Märtha Louise verzichtet bei Haralds Beisetzung auf Staatsjuwelen
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Trauerschmuck

Märtha Louise verzichtet bei Haralds Beisetzung auf Staatsjuwelen

Beim Staatsbegräbnis von König Harald V. erschien Prinzessin Märtha Louise (54) mit einem privaten Familienerbstück statt protokollarischer Staatsjuwelen: einer fünfsträngigen Perlenkette, die der Überlieferung nach von Großvater Olav V. stammt. Belegen lässt sich das bis heute nicht.

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Sie trug keine Staatsjuwelen, sondern ein persönliches Familienerbstück – dessen Herkunft bis heute niemand belegen kann. Prinzessin Märtha Louise (54) erschien beim Staatsbegräbnis ihres Vaters mit einer fünfsträngigen Perlenkette, die der Überlieferung nach ein Geschenk ihres Großvaters König Olav V. zur Konfirmation 1986 ist.

Am Mittwoch, dem 9. September 2026, verabschiedete sich Norwegen um 13 Uhr im Osloer Dom von König Harald V. (89), der am 28. August gestorben war. Sein Sohn besiegelte die Nachfolge auf dem norwegischen Thron bereits am 1. September mit dem Eid vor dem Storting.

Der Sarg war zuvor in einem Trauerzug vom Königspalast zur Domkirche gebracht worden; nach dem Gottesdienst wurde er in das königliche Mausoleum auf der Festung Akershus überführt. Hinter dem Sarg schritten König Haakon VIII. (53), Kronprinzessin Ingrid Alexandra, Prinz Sverre Magnus und Märtha Louise.

Dass ausgerechnet deren Schmuck zum Streitthema wurde, hat einen Grund: Märtha Louise hatte 2022 ihre royalen Pflichten abgegeben und steht in Norwegen wegen der kommerziellen Nutzung ihres Prinzessinnentitels seit Jahren in der Kritik. Bei der Beisetzung ihres Vaters trug sie kein protokollarisches Staatsjuwel, sondern ein privates Erbstück.

Was sich über die Kette sagen lässt

Internationale Schmuck- und Royalmedien beschreiben das Stück genauer: eine fünfsträngige Choker-Perlenkette, die von einer antiken Diamant-Perlen-Schließe gehalten wird. Dazu trug Märtha Louise übergroße Perlen-Ohrknöpfe und einen Trauerschleier, auf der linken Brustseite den königlichen Hausorden mit dem Porträt ihres Vaters.

Anzahl der Perlenstränge bei den weiblichen Trauergästen

Beschreibungen der bei der Beisetzung getragenen Perlenketten

Quelle: The Court Jeweller / Something About Rocks, September 2026

Belegt ist, dass sie die Kette trug und dass sie seit Jahrzehnten zu ihrem Besitz gehört. Die Deutung als Konfirmationsgeschenk König Olavs V. stammt dagegen aus zweiter Hand – vom Blog „Royal Watcher“ – und wird auch in Dagbladets Spur der Perlenkette bis ins Jahr 1986 ausdrücklich nur als wahrscheinlich bezeichnet, nicht als bestätigt.

Warum Perlen Tränen bedeuten

Die Kette von 1986 fügt sich in eine ältere Tradition der europäischen Höfe: Perlen gelten seit dem 19. Jahrhundert als Trauerschmuck, weil sie Tränen symbolisieren. Ihren Ausgangspunkt hat die Konvention in der Trauerzeit von Queen Victoria nach dem Tod ihres Mannes Prinz Albert im Jahr 1861; seither gelten farblose Steine wie Perlen und Diamanten als angemessen, farbige Edelsteine als unpassend.

