Hazel Brugger benennt erstmals ausdrücklich ihre postpartale Depression
Bild: KI-generiert
Postpartale Depression

Hazel Brugger benennt erstmals ausdrücklich ihre postpartale Depression

Die Comedienne sagt erstmals ausdrücklich, dass bei ihr nach dem ersten Kind eine postpartale Depression diagnostiziert wurde – und erklärt, warum sie danach trotzdem ein zweites Kind bekam. Für die jüngere Tochter hat sie einen Begriff gefunden, der geteilte Reaktionen auslöst.

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Bei Hazel Brugger (32) wurde nach der Geburt ihres ersten Kindes eine postpartale Depression diagnostiziert. Bislang hatte die schweizerisch-deutsche Comedienne von einer Depression gesprochen, nun nennt sie die Erkrankung ausdrücklich eine diagnostizierte.

Ausgelöst hat das ein Podcast. Am 9. September 2026 erschien Folge 556 von “Hotel Matze„ mit Gastgeber Matze Hielscher, die Länge gibt der Podcast mit 1 Stunde 54 Minuten an. Für Brugger ist es nach Angaben des Podcasts der fünfte Auftritt bei Hielscher.

Im Gespräch fällt der Satz, der die Berichte auslöste: “Ich hatte ja wirklich eine diagnostizierte postpartale Depression nach dem ersten Kind.„ Ab dem 9. und 10. September 2026 griffen zahlreiche deutsche und Schweizer Medien den Satz auf.

36 Stunden im Krankenhaus, zwei Monate im Bett

Auslöser war die Geburt ihrer ältesten Tochter im März 2021. Die Entbindung verlief schwierig: Rund 36 Stunden war Brugger im Krankenhaus, wegen der damaligen Corona-Maßnahmen war sie die meiste Zeit allein. Ihr Ehemann Thomas Spitzer durfte nicht einmal im Kreißsaal dabei sein.

Danach lag Brugger zwei Monate mit Schmerzen im Bett, sie fühlte sich zunehmend gereizt und sich selbst fremd. Spitzer bemerkte die Wesensveränderung, organisierte ihr einen Termin beim Psychiater und unterstützte sie im Alltag mit kleinen Aufgaben.

Nach der Diagnose gab ihr der Psychiater eine Liste mit Maßnahmen an die Hand – darunter tägliche Spaziergänge in der Natur und feste Ruhephasen. Damit baute Brugger ihre psychische Gesundheit langsam wieder auf, wie GALA unter Verweis auf ihren NDR-Auftritt aus dem Jahr 2023 schildert.

Die auch als Wochenbettdepression bezeichnete Erkrankung kann die Fähigkeit beeinträchtigen, Freude und Liebe für das Baby zu empfinden. Anders als der Baby-Blues können die Symptome bis zu einem Jahr nach der Entbindung anhalten.

Betroffen sind etwa 10 bis 15 Prozent aller Mütter und vereinzelt auch Väter – so beschreibt es die Erklärung von GALA zur postpartalen Depression unter Verweis auf Fachquellen.

Von der ersten Geburt bis zur Podcast-Folge

  1. März 2021
    Geburt der ersten Tochter

    Rund 36 Stunden im Krankenhaus; wegen der damaligen Corona-Maßnahmen war Brugger die meiste Zeit allein, ihr Mann durfte nicht in den Kreißsaal.

  2. 2021
    Diagnose postpartale Depression

    Nach der Geburt wird bei Brugger eine postpartale Depression diagnostiziert; der Psychiater verordnet tägliche Spaziergänge und feste Ruhephasen.

  3. 2023
    Erstmals öffentlich im NDR-Podcast

    Im Gespräch mit Harald Schmidt in “Raus aus der Depression„ schildert Brugger ihre Erkrankung.

  4. Februar 2024
    Geburt der zweiten Tochter

    Laut GALA war das Baby nur 45 Minuten nach der ersten Wehe da.

  5. 9. September 2026
    Folge 556 von “Hotel Matze„

    Im Gespräch mit Matze Hielscher fällt der Satz über die diagnostizierte postpartale Depression und der Begriff “Wiedergutmachungsbaby„.

