Heidifest 2026 lockt 900 Gäste ins Münchner Hofbräuhaus
Bild: KI-generiert
Wiesn-Party

Heidifest 2026 lockt 900 Gäste ins Münchner Hofbräuhaus

Rund 900 Gäste, 24 Musik-Acts, Naomi Campbell am DJ-Pult: Am 17. September 2026 läuft Heidi Klums Heidifest erstmals bei RTL – live aus dem staatlichen Münchner Hofbräuhaus. Doch Wiesn-Wirte und CSU nennen die Party „nicht legitim“ und „Trittbrettfahrerei auf bayerischer Tradition“.

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Am Donnerstag gehört das staatliche Münchner Hofbräuhaus am Platzl für einen Abend Heidi Klum (53) – samt rund 900 Gästen und 24 Musik-Acts. Ihre zweite Ausgabe des „Heidifest“ läuft ab 20:15 Uhr live bei RTL und RTL+, zwei Tage vor dem Start des Oktoberfests am 19. September.

Für Klum ist es die zweite Ausgabe, für RTL ein Wagnis: ProSieben hatte das Format nach der Premiere 2025 abgesetzt, nur einen Tag später griff der Kölner Sender zu. Mit der Live-Show wächst der Streit darüber, was bayerische Tradition darf – und was als Kommerz gilt.

Ein Quotenflop, den ProSieben nicht mehr wollte

Die Premiere am 18. September 2025 brachte rund 700 geladene Gäste ins Hofbräuhaus – und kaum Zuschauer. Die Süddeutsche Zeitung nennt im Schnitt rund 760.000 Zuschauer und nur 5,9 Prozent Marktanteil bei den 14- bis 49-Jährigen; die WELT spricht von 740.000 Zuschauern und einem „sehr teuren Trauerspiel“.

Marktanteil der Heidifest-Premiere 2025 in der Zielgruppe

Zuschauer gesamt: rund 740.000 bis 760.000

5.9%14 – 49 Jahre
Quelle: Süddeutsche Zeitung / WELT, September 2025

Am 7. August 2026 teilte ProSieben dem Medienmagazin DWDL mit, sich die Übertragung im Folgejahr zu sparen. RTLs Übernahme des Heidifest einen Tag später begründet der Sender mit den „viralen Momenten“ der Premiere; Programmchefin Inga Leschek nennt Klum „eine der größten Entertainment-Persönlichkeiten der Welt“.

Für Klum schließt sich mit RTL ein Kreis: 1992 gewann sie bei dem Sender die von Thomas Gottschalk moderierte Castingshow „Model ’92“. Ein Jahr nach dem Aus bei ProSieben muss die 135-Minuten-Show nun beweisen, dass sie ihr Publikum auch im Free-TV findet.

Von 18:30 Uhr bis 22:30 Uhr gehört der Abend dem Event

RTL räumt den ganzen Abend frei. Um 18:00 Uhr läuft „Explosiv – Das Magazin“, um 18:30 Uhr eröffnet Frauke Ludowig mit einem „Exclusiv Spezial“ live aus München den Wiesn-Abend. Ab 18:45 Uhr folgt auf RTL+ ein Countdown vom grünen Teppich vor dem Hofbräuhaus, moderiert von Ludowig und Dimitrios Adamopoulos.

Der Heidifest-Abend im Zeitplan

  1. 17. September 2026, 18:00 Uhr
    „Explosiv – Das Magazin“

    RTL beginnt den Wiesn-Abend mit dem Boulevardmagazin.

  2. 17. September 2026, 18:30 Uhr
    „Exclusiv Spezial“ live aus München

    Frauke Ludowig eröffnet die Vorberichterstattung im Free-TV.

  3. 17. September 2026, 18:45 Uhr
    Countdown vom grünen Teppich

    Auf RTL+ moderieren Ludowig und Dimitrios Adamopoulos vor dem Hofbräuhaus.

  4. 17. September 2026, 20:15 Uhr
    Start der Liveshow

    135 Minuten Heidifest bei RTL und parallel auf RTL+.

  5. 17. September 2026, 22:30 Uhr
    „Die Stefan Raab Show“

    Raab zelebriert mit Stefan Mross bayerische Festkultur.

  6. 19. September 2026, 17:45 Uhr
    „Exclusiv Spezial – Heidis Wiesn-Wunderland“

    RTL zeigt die Zusammenfassung; am selben Tag startet das Oktoberfest.

Klum selbst verspricht vorab: „Es wird laut, es wird lustig und es wird eine riesengroße Party.“ Sie setze auf Spontaneität – keine festen Kamerapositionen, kein fester Sendeablauf, kaum Proben, dafür eine authentische Wiesn-Party, „durchaus wohl auch mit ein wenig Chaos“, wie sie im Podcast „Bart und Schnauze“ erklärte.

