Maria von Welser (80) ist ein Pflegefall. Die frühere ZDF-Moderatorin kann nicht mehr selbstständig aufstehen, sie wird mit einem Lifter vom Bett in den Rollstuhl gehoben und beim Essen gefüttert. „Es sieht nicht gut aus. Maria ist ein bettlägeriger Pflegefall“, sagt ihr Ehemann Klaus Häusler (87).
Von Welser war eine der bekanntesten Fernsehjournalistinnen Deutschlands. Sie entwickelte 1988 das ZDF-Frauenmagazin „ML Mona Lisa“ mit und moderierte es bis 1996/97, leitete 2001 das ZDF-Auslandsstudio in London und von 2003 bis zu ihrem Ruhestand 2010 das NDR-Landesfunkhaus Hamburg.
Öffentlich wurde ihr Zustand am 14. September 2026 durch ein Gespräch Häuslers mit der 'Bild'-Zeitung. Am selben Tag verbreiteten zahlreiche Redaktionen die Angaben weiter – so auch t-onlines Bericht über den Pflegefall nach der Hirn-OP.
Auslöser der Verschlechterung war nach Darstellung Häuslers ein erneuter Eingriff am Kopf: Im Dezember 2025 sei seiner Frau eine Hirn-Drainage gelegt worden, um Flüssigkeit beziehungsweise Wasser aus ihrem Kopf abzuleiten. Der Eingriff sollte Erleichterung bringen – laut Häusler trat das Gegenteil ein.
Nicht mehr aufstehen, kaum noch verständlich sprechen
Was Häusler schildert, ist eine Bestandsaufnahme dessen, was verloren ist. Seine Frau kann demnach nicht mehr selbstständig aufstehen und ist auf einen Rollstuhl angewiesen. Pflegekräfte hüben sie nach seinen Angaben mithilfe eines Lifters vom Bett in den Rollstuhl und zurück.
Auch beim Essen ist sie auf Hilfe angewiesen: „Wir füttern sie auch“, zitiert die SWP den Ehemann. Die Kommunikation ist stark eingeschränkt. Häusler zufolge erkennt sie ihn noch, ihre Sprache sei aber schwer zu verstehen, auf Fragen erhalte er „Antworten, die sinnentfremdet sind“.
Gemeinsame Spaziergänge sind nicht mehr möglich. „Ich würde so gern mit ihr spazieren gehen“, sagt Häusler. „Aber es geht nicht mehr.“ Gegenüber L'essentiel sagte er, er sei überzeugt, dass seine Frau die Lage mitbekomme: Sie sehe, dass ihr Leben im Bett enden werde.
Häusler hat seiner Frau versprochen, bis zum Schluss bei ihr zu bleiben; Kraft schöpfe er aus der gemeinsamen Liebe. Was dieser Satz bedeutet, macht eine Äußerung deutlich, in der er seine eigene Ohnmacht beschreibt.
„Ich liebe diese Frau heiß und innig. Es tut mir im Herzen weh, dass ich ihr nicht helfen kann.“
Fünf Operationen am Kopf seit 2017
Die Krankengeschichte reicht fast zehn Jahre zurück. Sie begann mit Symptomen, die von Welser zunächst nicht deuten konnte: Ihr rechtes Auge ließ sich kaum noch öffnen, ein Mundwinkel hing herab. Anfang Februar 2017 stand die Diagnose fest – ein Meningeom, ein aus den Hirnhäuten stammender, meist gutartiger Tumor.
Am 17. Februar 2017 wurde sie am Uniklinikum Hamburg fünf Stunden lang operiert, danach folgte eine siebenwöchige Protonenbestrahlung. Eingeweiht war damals nur ihr Mann – nicht einmal ihre beiden Söhne und ihre Enkeltochter wussten Bescheid. Der Befund war gutartig, sie galt zunächst als geheilt.
