Panagiota Petridou wehrt sich gegen jahrelangen Hass fürs Stillen
Bild: KI-generiert
Social-Media-Hass

Panagiota Petridou wehrt sich gegen jahrelangen Hass fürs Stillen

Viereinhalb Jahre hat Panagiota Petridou ihren Sohn nach eigener Darstellung gestillt – dafür wird sie seit Jahren beschimpft. Jetzt rechnet die Moderatorin öffentlich ab und sagt: „Man ist keine bessere Mutter, wenn man stillt.“

Veröffentlicht
JUX auf Google folgen

Panagiota Petridou (47) hat ihren im Februar 2022 geborenen Sohn nach eigener Darstellung viereinhalb Jahre lang gestillt – und bekommt seit Jahren Hass dafür. In einem Instagram-Beitrag, über den deutsche Medien am 8. und 9. September 2026 berichten, wehrt sich die Moderatorin nun öffentlich.

Der Beitrag beginnt mit dem Satz „4,5 Jahre gestillt. Ja, wirklich. Und nein, ich hatte keinen Plan, dass das so lange geht. Ich habe mir das nicht vorgenommen. Es ist einfach passiert.“ Damit nimmt Petridou den häufigsten Vorwurf auf: Sie habe die lange Stillzeit bewusst geplant.

Instagram · @panagiota_petridou

In dem Post zeigt sie nach Angaben mehrerer Redaktionen auf einer Slide Ausschnitte der Hasskommentare, die sie über die Jahre erhalten hat. Die Anwürfe reichen von Spott bis zu der Behauptung, ihr Kind leide und werde von anderen Kindern ausgelacht.

Wut auf eine private Entscheidung

Der Streit ist ein Konflikt zwischen einer Mutter und einem Teil ihres Publikums. Petridou beschreibt ihr Stillen als Privatsache und als Entscheidung ihres Sohnes. Ihre Kritiker halten Langzeitstillen für unnormal – und machen daraus eine öffentliche Anklage.

Petridou betont, das Abstillen nie aktiv vorangetrieben zu haben. Ihr sei immer wichtig gewesen, dass ihr Sohn selbst entscheide, wann er nicht mehr gestillt werden will. Viele Menschen fühlten sich von dieser eigentlich privaten Entscheidung „getriggert“, schreibt sie.

Nachrichten von Müttern, die sich schämen

Es geht ihr nicht nur um sich selbst. Petridou berichtet, sie habe immer wieder Nachrichten von anderen Müttern bekommen, die sich beim Thema Stillen verurteilt und unter Druck gesetzt fühlen. Deren Erfahrung schildert sie so:

Als stillende Mutter schämt man sich teilweise, erzählt es nicht jedem und zieht sich ständig zurück. Das ist so schade, denn je normaler wir diesen absolut natürlichen Prozess wahrnehmen und akzeptieren, umso einfacher machen wir das Leben der Mütter und Kinder.
Panagiota Petridou, Moderatorin

Aus diesen Rückmeldungen leitet sie konkrete Ratschläge ab: Mütter sollten sich über das Stillen genauso informieren wie über die Einrichtung des Kinderzimmers und sich eine Stillberatung holen – die Ratschläge an stillende Mütter im Wortlaut hat FOCUS online zusammengestellt. Vorschreiben lassen solle sich niemand, wann die eigene Stillbeziehung endet. Wie unterschiedlich Mütter unter Druck geraten, zeigt auch der Bericht über zehn Jahre Kampf ums Babyglück bei Gülcan Kamps.

Keine bessere Mutter, nur weil sie stillt

Ihr Appell richtet sich an beide Seiten: an Mütter, die sich unter Druck fühlen, und an alle, die über deren Entscheidung urteilen. Damit stellt sich Petridou gegen den Anspruch, Stillen sei der Maßstab guter Mutterschaft.

Man ist keine bessere Mutter, wenn man stillt. Man ist genauso gut, wie man sich für sich selbst entscheidet. Die eine möchte es gar nicht, die andere versucht es erst gar nicht – und auch das ist vollkommen in Ordnung. Lassen wir jeden diese Entscheidung für sich selbst treffen und urteilen wir nicht über Muttis, die stillen oder es nicht tun.
Panagiota Petridou, Moderatorin

An die Adresse derer, die über die Stillentscheidung anderer urteilen, richtet sie eine unmissverständliche Ansage: „Erspart euch jegliche Kommentare dazu!“ Der Bericht über ihren Appell gegen die Kritik ordnet ein, wie sie die Debatte um Langzeitstillen einordnet.

Vom Still-Video bis zum Abstillen

Petridou wurde im Februar 2022 erstmals Mutter. Die Schwangerschaft hatte sie weitgehend geheim gehalten, die Geburt erst Wochen später öffentlich gemacht, den Namen ihres Sohnes nie preisgegeben. Ihrem Instagram-Account folgen nach Angaben von t-online über 300.000 Menschen.

Schon einmal hatte ihr Stillen für Schlagzeilen gesorgt: In einem Video war sie in verschiedenen Situationen beim Stillen zu sehen – an einer Hauswand, im Flugzeug und in der Maske beim Schminken; ihr Sohn war damals 25 Monate alt. Auf die Kritik antwortete sie bereits damals: „Wir hören auf, wenn das Kind so weit ist.“ Gegenüber RTL argumentierte sie, in anderen Kulturen sei Stillen bis zu sieben Jahren normal.

Petridous Weg durch die Still-Debatte

  1. Februar 2022
    Erste Mutter

    Petridou bekommt einen Sohn. Die Geburt gibt sie erst Wochen später bekannt, den Namen hält sie bis heute geheim.

  2. Frühjahr 2024
    Still-Video löst Kritik aus

    Ein Instagram-Video zeigt sie beim Stillen an der Hauswand, im Flugzeug und in der Maske – der Sohn ist 25 Monate alt.

  3. Anfang August 2026
    Abstillen von selbst

    Petridou erklärt, ihr Sohn habe sich nach „vier Jahren und vier Monaten“ selbst abgestillt: „Ich habe es durchgezogen.“

  4. 8. September 2026
    Neues Statement

    Mit Fotos und einer Slide voller Hasskommentare antwortet sie auf die anhaltende Kritik.

  5. 8./9. September 2026
    Medien greifen den Beitrag auf

    Promiflash, BUNTE, FOCUS online und TV Spielfilm berichten über das Statement.

Vier Jahre, vier Monate oder viereinhalb Jahre

Rund vier Wochen vor dem Statement hatte Petridou das Ende der Stillzeit öffentlich gemacht: „Das Kind hat sich jetzt – wir haben vier Jahre, vier Monate gestillt – abgestillt.“ „Ich habe es durchgezogen“, sagte sie damals.

Der Unterschied zu der Zahl, die nun in den Berichten steht, ist bislang nicht erklärt. Viereinhalb Jahre nennen Promiflash, BUNTE, FOCUS online und TV Spielfilm; die früheren Berichte über das Abstillen sprachen von vier Jahren und vier Monaten. Auch das exakte Datum des Instagram-Posts lässt sich aus der Berichterstattung nicht direkt ablesen.

Umfrage
Lädt

Ob sich der Ton gegenüber Petridou ändert, liegt an ihrem Publikum: Der Beitrag vom 8. September hat einem Teil davon eine Vorlage geliefert, weiter über eine Entscheidung zu streiten, die sie für sich und ihr Kind getroffen hat. Wie sie darauf reagiert, ist bislang nicht bekannt.