Naomi Campbell am DJ-Pult, 24 Musik-Acts

Internationaler Blickfang ist Supermodel Naomi Campbell, die hinter dem DJ-Pult stehen soll. Klum nennt sie ihre „Gemini Sister“ – beide sind Zwillinge. „Naomi Campbell als DJane beim ‚HeidiFest‘, ikonischer geht's doch nicht!“, sagte Klum. Campbell hat schon mehrfach aufgelegt, etwa im März 2025 während der Paris Fashion Week im Club Silencio.

Ebenfalls angekündigt sind Pussycat-Dolls-Sängerin Nicole Scherzinger, Model Nadja Auermann sowie aus dem „Topmodel“-Umfeld Bruce Darnell, Caro Daur und Barbara Meier. Auf der Gästeliste stehen Anna Ermakova, Pamela Reif, Marianne & Michael, Katja Burkard, Natascha und Cheyenne Ochsenknecht, Frank Thelen sowie Gustav Schäfer und Georg Listing von Tokio Hotel.

Aus Klums Familie feiern Ehemann Tom Kaulitz (37), Tochter Leni, Sohn Henry Samuel und Mutter Erna Klum mit. Musikalisch setzt RTL auf einen Mix aus Schlager, Eurodance und Partyhits: Vicky Leandros (77), Liz Mitchell von Boney M., La Bouche, Katja Ebstein, Tony Christie, Rednex, Dr. Alban, Mousse T., 2 Unlimited und Snap!.

Zum Line-up gehören außerdem Whigfield, Isi Glück, Gala, Ireen Sheer und Londonbeat. Sarah Engels' No-Gos für ihren Biertisch-Auftritt hat sie vorab benannt. Als „große Weltpremiere“ kündigt RTL „The True Voices of Milli Vanilli“ mit Linda Rocco, Jodie Rocco und Charles Shaw an. Vicky Leandros verteidigt die Gastgeberin gegen die Kritik aus München.

Vicky Leandros sagte über Heidi Klum: „Heidi Klum ist eine erfolgreiche Powerfrau, die in ihrem Leben schon so viel erreicht hat. Sie hat die ganze Welt erobert!“
Vicky Leandros, Sängerin

„Nicht legitim“: Wirte und CSU gehen auf Distanz

Das Heidifest ist seit der Premiere umstritten. Der Münchner Wiesn-Wirt Christian Schottenhamel, der in seinem eigenen Zelt sonst Prominenz bewirtet, urteilte 2025: „Das ist nicht legitim. Das wirft ein schlechtes Bild auf ganz Bayern.“ Bayern bestehe nicht aus „Botox-gespritzten Frauen, prallen Brüsten, C-Klasse-Prominenz, diesem Pseudo-Anzapfen und Rüschendirndl“. Sein Fazit: „Das war so peinlich.“

Christian Schottenhamel sagte über das Heidifest: „Ich halte von Pseudo-Trachtenveranstaltungen gar nichts.“
Manuel Pretzl, CSU-Fraktionschef im Münchner Stadtrat

Pretzl nennt das Heidifest in der Abendzeitung „Trittbrettfahrerei auf bayerischer Tradition“, fürchtet für die Wiesn aber keinen Imageschaden: „So eine Pseudo-Show hat gegen das hier keine Chance!“ Auch Thomas Gottschalk, in dessen Show Klum 1992 ihre Karriere startete, stichelte auf RTL: Auf die Frage, ob er Heidi auf dem Oktoberfest sehen werde, sagte er, er glaube nicht, „aber Hauptsache ich sehe Karina“ – gemeint war seine Ehefrau.

Widerspruch kommt von BR-Moderatorin Uschi Dämmrich von Luttitz. Sie beschrieb das Publikum als „bunt und fröhlich“: „Wenn ich nicht da gewesen wäre, hätte ich was verpasst.“ Es passe zur bayerischen Tradition: „Unser Grundsatz ist Liberalitas Bavariae.“

Ein zweites Standbein neben Halloween

Das Heidifest ist für Klum Teil einer Strategie, neben ihrer jährlichen „Halloween“-Party in New York ein zweites festes Event zu etablieren, bei dem vor allem die Bilder zählen. Die Einschätzung der WELT zum RTL-Investment fällt zwiespältig aus: strategisches Investment – oder die nächste Gelegenheit, ohne Not viel Geld zu versenken.

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Die Traditions-Debatte könnte 2026 weiter an Fahrt gewinnen: Das Hofbräuhaus ist staatlich, unterhält auch ein Zelt auf der Wiesn, und die Vergabe der Brauereizelte wird durch eine Klage des Wirtes Alexander Egger angegriffen; die Wiesnwirte fahren die Kampagne „Rettet die Wiesn“. Warum das staatliche Haus zum Streitpunkt wird, erklärt der Bericht der Süddeutschen Zeitung zur Traditions-Debatte.