KJ Biermann (15) kämpft gegen Prozess als Erwachsener
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Jugendstrafrecht

KJ Biermann (15) kämpft gegen Prozess als Erwachsener

Kroy „KJ“ Biermann Jr. (15) soll nach dem Willen der Staatsanwaltschaft als Erwachsener vor Gericht – bei einer Verurteilung droht ihm in Georgia lebenslange Haft. Seine Verteidigung beantragt die Verweisung an das Jugendgericht.

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Seit dem 17. August 2026 sitzt Kroy „KJ“ Biermann Jr. (15) in Haft – und die Staatsanwaltschaft in Fulton County will den Sohn von Kim Zolciak (48) und des früheren Atlanta-Falcons-Spielers Kroy Biermann (40) wie einen Erwachsenen vor Gericht stellen. Bei einer Verurteilung drohen ihm nach dem Recht von Georgia lebenslange Haft oder mindestens 25 Jahre Gefängnis plus lebenslange Bewährung.

Am 3. September 2026 erhob eine Grand Jury in Fulton County Anklage in sieben Punkten: aggravated child molestation, aggravated sodomy, aggravated sexual battery, false imprisonment sowie drei Fälle von sexual battery gegen ein Kind unter 16 Jahren. Eine Anklage ist keine Schuldfeststellung – sie bedeutet, dass die Jury ausreichende Gründe für eine Fortsetzung des Verfahrens sah.

Die für Dienstag, den 8. September 2026, angesetzte Anhörung wurde überraschend abgesagt. Verteidiger Jason Sheffield erklärte, dafür sei die wenige Tage zuvor eingereichte Anklage verantwortlich; künftig wird ein anderer Richter den Fall führen. Der neue Termin wurde auf den 11. September 2026 gelegt.

Erwachsenenkonsequenzen machen aus einem Kind keinen Erwachsenen.
Jason Sheffield, Verteidiger von KJ Biermann

Der Streit um das Jugendgericht

Am 8. September reichte die Verteidigung beim Fulton County Superior Court einen Antrag auf Verweisung an das Jugendgericht und vertrauliche Verfahrensführung ein. Dort würde KJ nicht als Erwachsener verfolgt und müsste im Fall einer Verurteilung mildere Konsequenzen erwarten. Sheffield verweist auf Alter, Reife und Resozialisierungsperspektive seines Mandanten – er sei zum Zeitpunkt des angeblichen Vorfalls 14 Jahre alt gewesen.

Die Zuständigkeit des Superior Court hat einen Grund im Recht von Georgia: Bei bestimmten schweren Delikten von Beschuldigten zwischen 13 und 17 Jahren liegt sie originär dort – aggravated sodomy, aggravated child molestation und aggravated sexual battery fallen darunter. KJ ist also nicht allein wegen seines Alters automatisch vor dem Jugendgericht.

Ein Richter kann das Verfahren nach der Anklage aber noch abgeben. Er darf dabei Alter und Reife des Beschuldigten, die Schwere des Vorwurfs, die Folgen für das mutmaßliche Opfer, eine mögliche Vorgeschichte, die öffentliche Sicherheit und die Aussichten einer Resozialisierung im Jugendstrafrecht abwägen.

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Der Vorwurf im Fitnessstudio

Die Anklage geht auf eine Begegnung am 23. April 2026 in einem Life Time Fitness in Alpharetta (Georgia) zurück. Eine damals ebenfalls 15 Jahre alte Mitschülerin wirft KJ vor, sie im Umkleidebereich auf dem Weg zu einer gemischten Sauna sexuell angegriffen zu haben. Er soll sich ihr mehrfach genähert und versucht haben, ihr die Hose herunterzuziehen, obwohl sie „nein“ sagte.

Sie beschuldigt ihn zudem, sie zum Oralsex gezwungen und digital penetriert zu haben. Nach ihren Angaben erzählte sie erst am nächsten Tag davon – nachdem sie in der Schule auf KJs Freundin getroffen, in Panik geraten und zu einem Starbucks gefahren sei, von wo sie ihre Familie kontaktierte.

Am 24. April 2026 wurde das Mädchen im North Fulton Hospital untersucht. Laut Polizeibericht fand sich weder in ihrem Mund noch in ihrer Vagina männliche DNA – ein Befund, der die Schuldfrage nicht abschließend klärt. Aus den Unterlagen geht zudem hervor, dass KJ an jenem Tag nicht im Fitnessstudio eingecheckt war, aber auf Überwachungskameras zu sehen ist.

Die Polizei nahm am 14. Mai 2026 erstmals Kontakt zu Kroy Biermann auf und sprach vier Tage später mit ihm; der frühere NFL-Profi erklärte, er werde mit Zolciak besprechen, ob die Beamten mit ihrem Sohn reden dürften.

