Ein Jubiläum geriet zur Abrechnung: Sarah Michelle Gellar und David Boreanaz haben am Montag bei der 78. Primetime-Emmy-Verleihung im Peacock Theater in Los Angeles 30 Jahre „Buffy – Im Bann der Dämonen“ gefeiert – und auf derselben Bühne das Aus der geplanten Fortsetzung quittiert.
Es war ihr erster gemeinsamer öffentlicher Auftritt seit neun Jahren. Zuletzt hatten die beiden 2017 für ein Fotoshooting des „Entertainment Weekly“ zum 20-jährigen Jubiläum zusammen vor der Kamera gestanden. Im Peacock Theater präsentierten sie den Emmy für den besten Hauptdarsteller in einer Miniserie oder Anthologieserie bzw. einem Fernsehfilm.
Zuerst spielten sie die Grundkonstellation der Serie durch. Boreanaz sagte, es sei kaum zu glauben, dass der Start 30 Jahre zurückliegt. Gellar konterte, sie habe damals gerade ihren zweiten Geburtstag gefeiert.
Dann nahmen sie die Liebesgeschichte aufs Korn: eine vom Schicksal auserwählte Teenagerin, die sich ausgerechnet in einen Vampir mit Seele verliebt, „der ein paar Hundert Jahre Reue mit sich herumträgt“. Gellar rechnete nach – Angels Figur war 241 Jahre alt. Aus der „May-December Romance“ ihres Kollegen machte sie die „May-December 1787“-Romanze.
Der härteste Satz des Abends kam als Pointe. Boreanaz sagte, er habe immer angenommen, Buffy und Angel würden am Ende zusammenkommen. Gellar antwortete: „Well, I guess we won't find out!“ – das werden wir wohl nicht mehr erfahren. Der Spott galt Hulu, das die bereits abgedrehte Fortsetzung „Buffy: New Sunnydale“ nicht zur Serie machte.
Wie lange ist was her? Die Abstände im Buffy-Franchise
Zeitangaben in Jahren, Stand September 2026
Der Pilot, der nie zur Serie wurde
Hinter der Pointe steht eine konkrete Entscheidung. Hulu hatte die Pilotfolge von „Buffy: New Sunnydale“ bereits abdrehen lassen, entwickelte sie aber nicht zur Serie weiter. Regie führte Oscar-Preisträgerin Chloé Zhao. Gellar sollte als Mentorin einer neuen Slayerin zurückkehren – Nova, gespielt von Ryan Kiera Armstrong.
Am 14. März 2026 machte Gellar das Aus selbst öffentlich. Sie sei sehr traurig, schrieb sie, aber die Fans sollten es von ihr erfahren. Hulu habe entschieden, mit „Buffy: New Sunnydale“ nicht weiterzumachen. Verantwortlich machte sie den Streamingdienst und Hulu-Originals-Chef Craig Erwich.
Auch über den Kreis der möglichen Rückkehrer sagt der Abend etwas. Seth Green, Darsteller des Werwolfs Oz, sagte Variety, für das Reboot nie angefragt worden zu sein. Damit war der Emmy-Auftritt die deutlichste öffentliche Auskunft zum Stand des Franchise seit Monaten – aus Buffy und Angel werde nichts mehr und aus der Hulu-Fortsetzung auch nicht, wie die Einordnung des geplatzten Reboots bei scifiscene.de festhält.
Von der US-Premiere bis zur Emmy-Bühne
- März 1997US-Premiere von „Buffy – Im Bann der Dämonen“
Sarah Michelle Gellar spielt Buffy Summers, David Boreanaz den Vampir Angel.
- 1999 bis 2004Spin-off „Angel“
David Boreanaz übernimmt die Titelrolle.
- 2003Ende nach sieben Staffeln
Die Serie wird eingestellt.
- Februar 2025Michelle Trachtenberg stirbt
Die Darstellerin von Buffys Schwester Dawn stirbt im Alter von 39 Jahren.
- 2025Hulu bestellt den Piloten „Buffy: New Sunnydale“
Regie: Chloé Zhao. Gellar soll eine neue Slayerin als Mentorin begleiten.
- 14. März 2026Gellar verkündet das Aus der Fortsetzung
Hulu entwickelt den abgedrehten Piloten nicht zur Serie.
- März und Juni 2026Nicholas Brendon und Anthony Head sterben
Brendon, Darsteller des Xander Harris, stirbt im März, Anthony Head (Rupert Giles) im Juni.
Ein Abschied von drei Kollegen
Zum Abschluss wurde der Auftritt ernst. Gellar wandte sich an die Kolleginnen und Kollegen, die in den vergangenen anderthalb Jahren gestorben sind – und machte damit klar, warum diese Reunion für sie keine gewöhnliche Jubiläumsnummer war.
„David und ich möchten anerkennen, dass es zwei harte Jahre für unsere geliebte Besetzung und Crew waren, und wir fühlen uns sehr glücklich, so großartige Menschen gekannt und mit ihnen gearbeitet zu haben.“
Der Bericht ordnet den emotionalen Moment dem Gedenken an frühere Mitglieder von Serie und Crew zu. Der Bezug blieb unausgesprochen, aber eindeutig, wie dem Bericht über die Buffy-Reunion bei den Emmys zu entnehmen ist.
Zwei Rekorde an einem Abend
Offen bleibt, ob dieser Abend für das Franchise das Ende war. Eine neue Perspektive nannte bei der Gala niemand. Gellar und Boreanaz standen zum ersten Mal seit neun Jahren wieder gemeinsam auf einer Bühne – für ein Jubiläum, nicht für eine Ankündigung.
