Michael Mendl starb schon im Juli – Beisetzung vor Todesmeldung
Bild: KI-generiert
Sterbedatum korrigiert

Michael Mendl starb schon im Juli – Beisetzung vor Todesmeldung

Fünf Wochen lang galt der 5. September als Michael Mendls Todestag. Sein engster Freund Rüdiger Joswig sagt nun: Der Schauspieler starb bereits am 31. Juli – und wurde am 4. September beigesetzt, einen Tag bevor die Öffentlichkeit davon erfuhr.

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Der Schauspieler Michael Mendl (82) ist nicht Anfang September gestorben, sondern bereits am 31. Juli 2026 – fünf Wochen, bevor sein Tod öffentlich wurde. Die Korrektur stammt von seinem engsten Freund: Rüdiger Joswig (77) machte sie in dem Interview mit der Bild-Zeitung über Mendls letzte Wochen öffentlich, das am 12. September erschien.

Bis dahin galt der 5. September als Sterbedatum. An diesem Tag hatte Mendls Agentin den Tod des 82-Jährigen bestätigt und mitgeteilt, er sei „friedlich eingeschlafen“. Noch am selben Tag verbreitete sich der Tagesschau-Bericht über Mendls Tod in vielen Medien, auch ARD-Brisant meldete ihn. Die deutschsprachige Wikipedia führt den 5. September bis heute.

Eine offizielle Bestätigung der Familie zu Joswigs Darstellung liegt bislang nicht vor. Seit dem 12. September stehen damit zwei Sterbedaten nebeneinander: das des engsten Freundes und das der Agentin, das fünf Wochen lang die öffentliche Wahrnehmung bestimmte.

Erst beerdigt, dann gemeldet

Nach Joswigs Schilderung war Mendl zum Zeitpunkt der öffentlichen Todesmeldung längst beigesetzt. Der 82-Jährige wurde eingeäschert und am 4. September in einem Friedwald bei Berlin bestattet – einen Tag, bevor die Agentin seinen Tod bestätigte.

Sein Leichnam wurde eingeäschert. Er hat seine letzte Ruhestätte in einem Friedwald bei Berlin bekommen. So wie er es sich gewünscht hatte.
Rüdiger Joswig, Schauspieler und engster Freund Michael Mendls

Wer wann über die Beisetzung informiert wurde, ist öffentlich nicht geklärt. Die Öffentlichkeit erfuhr am 5. September nur vom Tod, nicht vom Begräbnis; die Details des Ablaufs kamen erst mit dem Interview eine Woche später heraus. Wie bei Axel Schreibers Beisetzung im engsten Kreis blieb sie außen vor.

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Knochenkrebs und eine Selbstentlassung

Mendl hatte mehrfach gegen Krebs gekämpft. Auf Speiseröhrenkrebs (2007) und Darmkrebs (2012) folgte eine Hautkrebs-Diagnose, wegen der ihm ein Teil des rechten Ohrs entfernt werden musste – die Quellen nennen dafür 2024 beziehungsweise 2025. Zuletzt litt er laut Joswig an Knochenkrebs.

Noch im Mai 2026 sei „alles okay“ gewesen, berichtet Joswig. Danach habe sich Mendls Zustand innerhalb weniger Wochen drastisch verschlechtert. Ende Juli sei der Schauspieler im Krankenhaus gewesen – „er entließ sich selbst, wurde zu Hause gepflegt“, so der Freund.

Eine konkrete Todesursache nannten weder Agentin noch Familie. Als offizielle Erklärung blieb die Formulierung, Mendl sei „friedlich eingeschlafen“. Joswigs Darstellung nennt dagegen Knochenkrebs als letzte Erkrankung – ein Widerspruch, den bislang niemand aufgelöst hat.

Die letzten Monate und die Wochen danach

  1. Mai 2026
    Mendls Zustand verschlechtert sich

    Laut Rüdiger Joswig ist im Mai noch „alles okay“, danach verschlechtert sich Mendls Zustand innerhalb weniger Wochen drastisch.

  2. 22. Juli 2026
    Letztes Treffen der Freunde

    Joswig besucht Mendl zum letzten Mal – neun Tage vor dessen Tod.

  3. 31. Juli 2026
    Michael Mendl stirbt

    Laut seinem Freund Rüdiger Joswig stirbt Mendl in Berlin im Alter von 82 Jahren.

  4. 4. September 2026
    Beisetzung im Friedwald

    Mendl wird eingeäschert und in einem Friedwald bei Berlin beigesetzt – vor der öffentlichen Todesmeldung.

  5. 5. September 2026
    Tod wird öffentlich

    Mendls Agentin bestätigt den Tod, Tagesschau und ARD-Brisant berichten.

  6. 12. September 2026
    Joswig korrigiert das Datum

    Im Interview mit der Bild-Zeitung nennt Joswig den 31. Juli als Sterbedatum und schildert die bereits erfolgte Beisetzung.

