Nur drei Originaldarsteller leben noch: Star Trek feiert 60. Geburtstag
Vor 60 Jahren startete „Star Trek“ – doch von der siebenköpfigen Originalbesetzung leben nur noch drei. Das Franchise kämpft zudem mit schwindender Beliebtheit: Zwei aktuelle Serien enden 2027.
Am 8. September 1966 flimmerte die erste Folge von „Star Trek“ über US-Bildschirme – 60 Jahre später lebt nur noch knapp die Hälfte der Originalcrew. Von den sieben Darstellern der ersten Serie sind nur noch drei am Leben: William Shatner (95), George Takei (88) und Walter Koenig (89).
Gleichzeitig steckt das Franchise in einer Krise: Die aktuellen Serien „Strange New Worlds“ und „Starfleet Academy“ sollen 2027 mit ihren finalen Staffeln enden. Zum Jubiläum feiern Fans trotzdem weltweit – mit Weltrekordversuch, Sonderbriefmarke und einer neuen Dokumentation.
Die letzten Drei der Originalbrücke
William Shatner (95) spielte Captain Kirk laut Serienstatistik in allen 79 Folgen der Originalserie. Nach dem Serienende 1969 musste er sich zunächst mit Gameshows und Werbespots über Wasser halten, ehe „Star Trek: Der Film“ 1979 seine Karriere neu belebte. Später gewann er einen Emmy für „Boston Legal“ und flog 2021 mit Blue Origin ins All – als ältester Mensch im Weltraum.
George Takei (88) diversifizierte sich stark: Er schrieb Romane und Autobiografien, engagierte sich politisch in Los Angeles und verarbeitete seine Internierung im Zweiten Weltkrieg im Musical „Allegiance“. 2005 outete er sich als schwul; 2008 heiratete er seinen Partner Brad Altman als erstes gleichgeschlechtliches Paar in West Hollywood.
Walter Koenig (89) spielte Chekov in zwei Staffeln der Originalserie und in sieben Kinofilmen. Danach hatte er eine wiederkehrende Rolle in „Babylon 5“, arbeitete als Schauspiellehrer, Regisseur und Drehbuchautor und veröffentlichte mehrere Memoiren sowie Science-Fiction-Romane.
„Wenn wir Menschen uns gegenseitig auslöschen, sind unsere Spuren in 1.000 Jahren vergessen. Ohne uns wäre die Erde wahrscheinlich besser dran. Aber „Star Trek“ setzt voraus, dass wir diese Krise überwinden – mit eben dem Wissen und der Fantasie, die sie uns überhaupt erst eingebrockt haben. Es ist ein Versprechen, dass etwas Gutes geschieht. Das ist „Star Trek“.“
William Shatner, Captain-Kirk-Darsteller
Die Verstorbenen: Nimoy, Kelley, Doohan und Nichols
Leonard Nimoy (Spock) starb 2015 mit 83 Jahren an COPD. Nach dem Serienende hatte er die erfolgreichste Karriere: 49 Folgen „Mission: Impossible“, Hauptrollen in „Anatevka“ und „Equus“, Regie bei „Star Trek III“ und „IV“. Zuletzt spielte er Spock 2013 in „Star Trek Into Darkness“.
DeForest Kelley (Dr. McCoy) starb 1999 mit 79 Jahren an Magenkrebs; James Doohan (Scotty) starb 2005 mit 85 Jahren an Lungenfibrose. Beide kehrten nach der Originalserie noch in Kinofilmen zurück – Doohan auch in einer Folge von „The Next Generation“.
Nichelle Nichols (Uhura) starb 2022 mit 89 Jahren an Herzversagen. Ihr Kuss mit William Shatner 1968 galt als Meilenstein der US-Fernsehgeschichte. Später warb sie für die NASA um weibliche und nicht-weiße Astronauten.
Jubiläum mit Weltrekord, Sonderbriefmarke und Doku
Zum 60. Geburtstag würdigen Fans das Franchise weltweit: Im Londoner Science Museum soll ein Guinness-Weltrekord für den größten gleichzeitigen vulkanischen Gruß aufgestellt werden. Die Deutsche Post gibt eine Sonderbriefmarke mit der U.S.S. Enterprise heraus – 95 Cent, Auflage 1,3 Millionen.
Paramount zeigt restaurierte 4K-Fassungen in mehr als 750 US-Kinos, und in Deutschland widmen Kabel Eins und TELE 5 dem Jubiläum Programmstrecken. Im Movie Park Bottrop finden Panels mit deutschen Synchronsprechern statt.
Am 9. Oktober 2026 startet in den US-Kinos die Dokumentation „The Sixty-Year Mission: How Star Trek Changed Television and the World“. William Shatner ist Executive Producer, an seiner Seite George Takei und Walter Koenig. Regisseur Mark A. Altman nennt den Film eine „Liebeserklärung an Star Trek“ – wie Space.com zur neuen Dokumentation berichtet.
Die Krise: Zwei Serien enden 2027
Die Originalserie wurde 1969 nach nur drei Staffeln und 79 Folgen abgesetzt, überlebte aber dank der Fans in Wiederholungen und kehrte 1979 mit dem ersten Kinofilm zurück.
Aktuell hat das Franchise laut SWR etwas an Beliebtheit verloren. Mit „Strange New Worlds“ und „Starfleet Academy“ laufen derzeit zwei Serien, die 2027 mit ihren finalen Staffeln enden sollen. Wie Yahoos Rückblick auf die Originalbesetzung zeigt, bleibt die Nostalgie zwar groß – die Zukunft ist aber ungewiss.
Die wichtigsten Stationen von 60 Jahren Star Trek
8. September 1966
Erstausstrahlung „The Man Trap“
Die erste Folge läuft beim Sender NBC in den USA.
22. November 1968
Kirk-Uhura-Kuss
„Platons Stiefkinder“ zeigt den ersten inszenierten Kuss zwischen einer schwarzen und einer weißen Person in einer regulären US-Serie.
1969
Absetzung nach drei Staffeln
Die Originalserie endet nach 79 Folgen, überlebt aber in Wiederholungen.
1979
Rückkehr mit „Star Trek: Der Film“
Die Originalbesetzung kehrt auf die große Leinwand zurück.
27. Februar 2015
Leonard Nimoy stirbt
Der Spock-Darsteller erliegt mit 83 Jahren einer COPD.
2021
William Shatner fliegt ins All
Mit Blue Origin wird er mit 90 Jahren der älteste Mensch im Weltraum.
8. September 2026
60. Jubiläum
Weltweiter „Star Trek Day“ mit Weltrekordversuch, Sonderbriefmarke und TV-Programmstrecken.