Ashley St. Clair (28) hat bei der Weltpremiere der Doku „Musk“ in Venedig schwere Vorwürfe gegen Elon Musk (55) erhoben. Die Mutter eines gemeinsamen Sohnes sagte am Dienstag, ihr seien 40 Millionen Dollar geboten worden, damit sie schweigt – und sie habe das Angebot abgelehnt.
Die frühere rechtskonservative Influencerin sprach auf der Pressekonferenz vor der Premiere des fast vierstündigen Films von Regisseur Alex Gibney. Wie die Associated Press über die Pressekonferenz berichtete, lehnte sie das Angebot ab.
„Mir wurde die Möglichkeit geboten, für 40 Millionen Dollar nicht zu sprechen.“
Gegenüber der „New York Daily News“ sagte sie, das Angebot sei eine bewusste Entscheidung gewesen. Sie habe den enormen Betrag ausgeschlagen, um ihre Geschichte über das Leben mit dem reichsten Mann der Welt weiter erzählen zu können. Ihre Motivation: den Kindern ein Vorbild zu sein, niemals „materiellen Komfort über die Wahrheit“ zu stellen.
Das angebliche Schweigegeld
Laut einem Bericht von Variety über ihre Beteiligung an dem Film schilderte St. Clair bereits im Juni im Podcast „Don Lemon Show“, dass ihr Musks Vermögensverwalter Jared Birchall eine Verschwiegenheitsvereinbarung vorgelegt habe. Sie zitierte eine angebliche Nachricht Musks an sie und Birchall: „Überweist Ashley 15 Millionen Dollar für ein Haus und als Rücklage.“
Wenige Tage später habe Birchall in einem zweistündigen Telefonat eine NDA zur Bedingung gemacht. Zusätzlich zum 40-Millionen-Dollar-Angebot habe es ein weiteres über 15 Millionen Dollar plus 100.000 Dollar monatlich für 20 Jahre gegeben. St. Clair sagte: „Ich würde lieber in eine Einzimmerwohnung mit beiden Kindern ziehen, als das zu unterschreiben.“
Auf die Frage, warum man ihr so viel Geld fürs Schweigen geboten habe, antwortete sie: „Wenn dir so etwas angeboten wird, fragst du dich, was deine Aussage wert ist und warum sie so viel zahlen wollen, damit du nicht sprichst.“
Weitere Vorwürfe
Bei der Pressekonferenz behauptete St. Clair zudem, Musk habe ihr vor der Geburt des gemeinsamen Sohnes Romulus per Textnachricht mitgeteilt, er wolle eine „Legion von Kindern vor dem Bürgerkrieg“. Sie warf ihm vor, auf der Plattform X gezielt Flammen zu schüren, die es in der realen Welt nicht gebe.
Die 28-Jährige hat außerdem Musks KI-Unternehmen xAI verklagt, weil der Chatbot Grok die Erstellung sexuell ausbeuterischer Deepfake-Bilder von ihr ermöglicht habe. Diese hätten ihr Demütigung und emotionalen Stress bereitet.
Chronologie der Eskalation
Die Auseinandersetzung zwischen St. Clair und Musk zieht sich über Jahre. Die wichtigsten Stationen:
Vom Kennenlernen zur Weltpremiere
- 2023Arbeit an der Doku beginnt
Alex Gibney startet die Recherche für seine Dokumentation über Elon Musk.
- 2024Geburt von Romulus
St. Clair bringt den gemeinsamen Sohn zur Welt; Musk soll ihr den Wunsch nach einer „Legion von Kindern“ mitgeteilt haben.
- Februar 2025Mutterschaft öffentlich
St. Clair macht publik, Mutter eines Sohnes von Musk zu sein, und klagt auf das alleinige Sorgerecht.
- Juni 2025NDA-Vorwurf im Podcast
In der „Don Lemon Show“ schildert sie, Birchall habe ihr eine Verschwiegenheitserklärung vorgelegt.
- 8. September 2026Weltpremiere in Venedig
Bei den Filmfestspielen spricht St. Clair erstmals öffentlich über das 40-Millionen-Dollar-Angebot.
- 16. Oktober 2026Kinostart
Die Dokumentation „Musk“ soll in die Kinos kommen.
Die Doku und ihre Macher
Regisseur Alex Gibney, Oscar-Preisträger für „Enron: The Smartest Guys in the Room“, begann die Arbeit 2023. Er schilderte in Venedig, dass viele Kritiker, Kollegen und Freunde aus Angst Interviews abgelehnt hätten. Musk selbst habe ein Gespräch verweigert und das Projekt zuvor als „Hit Piece“ bezeichnet.
Gibney nannte Musk einen „Megalomanen“ und warf ihm mangelnde Empathie vor: „Er hat große Schwierigkeiten mit Empathie, besonders mit kognitiver Empathie, also sich in andere hineinzuversetzen. Er scheint dazu unfähig zu sein.“ Der Film thematisiert Musks Aufstieg, die Übernahme von X und die angebliche Manipulation des Algorithmus.
Ein besonderes Element ist ein KI-generierter Avatar mit synthetischer Stimme, der ein Interview mit Musk simuliert – zusammengesetzt aus echten Aussagen. Die Filmemacher holten dafür rechtliche Freigabe ein. Musk selbst schrieb auf X, Gibney sei ein „Douchebag“ und voreingenommen. Erst im Juni kündigte Musk rechtliche Schritte gegen das ZDF an.
Konflikt und Folgen
Eine Stellungnahme Musks zu St. Clairs Schweigegeld-Behauptung lag zunächst nicht vor; auch auf Anfrage äußerte er sich nicht. Die beiden streiten zudem um das Sorgerecht für Romulus: St. Clair klagte im Februar 2025 auf das alleinige Sorgerecht, während Musk im Januar 2026 angab, das volle Sorgerecht anzustreben.
Musks Vermögen wird auf rund 900 Milliarden Dollar geschätzt. Der Fall zeigt, wie viel Geld im Spiel ist, wenn es um die Deutungshoheit über den reichsten Menschen der Welt geht. Ob Musk rechtlich gegen den Film oder St. Clair vorgeht, ist offen.
