Ed Sheeran verliert alle Vorbands nach Macklemore-Rauswurf
Nach dem Rauswurf von Macklemore verliert Ed Sheeran sämtliche Vorbands seiner US-Tour. Der Popstar schiebt die Verantwortung dem Veranstalter zu – Milliardär Robert Kraft hatte den Rapper für seine Stadionkonzerte sperren lassen.
Ed Sheeran steht für den Rest seiner US-Tour ohne Vorprogramm da: Nur Stunden, nachdem der Popstar den Rauswurf von Rapper Macklemore (43) öffentlich dem Veranstalter zugeschoben hatte, sagten am 15. September 2026 sämtliche verbliebenen Support-Acts ab.
Getroffen hat es Aaron Rowe, die irische Band Beoga, die dänische Band Lukas Graham und Finneas O'Connell, Bruder und Produzent von Billie Eilish. Sheeran, der politischen Streitigkeiten bislang aus dem Weg gegangen war, geriet damit massiv unter Druck.
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Der Wunsch, dass alle Menschen gleich behandelt werden, sollte niemals kontrovers sein.
Instagram · @macklemore
Zuvor hatte Sheeran in einem mehrteiligen Instagram-Post jede Verantwortung von sich gewiesen: Die Entscheidung sei allein vom Tourveranstalter Messina Touring Group getroffen worden – die Ausladung war Sache des US-Veranstalters, nicht seine. Macklemores Vertrag habe mit dem Promoter bestanden, nicht mit ihm.
„Dass Macklemore von der Tour kommt, war die Entscheidung des Veranstalters, nicht meine. Macklemores Vertrag für die Tour lief mit dem Veranstalter, nicht mit mir.“
Ed Sheeran, Popstar
Auslöser war ein Ruf in New Jersey
Ausgelöst hatte die Krise Macklemores Auftritt am 5. September 2026 im MetLife Stadium in New Jersey. Dort trat er als Support-Act von Sheeran auf, rief „Free Palestine“ und spielte sein Protestlied „Hind's Hall“, untermalt mit Bildern aus dem zerstörten Gazastreifen und der palästinensischen Flagge.
Auf der Bühne sagte Macklemore, er habe bei dieser Tour in Stadien in ganz Amerika „zwei Worte sagen können, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine“. Zugleich wandte er sich an jüdische Fans: Kritik an Israel und an der Apartheid sei „in keiner Weise Kritik an euch“. Seine Verteidigung der Free-Palestine-Rufe hatte Macklemore schon vor dem Rauswurf öffentlich gemacht.
Der Promoter und der Milliardär
Am Montag, dem 14. September 2026, teilte der US-Promoter Messina Touring Group mit, Macklemore werde nicht mehr auftreten. Veranstaltungsorte der kommenden US-Termine hätten erklärt, kein Konzert mit Macklemore im Line-up zuzulassen – das hätte die Absage der Tour und Hunderttausende betroffene Fans bedeutet.
Zentraler Akteur ist der Milliardär Robert Kraft, Besitzer der NFL-Franchise New England Patriots und des Gillette Stadium in Foxborough (Massachusetts). Dort sollte Sheeran am 25. und 26. September 2026 spielen. Kraft bestätigte, dass er Macklemore für genau diese beiden Konzerte sperren ließ.
Zur Begründung verwies Kraft auf Macklemores „jüngste Handlungen“, das bei den New-Jersey-Konzerten von der Bühne geteilte Material und eine „längere Geschichte antisemitischer Rhetorik und Bildsprache“, die er als zutiefst verletzend für die jüdische Gemeinschaft bezeichnete. Die Teilnahme am 25. und 26. September würde „diese Grenze überschreiten“.
Kraft betonte zugleich, die Entscheidung solle nicht das Leid unschuldiger Palästinenser schmälern, und er würde sich gern mit Macklemore zusammensetzen. Der Israeli-American Council startete eine Petition, die Sheeran aufforderte, den Rapper von der restlichen Tour zu streichen. Macklemore erklärte, Kraft organisiere einen Boykott weiterer Stadionbesitzer.
