Maria Furtwängler feiert 60. Geburtstag mit Demenz-‚Tatort‘ – „dankbar und wohl“
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TV-Comeback

Maria Furtwängler feiert 60. Geburtstag mit Demenz-‚Tatort‘ – „dankbar und wohl“

Am Abend ihres 60. Geburtstags ermittelt Maria Furtwängler (60) in einem Fall, der ihre Kommissarin Charlotte Lindholm an ihre Grenzen bringt: Ein an Demenz erkrankter Kollege behauptet, ein Serienmörder lebe in einem Pflegeheim. Die Schauspielerin spricht offen über ihr Alter und übt Kritik an den Sendern.

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Maria Furtwängler (60) feiert am Sonntag, 13. September 2026, ihren runden Geburtstag – und geht ausgerechnet an diesem Abend auf Sendung: Um 20:15 Uhr zeigt Das Erste ihren 33. „Tatort“-Fall „König in Gelb“. Der Film ist bereits ab Freitag, 11. September, in der ARD-Mediathek abrufbar. Die ARD bricht damit mit einer Tradition, neue Folgen erst am Sonntagabend zu zeigen.

Der Fall führt Charlotte Lindholm in ein fiktives Demenzdorf, wo ein verwirrter Kollege einen Serienmörder vermutet. Furtwängler selbst versichert, sie fühle sich heute deutlich wohler als in jungen Jahren.

Dass die ARD die Folge vorab in der Mediathek zeigt, ist ein Bruch mit der bisherigen Praxis. Der Sender begründet die verlängerte Sommerpause mit planerischen Gründen und betont, eine dauerhafte Reduzierung sei nicht vorgesehen. Ihre persönliche Haltung zum Älterwerden beschreibt Furtwängler in einem ausführlichen Geburtstagsinterview mit der Bunte als erstaunlich gelassen.

Die Termine im Überblick

  1. 13. September 1966
    Maria Furtwängler wird geboren
  2. 10. Mai 2026
    Letzter neuer „Tatort“ vor der Sommerpause
  3. 10. September 2026
    BUNTE 38/2026 mit Interview erscheint
  4. 11. September 2026
    „Tatort: König in Gelb“ in der ARD-Mediathek
  5. 13. September 2026
    60. Geburtstag und TV-Premiere um 20:15 Uhr

Der Fall: Ein dementer Zeuge gegen einen Serienmörder

Der neue „Tatort“ verschlägt Charlotte Lindholm in den fiktiven Ort Kleinhude. Dort wird in einem Demenzdorf eine Bewohnerin tot aufgefunden – zunächst deutet alles auf einen Unfall hin. Doch Hauptkommissar Matthias Vogel (Andreas Lust) behauptet, der allseits beliebte Gustav König (Thomas Thieme) habe über 20 Jahre hinweg sieben Menschen ermordet. Das Problem: Vogel leidet selbst an fortschreitender Demenz. Lindholm muss herausfinden, wie belastbar seine Erinnerungen sind. Das berichtet Focus über den Demenzfall im Tatort.

Andreas Lust bereitete sich mit Unterstützung der Hamburger Alzheimer Gesellschaft vor und sprach mit einer Selbsthilfegruppe jüngerer Demenzbetroffener. „Dieses Treffen war enorm wichtig, um das sichere Gefühl zu haben: Es ist alles wahr, was wir erzählen“, sagt er.

Es war in jedem Fall eine besondere Aufgabe und natürlich mit der Angst verbunden, ins Klischee zu gehen oder etwas zu erzeugen, was nicht der Realität entspricht.
Andreas Lust, Schauspieler

Lusts Sorge, ins Klischee zu gehen, zeigt, wie sensibel das Thema Demenz im Fernsehen behandelt wird. Furtwängler selbst betont im prisma-Interview, dass es bei Demenz nicht darum gehe, den Verlust in den Vordergrund zu stellen, sondern zu sehen, was da ist und was geht.

„Ich fühle mich dankbar und wohl – viel mehr als früher“

Für Furtwängler ist die Zahl 60 kein Grund zur Sorge. Ihre frühere Vorstellung, was 60 bedeutet, passe nicht zu ihrem heutigen Lebensgefühl: Sie empfinde eine wachsende Dankbarkeit gegenüber ihrem Körper. Dass ihr nichts wehtue und ihre Beine sie auf jeden Berg trügen, gleiche die Momente aus, in denen sie denke: „Huch, was hängt denn hier!“

Die Unsicherheiten und das Unwohlsein ihrer Jugend habe sie heute nicht mehr. Für das nächste Lebensjahrzehnt wünscht sie sich eine bessere Balance zwischen Anspannung und Weite – und mehr Zeit in der Natur, die sie als Kraftquell und Liebe bezeichnet.

Ich fühle mich dankbar und wohl – viel mehr als früher, als ich jung war.
Maria Furtwängler, Schauspielerin

Gegenüber der österreichischen Zeitschrift „Die ganze Woche“ wird sie noch deutlicher: Wenn sie in den Spiegel schaue und ihre Falten sehe, denke sie manchmal: „Cooler Alte, das sieht geil aus.“ Sie spüre eine Energie und Selbstgewissheit, die sie sexy finde.

Medizinisches Wissen und persönlicher Verlust

Furtwängler ist promovierte Ärztin, hat ein Medizinstudium abgeschlossen und einige Jahre praktiziert, ehe die Schauspielerei gewann. Ihren Doktortitel nutzt sie beruflich nicht mehr: „Das macht ja in der Schauspielerei keinen Sinn: Charlotte Lindholm, gespielt von Frau Dr. Furtwängler. Irgendwie komisch, oder?“

Ihr medizinisches Wissen bringt sie in den Demenzfall ein. Sie weiß, dass es bei einem an Demenz erkrankten Menschen vor allem darum geht, das zu stärken, was der andere noch kann. Zudem hat sie familiäre Erfahrung mit der Krankheit: Ihr Vater litt unter Demenz und starb daran.

Mein Vater litt darunter und ist letztlich daran gestorben. Man kann nur dankbar sein, wenn einem diese Erfahrung erspart bleibt.
Maria Furtwängler, Schauspielerin

Diese persönliche Betroffenheit macht ihre Darstellung glaubwürdiger. Sie betont, dass man bei Demenz nicht den Verlust in den Vordergrund stellen solle, sondern sehen müsse, was da ist, was geht, und damit arbeiten.

Kritik an den Sendern und ein Jubiläum in Sicht

Mit Bedauern sieht Furtwängler die nachlassende Bemühung der Sendeanstalten, Frauen im Fernsehen mehr Sichtbarkeit zu geben. Sie selbst habe sich zu Beginn ihrer Karriere nicht zugetraut, sich ganz auf die Schauspielerei einzulassen – auch von ihrer Mutter beeinflusst, die sich einen sicheren Beruf für sie gewünscht hatte.

An einen Abschied von ihrer Rolle denkt sie nicht: „Darüber werde ich nachdenken, wenn es soweit ist. Und das ist derzeit ganz sicher nicht der Fall“, sagt sie. Im kommenden Jahr feiert Charlotte Lindholm ihr 25-jähriges Jubiläum. Furtwängler findet, die Figur sei mit der Zeit greifbarer und menschlicher geworden.