Der letzte Besuch am 22. Juli

Das letzte Mal sah Joswig seinen Freund am 22. Juli 2026 – neun Tage vor dessen Tod. Von diesem Besuch spricht er im Interview als von einem Moment, der ihn bis heute nicht loslässt.

Er war sehr schwach. Eine Sache bedauere ich heute sehr, nämlich dass ich Michael in diesem Moment nicht gestreichelt habe. Mich treibt das Gefühl um, in diesem Augenblick nicht voll und ganz für Michael dargewesen zu sein.
Rüdiger Joswig, Schauspieler und engster Freund Michael Mendls

Die beiden Männer kannten sich seit knapp 16 Jahren. Kennengelernt hatten sie sich beim Deutschen Filmpreis, als sie feststellten, in Berlin fast Nachbarn zu sein: Joswigs Wohnung lag nur wenige Ecken von Mendls entfernt, entsprechend oft sahen sie sich.

Geteilt wurde die Freundschaft auch am Billardtisch in Mendls Wohnung: „Wir spielten viel. Meistens gewann er“, sagt Joswig. Sein Fazit fällt schwer: „Ich vermisse ihn. Und einige Dinge im Zusammenhang mit seinem Tod schmerzen mich. Da kommen mir immer wieder die Tränen.“

Ein Leben für schwierige Rollen

Mendl wurde am 20. April 1944 als Michael Sandrock im westfälischen Lünen geboren, als unehelicher Sohn der Medizinstudentin Martha Sandrock und des katholischen Priesters Clemens Krosche. Seinen Namen verdankt er seinem österreichischen Stiefvater Ernst Mendl, der ihn adoptierte.

Er studierte kurz in Wien und anschließend an der Folkwang-Hochschule in Essen, stand rund ein Vierteljahrhundert auf Theaterbühnen – unter anderem in Darmstadt, Stuttgart, am Bayerischen Staatsschauspiel und bei den Salzburger Festspielen – und kam erst mit 49 Jahren zum Film.

Seinen Fernseh-Durchbruch hatte er 1989 als vorbestrafter Triebtäter Koslowski im Tatort „Die Neue“ an der Seite von Ulrike Folkerts. Für die Rolle des Willy Brandt in „Im Schatten der Macht“ (2003) bekam er 2004 die Goldene Kamera als bester deutscher Schauspieler.

Bekannt war er außerdem als General Helmuth Weidling in „Der Untergang“, als Kapitän Johannsen in „Die Gustloff“ und als früherer Kernkraftwerkschef in der Netflix-Serie „Dark“. Er wirkte in mehr als 180 – nach anderen Angaben mehr als 200 – Film- und Fernsehproduktionen mit. Als sein Tod gemeldet wurde, würdigten ihn Medien als den Tatort- und Dark-Star mit 82 Jahren. Seine letzte Rolle vor der Kamera hatte er in der im Februar 2026 erstgesendeten Folge „Abgeschleppt“ der ZDF-Reihe „Ein starkes Team“, seinen letzten öffentlichen Auftritt im April 2026 beim B.Z.-Kulturpreis.

Mendls letzte Monate waren von Einsamkeit geprägt. Nach dem Ende seiner über 20-jährigen Beziehung mit der Schauspielerin Carolin Fink (Trennung 2009) war er nach Berlin gezogen; aus der Beziehung stammen die Kinder Joana und Marlon, aus einer früheren, 15-jährigen Ehe mit der Schauspielerin und Sängerin Doris Mendl der Sohn Adrian. „Er war sehr einsam. Das hat er mir immer wieder gesagt“, so Joswig.

Er sei gern auf Premieren und Preisverleihungen gegangen und hätte noch gedreht, berichtet Joswig – zuletzt aber habe Mendl gesagt, für ihn gebe es keine Rollen mehr. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer würdigte ihn als „eines der prägendsten Gesichter der deutschen Filmlandschaft“, der sein Publikum mit „unzähligen geheimnisvollen Charakteren in den Bann gezogen“ habe.

Michael hat mit unglaublicher Intensität gespielt. Er war ein großer Schauspieler. Und dabei völlig uneitel. Ein wunderbarer Mensch, der sich trotz seines Könnens nicht zu ernst nahm.
Rüdiger Joswig, Schauspieler und engster Freund Michael Mendls

Joswig behält seinen Freund „mit seinem Lachen und seinen wachen Augen“ in Erinnerung, wie er als Schauspieler spielte und am Billardtisch die Kugeln versenkte. Warum die Öffentlichkeit fünf Wochen auf die Nachricht warten musste und wer den Zeitpunkt der Veröffentlichung bestimmte, ist bislang nicht erklärt. Solange die Familie Joswigs Darstellung nicht bestätigt, stehen zwei Sterbedaten nebeneinander.