Billy Joel (77) hat erstmals öffentlich gemacht, dass er sich am Gehirn operieren ließ. Der Sänger lehnte den Eingriff zuerst ab. Erst als er begriff, dass die Erkrankung seinen Verstand zerstören könnte, willigte er ein.
Öffentlich wurde das Eingeständnis auf seinem eigenen Sender. Im Pop-up-Kanal „The Billy Joel Channel“ (Kanal 93), der vom 1. September bis zum 1. Oktober 2026 läuft und auch neue „BJ The DJ“-Shows zum 50. Jubiläum des Albums „Turnstiles“ sendet, sagte Joel, was bis dahin niemand wusste: Er hat sich am Kopf operieren lassen. Joels Gesundheitsupdate bei SiriusXM ist die erste öffentliche Bestätigung.
Wasser auf dem Gehirn
Bekannt war bis dahin nur die Diagnose: Normaldruckhydrozephalus, im Deutschen Altershirndruck genannt. Dabei sammelt sich Hirnflüssigkeit tief im Gehirn an und drückt auf das Organ. Der Neurologe habe ihm die Krankheit als „Wasser auf dem Gehirn“ erklärt. Sie tritt vor allem bei Menschen über 65 Jahren auf, die häufigste Behandlung ist ein operativer Eingriff.
Joel beschreibt die Symptome so: „Meine Balance war nicht gut, ich hatte das Gefühl, auf einem Boot zu sein.“ Es sei ein Schwanken wie auf einem Schiff gewesen, dazu Unsicherheit auf den Beinen – er habe nicht gewusst, warum. In einer Stellungnahme von 2025 hieß es, NPH beeinträchtige bei ihm Sehen, Hören und Balance.
Im Mai 2025 machte Joel die Diagnose publik und sagte alle geplanten Konzerte ab. Sein Team erklärte damals, die Symptome seien durch die jüngsten Auftritte verstärkt worden und hätten zu Problemen mit Hören, Sehen und Gleichgewicht geführt. Er absolviere eine spezielle Physiotherapie und solle während der Genesung nicht auftreten.
Von den ersten Warnsignalen bis zum Eingeständnis
- März 2025Sturz im Casino
Bei einem Auftritt im Mohegan Sun Casino in Connecticut stürzt Joel – ein erstes öffentliches Warnsignal.
- Mai 2025Diagnose und Absage aller Konzerte
Joel gibt den Normaldruckhydrozephalus bekannt und streicht sämtliche geplanten Auftritte.
- Januar 2026Überraschungsauftritt in Florida
Erstmals seit der Diagnose steht Joel wieder am Klavier – mit Gehstock, bei einem Coverband-Konzert. Als offizielles Comeback wird der Auftritt nicht gewertet.
- 1. September 2026Der Sender startet
„The Billy Joel Channel“ geht bei SiriusXM auf Sendung, Laufzeit bis 1. Oktober 2026.
- 9. September 2026Erstmals über die Operation
Joel bestätigt im eigenen Sender die Hirn-OP und den implantierten Shunt.
- 10. September 2026Die Meldung läuft weltweit
In Deutschland greifen dpa, FAZ, t-online und rp-online die Nachricht auf: „Billy Joel nach Hirn-OP: Ich bin okay“.
Erst ablehnen, dann zustimmen
Sein Neurologe sagte ihm, die Erkrankung könne fortschreiten, und empfahl einen Shunt – ein Röhrchen, das überschüssige Hirnflüssigkeit aus dem Schädel ableitet. Als die Ärzte ihm den Eingriff schilderten, durch den Schädel bohren und ein Röhrchen ins Gehirn schieben, lehnte Joel ab: „Ich sagte: Nein, das lasse ich lieber.“
Danach las er sich selbst ein und erfuhr, dass ein Shunt Balance und Gedächtnis verbessern kann. Sein Argument war am Ende kein medizinisches, sondern ein existenzielles: Er wollte sein Gedächtnis behalten. Genau das begründet seinen Sinneswandel.
„Ich will nicht den Verstand verlieren. Es ist schwer zu sagen, was das Alter ist und was eine Krankheit. Also habe ich zugestimmt, den Shunt zu legen.“
Der laute Job als Risikofaktor
Bemerkenswert ist, was Joel über mögliche Ursachen sagt. Seine Ärzte hätten ihm erklärt: „Mein Job, bei dem ich Rock-and-Roll-Musik sehr laut spiele, gibt mir so etwas wie eine Gehirnerschütterung jedes Mal, wenn ich ein Konzert spiele.“
Die Auftritte hätten „die Nerven in meinem Gehirn geschädigt“, sagte er weiter, mit jedem weiteren Konzert hätte er mehr Hirnzellen verlieren können. Er habe begriffen, dass er aufhören müsse. Zugleich räumte er ein, dass die Ursache von NPH medizinisch nicht gesichert ist – niemand sei sich sicher.
Bessere Balance, besseres Gedächtnis
Joels Bilanz nach dem Eingriff fällt positiv aus: „Mein Gedächtnis wurde besser, meine Balance wurde ein bisschen besser, meine Funktionsfähigkeit wurde besser.“ Der Shunt wurde ihm ins Gehirn implantiert – und er verbesserte nach seinen Worten die Lage.
Er mache Physiotherapie und folge den Anweisungen der Ärzte. Stress solle er vermeiden: „Sie wollen nicht, dass ich mich zu sehr belaste. Ich mache, was sie mir sagen, denn ich will das nicht verlieren. Also teste ich mich ständig.“
Vor allem aber wollte Joel seine Anhänger beruhigen. Seine Botschaft an die Fans lautet: „Ich bin okay. Ich will, dass Leute wissen: Macht euch keine Sorgen um mich. Ich gehe nirgendwohin. Ich bin immer noch hier.“
Ob und wann er auf die Bühne zurückkehrt, ist damit nicht beantwortet. Im Mai 2025 hatte Joel alle geplanten Konzerte abgesagt, seine zehnjährige Rekord-Residenz im Madison Square Garden war bereits im Juli 2024 zu Ende gegangen. Im Januar 2026 stand er bei einem Coverband-Konzert in Florida überraschend wieder am Klavier – mit Gehstock, ohne offizielle Comeback-Erklärung.
Ein Termin für ein reguläres Konzert fehlt bislang. Solange Joel nach eigenen Angaben „ständig“ an sich arbeitet und seine Ärzte ihm Auftritte als Risiko beschreiben, bleibt offen, ob aus der Genesung jemals wieder eine Tournee wird.