Die Eskalation der Loop-Tour
5. September 2026
Macklemore ruft „Free Palestine“
Im MetLife Stadium in New Jersey spielt der Rapper als Support-Act „Hind's Hall“ mit Bildern aus dem Gazastreifen.
14. September 2026
Der Promoter lädt Macklemore aus
Messina Touring Group teilt mit, Macklemore werde nicht mehr auftreten. Robert Kraft bestätigt die Sperre für das Gillette Stadium.
15. September 2026
Sheeran schiebt Verantwortung ab
In einem Instagram-Post erklärt Sheeran, der Rauswurf sei Sache des Veranstalters. Stunden später steigen alle Vorbands aus.
16. September 2026
Medien berichten über die Ausstiege
Die Tour soll am 19. September in Philadelphia fortgesetzt werden.
Sheerans Rechtfertigung
Sheeran schrieb, er sei entsetzt über den Konflikt zwischen Israel und Palästina und über das Leid auf beiden Seiten. Seine politische Zurückhaltung verteidigte er dennoch: „Ich bin nicht mitschuldig. Ich habe meine persönlichen Ansichten zu diesem verheerenden Konflikt. Nur weil ich mich entscheide, nicht öffentlich zu sprechen, heißt das nicht, dass ich sie nicht habe, und nicht, dass es mir egal ist.“
Zur Begründung verwies er auf sein Publikum: Zu seinen Shows kämen junge Menschen, oft Kinder, mit ganz unterschiedlichem Hintergrund. „Wer zu meinen Konzerten kommt, erwartet kein politisches Forum.“ Er wolle einen „Ort der Sicherheit und Zuflucht“ schaffen; wenn man sich nur darauf konzentriere, „wer am lautesten schreit“, werde sich nie etwas ändern.
Macklemores Haltung respektierte er ausdrücklich: Er achte dessen „Stärke, aufzustehen und für das zu rufen, woran er glaubt“. Es gebe „Raum für mehrere Wege zum selben Ziel: Frieden“.
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Alle Vorbands steigen aus
Auf die Ausladung folgte der nächste Schlag: Vier Acts sagen aus Solidarität mit Macklemore ab. Aaron Rowe, seit Februar 2026 als Opener dabei und als Ersatz für Macklemore vorgesehen, schrieb, er könne nicht zulassen, dass Milliardäre ihre Macht nutzten, um Stimmen gegen „israelischen Völkermord“ zum Schweigen zu bringen.
„Künstler dürfen nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie sich für die Unterdrückten einsetzen. Ich habe entschieden, mich von meinen kommenden Tourdaten mit Ed Sheeran zurückzuziehen. Ich stehe an der Seite Palästinas und seiner Bevölkerung.“
Finneas O'Connell, Musiker und Produzent
Lukas-Graham-Sänger Lukas Forchhammer schrieb: „Geld gibt dir nicht das Recht, das Gespräch zu besitzen. Kein Kontostand sollte entscheiden, wer sprechen darf oder welches Leid wir anerkennen dürfen.“
Beoga, die als Sheerans Liveband bei jedem Konzert sechs Songs mit ihm spielte, begründete den Ausstieg mit dem „Zum-Schweigen-Bringen Macklemores durch zionistische Lobbys“. In Hallen zu spielen, die jeden mundtot machten, der für ein freies Palästina eintrete, sei „schlicht keine Option für uns“. Die Band verwies auf Krafts Engagement gegen die BDS-Bewegung.
Von Philadelphia bis Südamerika
Die „Loop“-Tour soll am Samstag, dem 19. September 2026, in Philadelphia fortgesetzt werden. Danach folgen das Gillette Stadium (25./26. September), das Mercedes-Benz Stadium in Atlanta und das Lucas Oil Stadium in Indianapolis. Macklemore war für acht der verbleibenden zehn Shows gebucht.
Die US-Etappe läuft bis November 2026, danach sind Konzerte in Mexiko und Südamerika geplant; für diesen Abschnitt war Finneas gebucht. Offen ist, ob Sheeran die freigewordenen Slots überhaupt neu besetzt – oder ob der Druck der Stadionbetreiber weitere Auftritte kostet.