Operationen am Kopf nach Jahr
Insgesamt fünf Eingriffe seit 2017
Es blieb nicht bei dieser einen Episode. 2021 mussten laut Merkur zwei neue Tumore operiert werden, mehrere Strahlentherapien folgten, deren letzte Sitzung Ende 2023 stattfand. Im August 2024 kam die vierte Operation hinzu – wegen eines großen Tumors auf der rechten Seite des Hirnstamms.
Danach zeigte sie sich kämpferisch: „Jammern hilft ja nicht. Wenn du dich entscheidest, leben zu wollen, musst du dich operieren lassen.“ Im April 2025 erklärte sie, die Operation im August gut überstanden zu haben und nach der Rehabilitation bis Weihnachten wieder fit gewesen zu sein.
Keine weitere Operation – Hoffnung auf ein Wunder
Eine weitere Operation kommt für Maria von Welser nach Angaben ihres Mannes nicht mehr infrage. „Dazu kann ich ihr auch nicht raten. Drücken Sie uns bitte die Daumen. Wir hoffen auf ein Wunder“, sagt Häusler. Im Mittelpunkt steht damit die tägliche Pflege, nicht der nächste chirurgische Schritt.
L'essentiel berichtet außerdem, dass laut Häusler vor Kurzem ein MRT gemacht wurde und das Paar für die kommende Woche beim Neurologen einbestellt ist. Was die Ärzte auf den Aufnahmen gesehen haben, wusste Häusler zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
Wie belastend die Pflege eines schwer kranken Partners ist, zeigt auch der Fall von Ralph Siegel nach der Lungenentzündung im künstlichen Koma: Dort wich die Ehefrau nicht von seiner Seite.
Die Krankengeschichte von Maria von Welser
- Anfang Februar 2017Diagnose Meningeom
Ein kaum zu öffnendes rechtes Auge und ein hängender Mundwinkel führen zur Diagnose eines gutartigen Hirntumors.
- 17. Februar 2017Fünfstündige Operation in Hamburg
Am Uniklinikum Hamburg wird der Tumor entfernt, danach folgt eine siebenwöchige Protonenbestrahlung.
- 2021Zwei neue Tumore
Laut Merkur müssen zwei weitere Tumore operiert werden, mehrere Strahlentherapien schließen sich an.
- August 2024Vierte Operation am Hirnstamm
Ein großer Tumor auf der rechten Seite des Hirnstamms wird entfernt, anschließend folgt eine Rehabilitation.
- Dezember 2025Hirn-Drainage
Nach Darstellung ihres Mannes wird Flüssigkeit aus ihrem Kopf abgeleitet – seither verschlechtert sich ihr Zustand erheblich.
- 14. September 2026Das Gespräch wird öffentlich
Die 'Bild'-Zeitung veröffentlicht Häuslers Schilderungen, zahlreiche Medien greifen sie auf.
Was sich nicht belegen lässt
Belastbar ist all das nur eingeschränkt. Die Angaben zum aktuellen Zustand stammen aus zweiter Hand – von ihrem Ehemann – und wurden überwiegend über einen kostenpflichtigen 'Bild'-Artikel verbreitet. Eine ärztliche Prognose, eine genaue Diagnose oder ein medizinischer Befundbericht wurden nicht veröffentlicht.
Eine unabhängige medizinische Bestätigung lag zunächst nicht vor, wie die Einordnung der Angaben aus zweiter Hand festhält. Ebenso sei ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Eingriff und der heutigen Pflegebedürftigkeit nicht unabhängig belegt. Angaben behandelnder Ärzte wurden nicht bekannt.
Unklar bleibt, welches Ergebnis das zuletzt erwähnte MRT und der angekündigte Neurologen-Termin hatten. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist Maria von Welser dauerhaft und in erheblichem Umfang auf Pflege und Unterstützung angewiesen – belegt ist das allein durch die Schilderung ihres Mannes.
