Esther Sedlaczek über Krise und Ehe: „Ich wollte auf allen Ebenen alles perfekt machen“
Bei der Goldenen Henne moderiert Esther Sedlaczek (40) erstmals mit Florian Silbereisen – und spricht nun ungewöhnlich offen über ihre Panikattacke nach der Geburt ihrer Tochter, ihren geheimen Ehemann und den Alltag mit drei Kindern.
Esther Sedlaczek (40) hat bei der Goldenen Henne in Leipzig erstmals gemeinsam mit Florian Silbereisen (45) moderiert – und spricht nun so offen wie nie über ihr Privatleben. Es geht um eine Panikattacke, die sie fast das Leben kostete, um einen geheim gehaltenen Ehemann und die Frage, wie man mit drei Kindern und einem Traumjob nicht zerbricht.
Am Freitagabend stand die ARD-Moderatorin erstmals neben Silbereisen auf der Bühne. Am Folgetag bündelte die Abendzeitung München ihre privaten Aussagen. Im Podcast „Kerners 11“ von Johannes B. Kerner (61) sagte Sedlaczek Anfang September, sie sei Mutter von drei Kindern und sehe das als absolutes Privileg.
Verheiratet ist sie seit April 2019 mit einem Münchner Geschäftsmann, dessen Namen sie nie öffentlich nennt. Das Paar hat eine Tochter (2019) und zwei Söhne (2021, 2025). Über ihren Mann sagt Sedlaczek, er habe immer die rosarote Brille auf: „Mein Mann hat immer die rosarote Brille auf. Für ihn ist alles toll, was ich mache.“ Deshalb frage sie ihn gar nicht mehr nach Feedback, Kritik finde sie hilfreicher.
Die Nacht, in der sie dachte, sie sterbe
2020, ein Jahr nach der Geburt ihrer Tochter, wachte Sedlaczek nach einer Sky-Moderation nachts mit Atemnot und Taubheitsgefühlen auf. Sie rief den Krankenwagen und kam in die Notaufnahme. Wochenlang fürchtete sie danach, die Symptome könnten zurückkehren.
Heute ist sie überzeugt, dass eine postpartale Depression dahintersteckte. Sie habe auf allen Ebenen alles perfekt machen wollen und sei aus fast jeder Sendung mit dem Gefühl rausgegangen, nicht gut genug zu sein. Geholfen hätten ihr Therapie, Sport und Yoga – und die Erkenntnis, dass es okay ist, auch mal etwas für sich selbst zu tun.
„Ich dachte, ich falle gleich um und muss sterben.“
Esther Sedlaczek, ARD-Moderatorin
Erstmals öffentlich machte Sedlaczek die Panikattacke im Sommer 2026 im „Spiegel“ – Gala fasst die Aussagen zur Panikattacke zusammen. Der Satz markiert den Tiefpunkt einer jahrelangen Überforderung – und den Wendepunkt, nach dem sie lernte, Perfektion loszulassen.
Vater Sven Martinek: Erst mit 16 am Telefon kennengelernt
Sedlaczek ist die älteste Tochter des Schauspielers Sven Martinek (62) – sein Stolz auf die Tochter ist groß –, wuchs aber bei ihrer alleinerziehenden Mutter in Berlin auf. Ihren leiblichen Vater lernte sie erst mit 16 kennen: Sie schrieb ihm einen Brief mit ihrer Telefonnummer. Eines Tages meldete sich ein Mann namens Sven.
„Ok krass, jetzt ist er am Telefon, das ist mein Papa. Das war ein total surrealer Moment“, erinnerte sie sich. Heute pflegen beide eine freundschaftliche Beziehung, doch „Papa“ nennt sie ihn nicht. Sie hat sechs Halbgeschwister.
„Er ist mein Papa, aber er ist Sven für mich.“
Esther Sedlaczek, ARD-Moderatorin
Dass Martinek nicht früher Kontakt suchte, nehme sie ihm nicht übel: Wer nicht anwesend sei im Leben des Kindes, könne nicht den Anspruch auf Kontakt haben. Die beiden stehen sich heute freundschaftlich nahe.
Drei Kinder, ein Job – kein Platz mehr für Perfektion
Mit nun drei Kindern gelinge der Alltag vor allem über Routinen. Den Übergang von einem auf zwei Kinder habe sie anstrengender empfunden als von zwei auf drei – vermutlich, weil sie gelassener und geduldiger geworden sei. Gelegentlich nehme sie die Kinder mit zur Arbeit: Wenn sie die Sportschau mache, habe sie den ganz Kleinen oft dabei.
„Ich brauche nicht mehr als das, was ich habe. Ich hab drei gesunde Kinder. Ich hab eine glückliche Familie und ich hab einen Job, auf den ich mich jeden Tag freue.“
Esther Sedlaczek, ARD-Moderatorin
Der Satz fasst ihre veränderte Haltung zusammen. Statt auf allen Ebenen perfekt sein zu wollen, zählt für Sedlaczek heute, was trägt. Ihr Mann, der stets alles toll findet, sei dabei eher der „Good Cop“ – während sie selbst abends sagt: „Schluss jetzt, es geht ins Bett!“