Geissens verlassen RTLzwei nach 15 Jahren – Wechsel zu ProSiebenSat.1
Bild: KI-generiert
TV-Umzug

Geissens verlassen RTLzwei nach 15 Jahren – Wechsel zu ProSiebenSat.1

Nach 15 Jahren endet die Zusammenarbeit der Geissens mit RTLzwei – offen bleibt, wer den Schlussstrich wollte. Nur zwei Stunden später bestätigt ProSiebenSat.1 den neuen Vertrag.

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Nach 15 Jahren endet eine der langlebigsten Reality-Partnerschaften des deutschen Fernsehens: RTLzwei und die Familie Geiss gehen getrennte Wege. Wer den Schlussstrich gezogen hat, lässt der Sender offen – und nur zwei Stunden später war die neue Heimat schon bekannt.

Am Montagvormittag, dem 14. September 2026, bestätigte RTLzwei das Aus. Kurz darauf machte die ProSiebenSat.1-Gruppe publik, dass Carmen Geiss (62) und Robert Geiss (62) künftig bei ihr zu sehen sein werden. Abschied und Neuanfang stecken damit in derselben Meldung.

Das Finale einer besonderen Erfolgsgeschichte

„Nach Abschluss der bestehenden Zusammenarbeit werden die Familie Geiss und RTLzwei künftig getrennte Wege gehen“, teilte der Sender mit und nannte den Schritt das „Finale einer besonderen Erfolgsgeschichte“. Carmen und Robert Geiss waren seit 2011 mit „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ Aushängeschilder des Senders.

Noch laufen die Dreharbeiten einer finalen Staffel, die mit der 500. Folge der Dokusoap einen Meilenstein erreicht. Der Abschied verzögert sich für das Publikum: Bereits produzierte und neue Folgen laufen laut Sender noch bis ins Jahr 2027 bei RTLzwei und RTL+, auch ältere Episoden bleiben im Programm.

Von der Trennung betroffen ist auch die nächste Generation. Mit „Davina & Shania – We love Monaco“ hatten die Töchter Davina und Shania ein eigenes Format erhalten, das künftig ebenfalls nicht mehr bei RTLzwei läuft. Geschäftsführer Thorsten Braun würdigte die gemeinsamen Jahre – und betonte, wie eng die Bindung war.

Mit Carmen, Robert, Davina und Shania verbindet uns eine lange und besondere gemeinsame Geschichte. Zusammen haben wir eine Doku-Soap etabliert, die über viele Jahre ein fester Bestandteil von RTLzwei war und zahlreiche unvergessliche Fernsehmomente hervorgebracht hat.
Thorsten Braun, Geschäftsführer RTLzwei

Neue Heimat in Unterföhring ab 2027

In der Mitteilung der Münchner Sendergruppe heißt es, „Deutschlands vielleicht bekannteste und beliebteste TV-Familie zieht um“. Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 ist ProSiebenSat.1 demnach neue Heimat der Geissens – mit jährlich 20 neuen Doppelfolgen, die weiterhin die Kölner Firma Geiss TV in Eigenregie produziert. Nach Angaben der Bild ist bereits ein mehrjähriger Vertrag unterschrieben.

Welcher Sender, welche Form, welcher Titel – alles noch offen: „Wann? Wo? Wie? Auf diese Fragen wird es rechtzeitig im Vorlauf der Ausstrahlung die Antworten geben“, teilt die Sendergruppe mit. Der Umzug führt damit vom Münchener Süden in den Norden, von Grünwald nach Unterföhring.

Carmen Geiss begründet den Schritt mit 16 Jahren Fernsehen bei RTLzwei und verspricht den Fans, man bleibe sich treu und zeige weiterhin ein „ungeschminktes, manchmal verrücktes, aber stets liebevolles Familienleben“. Robert Geiss, der sich selbst als Oberhaupt der Familie bezeichnet, macht den Wechsel zur Frage des Unternehmertums.

Ich kann als Oberhaupt der Familie ergänzen, dass wir uns weiterentwickeln wollen und uns das Angebot von ProSiebenSat.1 beeindruckt hat. Wie alle unsere Fans wissen, sind wir eine Unternehmerfamilie. Und wer sich nicht immer neu erfindet, bleibt stehen. Von nix kommt eben nix!
Robert Geiss, TV-Darsteller („Die Geissens“)

Darsteller und Produzenten in Personalunion

An der Trennung hängt mehr als die TV-Präsenz einer Familie. Die Geissens sind nicht nur die Protagonisten ihrer Dokusoap, sondern über die Kölner Firma Geiss TV auch deren Produzenten – es geht also zugleich um die Zukunft des eigenen Unternehmens.

Diese Konstruktion ist gewachsen: 2011 lag die Produktion zunächst bei Joker Productions. 2015 gründeten die Geissens ein Joint Venture mit Endemol Shine, das wegen unterschiedlicher Vorstellungen nach nur neun Monaten wieder endete. Seitdem produzieren sie ihre Formate selbst.

Von Joker Productions zur eigenen Firma

  1. 2011
    Start bei RTLzwei

    „Die Geissens – Eine schrecklich glamouröse Familie“ läuft an, die Produktion liegt zunächst bei Joker Productions.

  2. 2015
    Joint Venture mit Endemol Shine

    Das Gemeinschaftsunternehmen wird nach nur neun Monaten wegen unterschiedlicher Vorstellungen beendet.

  3. Seit 2015
    Eigene Produktion

    Die Geissens produzieren ihre TV-Formate selbst, über die Kölner Firma Geiss TV.

  4. 2022
    Eigenes Format für die Töchter

    „Davina & Shania – We love Monaco“ startet bei RTLzwei.

  5. 14. September 2026, Vormittag
    RTLzwei bestätigt das Ende

    Der Sender kündigt die finale Staffel samt 500. Folge an, die bis 2027 ausgestrahlt wird.

  6. 14. September 2026, zwei Stunden später
    ProSiebenSat.1 bestätigt den Vertrag

    Ab der zweiten Jahreshälfte 2027 mit jährlich 20 neuen Doppelfolgen.

Warum die Trennung offen bleibt

Über die Gründe der Trennung wollte sich RTLzwei nicht äußern. Wie DWDL über die Trennung nach 15 Jahren berichtet, gab es unter den schwieriger gewordenen wirtschaftlichen Umständen offenbar unterschiedliche Auffassungen über den Wert der Geissens für den Sender. Auch die zuletzt schwächeren linearen Einschaltquoten galten als Hintergrund.

Die Geissens sind mit dem Wechsel kein Einzelfall. Wie Digitalfernsehen über ähnliche Wechsel anderer TV-Familien berichtet, wechselten etwa die Reimanns erfolgreich zu Kabel Eins, wo auch „Morlock Motors“ beheimatet ist; ihre Geschichten liefen früher als „Steel Buddies“ bei DMAX.

Auch andere lange TV-Zusammenarbeiten endeten zuletzt: Sebastian Leges Abschied vom ZDF nach 13 Jahren und RTLs Übernahme des HeidiFest nach ProSieben-Aus sind zwei weitere Beispiele.

Für das Publikum fällt der Abschied nicht abrupt aus: RTLzwei zeigt die Geissens weiter bis 2027, die neuen Folgen bei ProSiebenSat.1 starten erst in der zweiten Jahreshälfte 2027. Offen ist bis dahin nicht nur der künftige Sendername, sondern auch, ob die Zuschauer den Umzug mitmachen.

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