 60. Geburtstag
Bauer räumt Versäumnisse bei der Altersvorsorge ein und spricht über Kinderwunsch und buddhistische Sicht.
22. November 2026
Premiere in Berlin
Im Schlosspark Theater spielt Bauer den Clown August in „Das Lächeln am Fuße der Leiter“.
19. Juni 2027
Auftritt in Bad Elster
Weitere Aufführung im König Albert Theater; Tour bis mindestens 2027/2028 geplant.