Mit 61 Jahren steht Viola Davis auf Platz 1 einer Liste, die Hollywoods ältestes Vorurteil angreift. Die Schauspielerin führt das Ranking der „25 Most Fabulous Gen X Actresses“ an, das die AARP-Plattform Movies for Grownups am 10. September 2026 veröffentlichte. Für sie ließ AARP eigens ein digitales Cover des Magazins „AARP The Magazine“ produzieren.
Davis tritt damit gegen die Branchenregel an, die Frauen nach 40 aussortiert. Was das konkret heißt, hat sie in der Cover-Story selbst ausgeführt.
„Ich habe das Gefühl, mein Wert steigt. Es fühlt sich fabelhaft an. Ich sehe mein Alter nicht als Begrenzung oder Ähnliches.“
Der Satz fällt in einem Geschäft, in dem Schauspielerinnen ab 40 kaum noch Angebote bekommen. Davis beschreibt den Moment, in dem Frauen das Gefühl haben, aus dem Bild zu fallen: „Wenn du nach Hollywood kommst, haben Frauen über 40 und dann über 50 das Gefühl, einfach zu verschwinden und von einer Klippe zu fallen. Als wärst du unsichtbar. Es ist schön zu wissen, dass das nicht stimmt.“
Ein digitales Cover für Platz eins
Über die Vergabe entschied laut AARP-Pressemitteilung ein Kriterienkatalog: Qualität und Ambition der aktuellen Arbeiten, Preis-Anerkennung, kulturelle Resonanz und die Fähigkeit, Publikum über Jahrzehnte zu binden. Ausgezeichnet wurden Frauen, die zwischen 1965 und 1980 geboren sind und heute zwischen 45 und 61 Jahre alt sind.
Zuerst berichtete das People-Magazin über das Interview. Deutschsprachig wurde der Vorgang am 11. September 2026 mit dem Bericht über Davis' Älterwerden als fabelhaft bekannt. Die Auswahl samt Porträts aller 25 Frauen steht in der AARP-Liste der 25 Gen-X-Schauspielerinnen.
Von der Armut zur EGOT-Gewinnerin
Die AARP-Strecke zeichnet den Weg nach, der Davis von der Armut nach oben geführt hat: eines von sechs Kindern, aufgewachsen in verurteilten, von Ratten befallenen Wohnungen, Essen aus Mülltonnen. In der Cover-Story sagt sie: „Ich bin in bitterer Armut aufgewachsen. Es gab keine Anzeichen von Größe in meinem Leben. Also musste ich Magie haben.“
Diese Herkunft nennt Davis die Quelle ihrer Widerstandskraft: Die schlechten Erinnerungen seien nicht da gewesen, um sie zu lähmen, sondern um herauszufordern, was schon in ihr steckte. Vorbild war als Kind Cicely Tyson in „The Autobiography of Miss Jane Pittman“. Über die Frauen, die sie spielt, sagt sie, Aufgabe von Künstlern sei es, sich so weit in die Wahrheit zu lehnen, wie man es aushält, ohne zu urteilen.
Viola Davis' Weg zur EGOT-Gewinnerin
- 2008Erste Oscar-Nominierung
Für acht Filmminuten als gequälte Mutter in „Doubt“ wird Davis nominiert – ihr Gegenüber: Meryl Streep.
- 2015Emmy als erste Schwarze Hauptdarstellerin einer Dramaserie
Ausgezeichnet für die Rolle der Annalise Keating in „How to Get Away With Murder“.
- 2017Oscar für „Fences“
Als beste Nebendarstellerin – damit ist Davis die erste Schwarze Künstlerin mit der schauspielerischen Triple Crown aus Oscar, Emmy und Tony.
- 2022Memoiren „Finding Me“ erscheinen
Das Buch wird ein Bestseller.
- 2023Grammy für das Hörbuch
Der Grammy vervollständigt ihren EGOT.
- 10. September 2026Platz 1 der AARP-Liste
Movies for Grownups kürt Davis zur fabulösesten Gen-X-Schauspielerin und produziert ein digitales Cover.
Top 5: zwischen 51 und 61 Jahren
Hinter Davis folgen auf den Plätzen 2 bis 5 Charlize Theron, Halle Berry, Penélope Cruz und Drew Barrymore. Danach kommen Jessica Chastain (6), Amy Poehler (7) sowie Nicole Kidman, Rachel Weisz und Lucy Liu (Ränge 8 bis 10). Weitere Genannte sind Gwyneth Paltrow, Jennifer Lopez, Cate Blanchett, Naomi Watts, Salma Hayek, Regina King und Reese Witherspoon.
Alter der Top 5 im AARP-Ranking
Die fünf ersten Plätze der „25 Most Fabulous Gen X Actresses“
Auch die anderen Geehrten widersprechen dem Auslaufdatum. Halle Berry sagt über die Erwartung, Frauen verlören mit einer bestimmten Zahl an Wert: „Ich glaube das Gegenteil … Die Gesellschaft sollte uns, wenn wir älter werden, als Juwelen betrachten. Denn je älter Frauen werden, desto formidabler sind wir.“ Drew Barrymore sagt, sie habe keine Probleme mit dem Älterwerden: „Ich war noch nie so glücklich in meinem Leben.“
Die Liste ist auch eine Bilanz wirtschaftlicher Macht. AARP rechnet vor, dass diese Generation von Schauspielerinnen eigene Produktionsfirmen gegründet und Rechte durchgesetzt hat: Reese Witherspoon, Nicole Kidman und Viola Davis entwickelten eigene Projekte, andere stritten für gleiche Bezahlung.
Der nächste Film ist ein Thriller
Ihren 61. Geburtstag am 11. August 2026 hat Davis laut US-Berichten in Puerto Vallarta gefeiert. Ehemann Julius Tennon und Tochter Genesis organisierten Dekoration, Musik und Kuchen; in einem Instagram-Post nannte Davis ihr Leben „überreich“ und dankte Familie, Freunden, dem Haus Casa Nahui, der Stadt und lokalen Künstlern.
Angekündigt ist als Nächstes der Thriller „Ascent“: Davis produziert ihn und spielt darin eine „corporate fixer“, laut AARP „so etwas wie James Bond trifft Network“. Außerdem gehört sie zum Ensemble von „Children of Blood and Bone“ unter Regie von Gina Prince-Bythewood, für den Paramount den US-Kinostart am 15. Januar 2027 angesetzt hat.
Ob daraus mehr wird als ein digitales Cover, entscheidet nicht die Liste, sondern das Kinopublikum. Der nächste Beleg kommt im Januar 2027: Dann läuft „Children of Blood and Bone“ in den USA an, mit Davis in einer der Hauptrollen.