Die Königshaus-Expertin Caroline Vagle erklärt gegenüber dem norwegischen Blatt Se og Hør, warum Perlen in der Trauer eine eigene Bedeutung haben – eine Begründung, die an diesem Tag für fast alle Gäste galt:

Es ist eine alte königliche Tradition, Perlen als Trauerschmuck zu tragen. Nicht alle wissen, dass die Perlen angeblich Tränen symbolisieren – und deshalb haben sie eine ganz eigene Bedeutung, wenn sie in Trauer getragen werden.
Caroline Vagle, Königshaus-Expertin, Se og Hør

Märtha Louise war damit nicht allein: Fast alle weiblichen Mitglieder der versammelten Königshäuser – aus Norwegen, Schweden, Dänemark, den Niederlanden, Belgien, Spanien, Luxemburg, Monaco, Liechtenstein, Jordanien und Japan – trugen Perlen oder Diamanten. Königin Sonja erschien mit einer mehrfach um den Hals gelegten Perlenkette, Trauerschleier und Hausorden, Königin Mette-Marit mit einer dreisträngigen Kette mit Diamantverschluss.

Kronprinzessin Ingrid Alexandra trug eine einzelne Perlenreihe mit einem herzförmigen Diamantanhänger mit Rubin, ein Christgeschenk ihrer Großmutter Sonja aus dem Jahr 2004. Spanien vertrat Königin Letizia mit der historischen Kette aus 37 russischen Perlen aus dem Besitz von Königin Victoria Eugenia.

Schwedens Kronprinzessin Victoria, Haralds Patentochter, trug zur gelesenen Fürbitte eine antike herzförmige Trauerbrosche, die sie von Harald selbst geschenkt bekommen hatte.

Der Tag des Abschieds

Die Beisetzung wurde zum Abschied mit enormer öffentlicher Anteilnahme: Mehr als 100.000 Menschen säumten laut dem Bericht über den Trauerzug durch Oslo die Straßen.

Neben Märtha Louise kämpften mehrere Angehörige mit den Tränen, darunter Königin Sonja, Königin Mette-Marit und Kronprinzessin Ingrid Alexandra. Ministerpräsident Jonas Gahr Støre sagte in der Trauerrede, Harald habe „Norwegen größer gemacht“ und von einem „Wir“ gesprochen, in dem jeder Verantwortung für die Gemeinschaft trägt.

Storting-Präsident Masud Gharahkhani hob hervor, der König sei den Menschen auch in Gummistiefeln begegnet.

Von Queen Victorias Trauer bis zum Staatsbegräbnis

  1. 1861
    Perlen werden zum Trauersymbol

    Nach dem Tod von Prinz Albert beginnt Queen Victorias jahrzehntelange Trauer; Perlen etablieren sich als Symbol für Tränen.

  2. 1986
    Märtha Louises Konfirmation

    Der Überlieferung nach erhält sie von Großvater König Olav V. die Perlenkette.

  3. 17. Januar 1991
    König Olav V. stirbt

    Ende der 33-jährigen Regentschaft des Königs, der die Kette geschenkt haben soll.

  4. 28. August 2026
    König Harald V. stirbt mit 89 Jahren

    Er stirbt um 06:35 Uhr; Haakon folgt ihm als Haakon VIII. auf den Thron.

  5. 9. September 2026
    Staatsbegräbnis im Osloer Dom

    Um 13 Uhr beginnt der Gottesdienst; Märtha Louise trägt die Perlenkette.

Unter den internationalen Trauergästen waren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Prinz William, der König Charles in Oslo vertrat. Beigesetzt wurde Harald V. im königlichen Mausoleum bei seinen Eltern und Großeltern.

Der Titel bleibt umstritten

Märtha Louise hat 2022 ihre royalen Pflichten abgegeben, führt ihren Prinzessinnentitel aber weiter und nutzt ihn kommerziell; in Norwegen ist das seit Jahren umstritten. Bei der Beisetzung ihres Vaters stand damit neben der Trauer auch die Frage, welche Rolle sie im Königshaus künftig spielt.

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Offen bleibt, woher die Kette wirklich stammt: Eine offizielle Bestätigung, dass König Olav V. sie 1986 zur Konfirmation schenkte, gibt es bis heute nicht. Belegen lässt sich nur, dass Märtha Louise bereits im Konfirmationsjahr mit dem Schmuck fotografiert wurde und ihn seither bei mehreren royalen Anlässen trug.