Warum sie trotzdem ein zweites Kind wollte

Trotz dieser Erfahrung entschied sich Brugger für ein zweites Kind. Auf die Frage nach dem Warum sagt sie: “Ich wollte das einfach noch einmal in schöner erleben und in ‚netter zu mir‘.„

Selbstkritisch ergänzt sie: “Also wahrscheinlich war es auch einfach Ehrgeiz.„

Die zweite Tochter kam im Februar 2024 zur Welt, knapp drei Jahre nach der ersten. Diese Geburt verlief laut GALA deutlich unkomplizierter: Nur 45 Minuten nach der ersten Wehe war das Baby da, und Brugger war erstaunt, wie schnell es ihr körperlich wieder gut ging.

Im damaligen gemeinsamen Podcast mit Thomas Spitzer, “Hazel Thomas Hörerlebnis„, schwärmte sie davon, wie schön es sei, zwei Töchter zu haben. Dass dieser Weg auch lang sein kann, zeigt Gülcan Kamps' zehn Jahre Kampf ums Babyglück.

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Ein “Wiedergutmachungsbaby„ – und Kritik am Begriff

Für ihr jüngeres Kind verwendet Brugger im Gespräch eine eigene Bezeichnung – und die polarisiert.

Wir haben so ein Wiedergutmachungsbaby gekriegt.
Hazel Brugger, Comedienne und Moderatorin

Dahinter steht die Hoffnung, die Babyzeit nach der schwierigen ersten Erfahrung noch einmal anders, schöner zu erleben. Die Zeit mit dem zweiten Kind beschreibt sie als entspannter: “Das zweite, das ist nur am Smilen die ganze Zeit. Das schläft gut. Sieht aus wie Thomas.„

Ganz unumstritten ist der Begriff nicht. In einer Umfrage von promiflash gilt er den einen als ungewöhnlich, aber nachvollziehbar, anderen als unglücklich gewählt. Beim Schweizer Portal 20 Minuten läuft dazu eine Leserumfrage zum Kinderwunsch nach schwerer erster Geburt.

“Nicht unzufrieden mit dem ersten Kind„

Brugger wehrt sich gegen den Eindruck, sie sei mit dem ersten Kind unzufrieden gewesen.

Ich will jetzt auch nicht, dass es so klingt, als wäre ich nur unzufrieden mit dem ersten Kind gewesen.
Hazel Brugger, Comedienne und Moderatorin

Gerade die erste Erfahrung habe den Wunsch nach einem weiteren Kind ausgelöst, sagt sie: “Das erste Kind scheint ja so schöne Gefühle in mir ausgelöst zu haben, dass ich gesagt habe, ich will das noch mal.„

Im weiteren Gespräch sagt Brugger, sie habe gelernt, stärker auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich weniger von gut gemeinten Ratschlägen von außen beeinflussen zu lassen. Ihr Fazit: “Das Ende vom Lied ist ja eigentlich, dass ich zuversichtlicher bin als Mensch, als ich vor dem ersten Kind war.„

Ergänzend sagt sie: “Weil ich einfach weiß, dass ich mir mehr zumuten kann, als ich denke, aber dass ich auch mir nicht so viel zumuten muss.„

Brugger, geboren 1993, ist Stand-up-Comedienne, Autorin und Moderatorin. Sie lebt mit ihrem Mann Thomas Spitzer und den beiden Töchtern – fünf und zwei Jahre alt – in Deutschland, wo die Kinder aufwachsen; ansonsten hält sie ihre Familie konsequent aus der Öffentlichkeit heraus.

Zuletzt moderierte sie den Eurovision Song Contest und die Amazon-Prime-Show “LOL Next„, die am 10. September 2026 startete; am 26. August 2026 wurde sie bei der Premiere in Berlin fotografiert.

Ob Brugger auf die kritischen Stimmen zur Wortwahl reagiert und den Begriff “Wiedergutmachungsbaby„ verteidigt, ist bislang nicht bekannt.