Zolciak bestreitet die Vorwürfe öffentlich als „nichts weniger als leichtfertig und zutiefst beunruhigend“ und verlangt, dass jede Anschuldigung ernst genommen und anhand von Fakten geprüft wird: „Gleichzeitig sollte niemand allein aufgrund einer Anschuldigung öffentlich verurteilt werden.“ Sie verweist auf einen bestandenen Lügendetektortest ihres Sohnes und darauf, dass keine DNA von ihm gefunden wurde.

Stationen des Verfahrens

Zwischen dem ersten Vorwurf und dem angesetzten Arraignment liegen fast sechs Monate. Vom angeblichen Vorfall im April über die Festnahme im August bis zur Anklage Anfang September zog sich das Verfahren Schritt für Schritt hin.

Von der Anzeige zur Anklage

  1. 23. April 2026
    Angeblicher Angriff im Fitnessstudio

    Eine 15-jährige Mitschülerin wirft KJ Biermann einen sexuellen Übergriff im Umkleidebereich eines Life Time Fitness in Alpharetta vor.

  2. 24. April 2026
    Untersuchung im Krankenhaus

    Im North Fulton Hospital wird laut Polizeibericht keine männliche DNA in Mund oder Vagina des Mädchens gefunden.

  3. 14. Mai 2026
    Polizei kontaktiert Kroy Biermann

    Die Ermittler nehmen erstmals Kontakt zum Vater auf, vier Tage später sprechen sie mit ihm.

  4. 17. August 2026
    Festnahme und Haft ohne Kaution

    KJ Biermann wird festgenommen und ins Metro Regional Youth Detention Center in Atlanta gebracht.

  5. 3. September 2026
    Anklage in sieben Punkten

    Eine Grand Jury in Fulton County erhebt Anklage, darunter aggravated sodomy und aggravated child molestation.

  6. 8. September 2026
    Anhörung abgesagt, Antrag auf Jugendgericht

    Der Termin platzte wegen der Anklage; die Verteidigung beantragt die Verweisung an das Jugendgericht.

  7. 11. September 2026
    Kaution von 200.000 Dollar

    Richterin Melynee Leftridge gewährt Kaution unter Hausarrest, GPS-Fessel und strengen Auflagen.

200.000 Dollar Kaution und strenge Auflagen

Am Freitag, dem 11. September 2026, erschienen Kim Zolciak und Kroy Biermann getrennt voneinander vor dem Fulton County Superior Court in Atlanta, um ihren Sohn zu unterstützen; sie wechselten kein Wort miteinander. Zolciak saß neben ihrer 29-jährigen Tochter Brielle Biermann und blieb laut einem Augenzeugen „stone-faced“, Kroy Biermann wirkte „gestresst“ und „devastated“.

Richterin Melynee Leftridge gewährte eine Kaution von 200.000 Dollar mit strengen Auflagen: Hausarrest, GPS-Fußfessel, Abgabe des Passports an seinen Anwalt, virtueller Schulunterricht, vollständiges Verbot von Handynutzung und Social Media sowie Kontaktverbot zum mutmaßlichen Opfer.

Die Staatsanwaltschaft hatte die Haftfortdauer beantragt und argumentiert, der 15-Jährige stelle eine erhebliche Gefahr für die Gemeinschaft dar. Sie verwies auf dokumentierte körperliche Verletzungen des Opfers und darauf, dass der Teenager nach einer separaten Angelegenheit aus dem Jahr 2023 unter laufender jugendgerichtlicher Aufsicht gestanden habe.

Bei der Anhörung soll KJ zudem beschuldigt worden sein, aufgrund von Videos, die Ermittler auf seinem Handy gefunden haben sollen, Sex mit einer minderjährigen Verwandten gehabt zu haben. Die Ankläger berichteten außerdem von anonymen Snapchat-Nachrichten, mit denen das Opfer belästigt und zur Rücknahme der Anschuldigungen gedrängt worden sei.

Die Verteidigung beantragte, den Gerichtssaal zu schließen, Dokumente zu versiegeln und Foto- und Videoaufnahmen ihres minderjährigen Mandanten zu verbieten. Die Richterin lehnte eine vollständige Schließung ab, erließ aber strenge Regeln für anwesende Medien und zog eine mögliche Gag Order in Erwägung. Die frühere RHOA-Kollegin NeNe Leakes sagte, sie habe sich in der Woche zuvor bei Zolciak gemeldet: „Ich weiß, das ist eine schwere Zeit, und ich weiß, sie ist nicht okay.“

Der Antrag auf Verweisung an das Jugendgericht ist noch anhängig. Die Anklageerwiderung ist für den 14. Oktober 2026 angesetzt – dort will die Verteidigung nach Sheffields Angaben auf nicht schuldig plädieren. Ob ein Richter KJ als Erwachsenen verfolgen lässt oder den Fall an das Jugendgericht abgibt, ist damit weiter offen.