Céline Dion feiert Comeback in Paris – und weint beim ersten Song
Bild: KI-generiert
Stiff-Person-Syndrom

Céline Dion feiert Comeback in Paris – und weint beim ersten Song

Nach sechs Jahren steht Céline Dion wieder auf der Bühne – und verliert beim ersten Lied die Fassung. Hinter dem Comeback steht ein jahrelanger Kampf gegen eine unheilbare Krankheit, für den sich mehr als neun Millionen Menschen um Tickets bewarben.

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Céline Dion (58) hat am Samstagabend nach sechs Jahren erstmals wieder ein volles Konzert gespielt – und schon beim ersten Song die Fassung verloren. Vor rund 30.000 Menschen in der ausverkauften Plenitude Arena im Pariser Vorort Nanterre wischte sich die Sängerin Tränen aus dem Gesicht und musste kurz innehalten.

Eröffnet hat sie mit der französischsprachigen Ballade „On ne change pas“ („Man ändert sich nicht“), danach folgte „Destin“. Als der erste Song endete, skandierten die Fans ihren Namen und feierten die Rückkehr, wie France 24 über das Comeback in Paris berichtet. Dion, im schwarzen Kleid und mit zum Dutt gebundenen Haaren, wirkte sichtlich überwältigt.

Die Plenitude Arena, früher Paris La Défense Arena, gilt als größte Indoor-Arena Europas; zur Eröffnung wurden mehr als 33.000 Menschen erwartet, die Mehrheit Frauen. Bis zu 60 Prozent der Setlist sollten aus ihrem französischen Repertoire stammen, darunter Songs von Jean-Jacques Goldman wie „Pour que tu m'aimes encore“. Im Programm standen auch „Because You Loved Me“, „Power of Love“ und die „Titanic“-Ballade „My Heart Will Go On“.

Ein Versprechen, das sie nicht halten konnte

Dion hatte sich vorgenommen, an diesem Abend nicht zu weinen. „Ich hatte mir versprochen, nicht zu weinen“, sagte sie in den ersten Minuten – und gab den Bruch des Vorsatzes sofort zu, wie WELT über die Tränen beim ersten Song berichtet.

Ich halte meine Versprechen nicht. Aber ich bin so glücklich, euch alle zu sehen. Ich habe euch vermisst. Ich werde singen wie Sie, ohne zu weinen.
Céline Dion, Sängerin

Der Satz ist mehr als Lampenfieber: Er benennt die Zweifel, die ihre Rückkehr begleitet haben. „Ich habe daran geglaubt“, sagte sie, als die Fans ihren Namen riefen. Später rief sie ins Publikum: „Endlich – es ist großartig, dass wir alle zusammen sind.“ Und sie begriff den Abend als eingelöstes Versprechen: „Ich habe ein Versprechen gegeben, zurückzukommen, wieder auf der Bühne zu stehen. Hier bin ich also, ich singe für euch und ich singe für mich, ich singe live!“

Ein Syndrom, das Stimme und Bewegung angreift

Hinter dem Comeback steht ein jahrelanger Kampf gegen eine seltene, unheilbare Autoimmunerkrankung. Im Dezember 2022 machte Dion öffentlich, dass sie am Stiff-Person-Syndrom (SPS) leidet. Die Erkrankung verursacht schwere Muskelsteifheit und schmerzhafte Spasmen; Dion beschrieb sie so, als werde sie gewürgt. Die Krämpfe hätten ihr sogar Rippenbrüche zugefügt.

SPS kann das Gehen erschweren und die Stimme so beeinträchtigen, dass Singen unmöglich wird. Ob Dion reisen oder auftreten konnte, hing deshalb zuletzt von ihrer Tagesform ab. Ihre letzte Tournee war 2020 durch die Corona-Pandemie unterbrochen worden; 2024 war sie bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Paris zu sehen, wo sie auf dem Eiffelturm Edith Piafs „Hymne à l'amour“ sang.

Vor den Fans in Nanterre machte sie aus diesem Weg kein Geheimnis: „Der Weg war steiniger als erwartet. Aber ich habe mich an einem schwachen Lichtstrahl in der Ferne festgehalten, tief in den Bergen.“ An anderer Stelle sagte sie, die Strecke sei „länger als erwartet“ gewesen, „mit ungeplanten Zwischenstopps“.

Von der Diagnose zur ausverkauften Arena

Die Rückkehr war lange vorbereitet. Am 30. März 2026, ihrem 58. Geburtstag, kündigte Dion in einer unter dem Eiffelturm gedrehten Videobotschaft ihre ersten Live-Auftritte seit Jahren an. Sie fühle sich „stark, aufgeregt und dankbar“, sagte sie, und nannte die Residenz das „beste Geburtstagsgeschenk“, das sie sich vorstellen könne. Der Eiffelturm war zu Ehren des Tages mit einer Lichtshow zu ihren Hits beleuchtet.

