Natalia Wörner (59) bleibt die Diplomatin – doch Karla Lorenz hat in Rom nur noch rund ein Jahr. Am Samstag, 29. August 2026, lief um 20:15 Uhr im Ersten die neunte Folge der ARD-Reihe: „Die Diplomatin in Rom – Gefährliche Lügen“. In der ARD-Mediathek war der Film bereits ab dem 27. August abrufbar.
Die Kritik fiel gemischt aus. Die Rezension der neuen Folge bei film-rezensionen.de vergab 4,7 von 10 Punkten. Lob gab es für das „reizvolle Setting“ mit fast abenteuerlicher Atmosphäre sowie für das Thema Archäologie und kulturelle Identität.
Bemängelt wurde dagegen, der Film „verzettelt“ sich in zu vielen Strängen und sei „nie so wirklich spannend“. Leserkommentare kritisierten zudem die Glaubwürdigkeit der Botschafts-Darstellung.
Zehn Jahre Karla Lorenz – von Tunis nach Rom
Die Reihe startete am 30. April 2016 mit „Die Diplomatin – Das Botschaftsattentat“; Wörner spielt die Titelrolle damit im zehnten Jahr. Produziert wird die Reihe von UFA Fiction im Auftrag der ARD Degeto Film.
Nach Einsätzen in Tunis, Manila, Prag und St. Petersburg ist die Figur in Rom angekommen. Seit dem achten Film „Die Diplomatin in Rom – Tod einer Nonne“, erstausgestrahlt am 23. August 2025, trägt die Reihe den Zusatz „in Rom“.
Regie führte Anna-Katharina Maier nach einem Drehbuch von Christian Schnalke, die Kamera verantwortete Josef Mittendorfer, die Musik Chris Bremus. Laut UFA Fiction trug der neunte Teil während der Produktion den Arbeitstitel „Raubgräber“; gedreht wurde bis Oktober 2025 in Rom.
Von der ersten Ermittlung bis zur neunten Folge
- 30. April 2016Start der Reihe
„Die Diplomatin – Das Botschaftsattentat“ läuft im Ersten; Wörner spielt erstmals Karla Lorenz.
- 23. September 2023Wechsel nach Rom
„Die Diplomatin – Vermisst in Rom“: Die Figur ermittelt erstmals in der italienischen Hauptstadt.
- 23. August 2025Rom steht im Titel
Der achte Film „Tod einer Nonne“ läuft; die Reihe trägt seither den Zusatz „in Rom“.
- Oktober 2025Drehschluss in Rom
Die Arbeiten am neunten Film mit dem Arbeitstitel „Raubgräber“ werden abgeschlossen.
- 25. August 2026Bericht zum Jubiläum
Ein dpa-Bericht über zehn Jahre „Die Diplomatin“ erscheint unter anderem in der Borkener Zeitung.
- 27. August 2026Start in der Mediathek
„Die Diplomatin in Rom – Gefährliche Lügen“ ist in der ARD-Mediathek abrufbar.
- 29. August 2026Erstausstrahlung
Das Erste zeigt die neunte Folge um 20:15 Uhr.
Der Fall: verschwundene Archäologin, ein Mord am Grabungsort
Inhaltlich dreht sich „Gefährliche Lügen“ um einen archäologischen Sensationsfund. Die schwangere deutsche Archäologin Simone Fechter (Luisa Gaffron) sucht Schutz in der deutschen Botschaft, weil sie sich verfolgt fühlt; ihr Doktorvater und Ausgrabungsleiter Thilo Kräutner (Daniel Christensen) ist verschwunden.
Karla Lorenz sieht zunächst keine Möglichkeit, sie aufzunehmen – wenig später verschwindet Simone selbst, offenbar unfreiwillig, in einem schwarzen Kleinbus. Parallel ermittelt Commissario Ricarda Motte (Clelia Sarto) im Mord an einem einheimischen Grabungshelfer, ausgerechnet an derselben Grabungsstätte.
Kriegerfigur, Darknet und ein Abkommen in Berlin
Im Zentrum steht der Fund einer etruskischen Kriegerfigur aus vorrömischer Zeit, die auf dem Schwarzmarkt horrende Preise erzielen könnte. Es geht um Hehlerei und Raubgut; der neue Kulturattaché Florian Martin (Langston Uibel) recherchiert dafür im Darknet – in der UFA-Übersicht wird dieselbe Figur abweichend als „Florian Simmel“ geführt.
Dr. Stefan Meier (Juergen Maurer), Leiter des Deutschen Archäologischen Instituts, gerät unter Druck. Dr. Richard Zenk (Max von Pufendorf) reist aus Berlin an, weil im Hintergrund über ein europäisches Kulturgüterabkommen verhandelt wird.
Karlas Lebenspartner Jan Horava (Alexander Beyer) hat ein Geheimnis. Die Suche nach Simone führt tief unter die Straßen Roms in die Katakomben.
Wörner über das Älterwerden
Begleitet wurde der Start von einem Gespräch, das Wörner der „Berliner Morgenpost“ gab (Autor Rüdiger Sturm) und das die Zusammenfassung des Gesprächs bei t-online am 11. September 2026 aufgriff. Tenor: Wörner nimmt ihren bevorstehenden 60. Geburtstag gelassen; der Zeitung zufolge steht er „im kommenden Jahr“ an.
„Ich wehre mich dagegen, alles nur schrecklich zu finden und zu sagen: „Um Gottes willen, das Alter““
Als junge Frau habe sie mit diesem Lebensabschnitt eine Vorstellung verbunden, die überhaupt nicht zu ihrem heutigen Empfinden passe, sagte Wörner. Sie habe zudem erklärt, wir müssten alle lernen, in Würde älter zu werden – was das genau bedeute, müsse jeder für sich selbst bestimmen.
Pompeji, Rom und der nächste Schauplatz
Die Dreharbeiten führten Wörner nach eigenen Angaben an Ausgrabungsstätten in und um Rom sowie ins Pantheon; anschließend sei sie erstmals nach Pompeji gefahren. Die „Berliner Morgenpost“ überschreibt ihr Interview mit „Auf ein Grab gestoßen“ – Wörner habe eigentlich Archäologin werden wollen.
Das Thema Archäologie habe sie dabei wiederentdeckt: Schon als Kind habe sie eine Archäologie-Phase gehabt und selbst gegraben. Rom beschreibt sie als inspirierend, aber auch als anstrengend – Touristenmassen und Hitze während der Dreharbeiten hätten es schwer gemacht, einen inneren Rhythmus zu finden.
Ein Ausstieg Wörners ist nicht angekündigt, wohl aber ein Ortswechsel der Figur. In einem MDR-Interview erklärte sie, Karla Lorenz bleibe noch etwa ein Jahr in Rom, danach stehe ein neuer Schauplatz an. Wohin es gehen soll, ist offen.
Wenn sie entscheiden dürfte, würde Wörner die Diplomatin nach Großbritannien oder in die USA schicken – nach Washington oder New York. Das sei spannend, als Drehort für eine TV-Produktion aber vermutlich unbezahlbar. Bei der Entscheidung spielten nicht nur inhaltliche, sondern auch logistische und vor allem finanzielle Aspekte eine Rolle.