Die Residenz umfasst nach Angaben der internationalen Berichterstattung 26 Konzerte: 16 im September und Oktober 2026 sowie zehn weitere im Mai 2027. Die österreichische Berichterstattung nennt abweichend 27 Konzerte. Produziert wird die Residenz von Concerts West, AEG Presents und Inter Concerts, Kreativdirektor ist Willo Perron.

Von der Diagnose bis zum Finale 2027

  1. Dezember 2022
    Diagnose Stiff-Person-Syndrom

    Dion macht öffentlich, dass sie an der seltenen, unheilbaren Autoimmunerkrankung leidet.

  2. 26. Juli 2024
    Olympia-Auftritt auf dem Eiffelturm

    Zur Eröffnung der Spiele in Paris singt sie Edith Piafs „Hymne à l'amour“.

  3. 2024
    Dokumentation „I Am: Celine Dion“

    Der Film von Irene Taylor zeigt ihren Kampf gegen die Krankheit; viele Fans geben die Hoffnung auf eine Rückkehr auf.

  4. 30. März 2026
    Ankündigung der Paris-Residenz

    An ihrem 58. Geburtstag kündigt sie die Konzerte in einer Videobotschaft unter dem Eiffelturm an.

  5. 10. April 2026
    Alle 16 Shows ausverkauft

    Mehr als 480.000 Tickets sind binnen weniger Stunden verkauft.

  6. 12. September 2026
    Comeback in Nanterre

    Vor rund 30.000 Fans eröffnet Dion die Residenz mit „On ne change pas“.

  7. 29. Mai 2027
    Geplantes Finale

    Der letzte Termin der Paris-Residenz.

Neun Millionen bewarben sich um 480.000 Tickets

Mehr als neun Millionen Menschen nahmen an einer Lotterie für den Vorverkauf teil. Der Vorverkauf startete am 7. April, der reguläre Verkauf am 10. April; wegen der Nachfrage kamen am 7. April sechs Zusatztermine hinzu, im Juni zehn weitere Konzerte für Mai 2027. Alle Shows der ersten Phase – mehr als 480.000 Tickets – waren binnen weniger Stunden ausverkauft.

Der Andrang auf Céline Dions Paris-Konzerte

Registrierungen für den Vorverkauf, verkaufte Tickets der ersten 16 Shows und Besucher beim Eröffnungsabend im Vergleich

Quelle: Angaben der internationalen Berichterstattung, September 2026

Nicht jeder Fan kommt tatsächlich in die Arena. Zum Vorverkaufsstart im April entstanden nach Angaben des Sicherheitsunternehmens Group-IB mehr als 200 betrügerische Websites und Social-Media-Accounts mit gefälschten Tickets; einige Käufer könnten am Einlass abgewiesen werden.

Paris feiert mit

Paris bereitete Dion einen aufwendigen Empfang: Tage vor dem Konzert fanden Kostümwettbewerbe, Karaoke-Partys und Tribut-Kreuzfahrten auf der Seine statt. Am Freitag stieg der olympische Ballon über dem Tuilerien-Garten auf – eine Anspielung auf ihren Überraschungsauftritt am Eiffelturm 2024. Der Vorortbahnhof, der die Arena anbindet, wurde vorübergehend in „Céline“ umbenannt.

Seit ihrer Ankunft in Paris zwei Wochen zuvor campierten Fans hinter Absperrungen vor dem Luxushotel Royal Monceau nahe dem Arc de Triomphe. Dion trat regelmäßig heraus, um sie zu begrüßen, sang a cappella mit ihnen und tanzte, teils bis in die frühen Morgenstunden. Am Freitag kamen Hunderte zu einem kostenlosen Mitsing-Event im Nordosten der Stadt zusammen; unter den Fans waren Menschen aus aller Welt, auch aus Deutschland, Österreich und von der französischen Insel Tahiti.

Eine Milliarde Euro – und ein Finale im Mai 2027

Die Residenz wird als Wirtschaftsfaktor für Frankreich gehandelt. Das französische Radio Europe 1 bezifferte den möglichen Effekt auf rund eine Milliarde Euro – viermal so viel wie Beyoncés Paris-Konzerte im Juni 2025 und etwa ein Fünftel dessen, was die Olympischen Spiele 2024 in Paris insgesamt brachten. Die Zeitung Libération widmete dem Ereignis ihre Wochenend-Titelseite mit der Frage, ob Céline Dion „das Budget 2027 retten“ könne.

Die Residenz läuft bis zum 29. Mai 2027. Mit rund 200 bis 260 Millionen verkauften Alben gehört Dion zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Generation – die Angaben der Quellen schwanken zwischen „mehr als 200 Millionen“ und „rund 260 Millionen“. Ob sie alle 26 Abende gesundheitlich durchsteht, entscheidet ihre Tagesform: Der Krankheit wegen hing zuletzt jeder Auftritt davon ab, wie ihr Körper an diesem Tag mitspielte.

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