Collien Fernandes wird Filmpatin und klagt über massiven Hass
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Häusliche Gewalt

Collien Fernandes wird Filmpatin und klagt über massiven Hass

Die Schauspielerin Collien Fernandes begleitet als offizielle Patin den Kinofilm „That's Why The Lady Is a Champ“, der am 3. September 2026 startete. Bei Paneltalks in Hamburg, Köln und Berlin verbindet sie das Thema häusliche Gewalt mit ihren eigenen Vorwürfen gegen Christian Ulmen.

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Collien Fernandes hat den Kinostart eines Films über häusliche Gewalt zur eigenen Sache gemacht. Die 44-jährige Schauspielerin, Moderatorin und Journalistin ist offizielle Patin von „That's Why The Lady Is a Champ“ – der Film kam am 3. September 2026 in die deutschen Kinos, Verleih ist Tobis.

Fernandes begleitete den Start mit Previews und anschließenden Podiumsgesprächen; laut Ankündigung waren fünf Termine in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt geplant. Seit ihren Vorwürfen gegen Ex-Ehemann Christian Ulmen (50) gilt sie als eine der bekanntesten Fürsprecherinnen von Gewaltbetroffenen in Deutschland. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Ein Boxerinnen-Drama nach wahrer Geschichte

Der Film erzählt die wahre Geschichte der US-Boxerin Christy Martin. Sie stieg in den 1990er-Jahren in einer von Männern dominierten Sportwelt zur bekanntesten Boxerin der Welt auf, schaffte es als erste Frau auf das Cover der „Sports Illustrated“ und holte 49 Siege. Regie führte David Michôd; der Film dauert 135 Minuten und ist ab 16 Jahren freigegeben.

Abseits des Rings geriet Martin in eine toxische, von Kontrolle und Gewalt geprägte Beziehung mit ihrem Trainer, Manager und späteren Ehemann Jim Martin. Er isolierte sie, machte sie von sich abhängig und griff sie schließlich lebensgefährlich an. Martin überlebte und gründete danach die Hilfsorganisation „Christy's Champs“.

Sydney Sweeney spielt Christy Martin und wirkte als Produzentin mit, Ben Foster ihren Ehemann. In weiteren Rollen stehen Merritt Wever, Katy O'Brian, Ethan Embry, Jess Gabor und Chad Coleman. Sweeney sagte, sie habe die Geschichte unbedingt erzählen wollen: „Ich wollte dieses Projekt unbedingt: mitproduzieren, mitwirken, Christys Geschichte erzählen. Denn Christy möchte, dass wir Leben retten – und ich wollte ein Teil davon sein.“

Fernandes selbst konnte den Film kaum durchstehen. In der 3sat-Sendung „Kulturzeit“, ausgestrahlt am 1. September 2026, beschrieb sie die Wirkung so:

Ich schaffte es kaum, den Film am Stück zu schauen. Mich hat es natürlich aufgrund meiner eigenen Situation wahnsinnig getriggert.
Collien Fernandes, Schauspielerin und Moderatorin

Sie zieht eine Parallele zwischen der Boxerin und der Wahrnehmung von Opfern: „Was viele nicht verstehen oder sich nicht vorstellen können ist, dass wenn eine Frau stark auftritt, sie in den Augen vieler Menschen ja kein Opfer sein kann.“ Sie selbst bekomme viele Nachrichten von Frauen mit demselben Feedback – sie würden sich „gar nicht wie ein Opfer verhalten“.

Kinotour-Start in Hamburg, Paneltalks in Köln und Berlin

Die Kinotour begann am 31. August 2026 im CinemaxX HOLI in Hamburg. Fernandes trat vor der Vorstellung auf die Bühne und wünschte dem Publikum „viel Kraft beim Schauen des Films“. Nach dem Film moderierte sie einen Paneltalk mit Vertreterinnen von Opferhilfe Hamburg e. V., Frauen helfen Frauen Hamburg e. V. und verikom gGmbH.

In der Hamburger Runde saßen Susanna Lange Vargas, Projektleiterin bei verikom/savîa, und Petra Schlesiger, Sozialpädagogin bei Frauen helfen Frauen Hamburg e. V. Themen waren politische Missstände, Hilfsangebote und ein Appell an Männer, Verantwortung zu übernehmen.

Fernandes verknüpfte die Filmvorführung mit einem konkreten Anspruch an das Publikum:

Denn Schweigen schützt Täter. Wir müssen diese Taten aus dem Dunkelfeld holen. Hier sollte niemand nach Hause gehen, ohne zu wissen, wo es Hilfe gibt.
Collien Fernandes, Schauspielerin und Moderatorin

Auch in Köln moderierte Fernandes ein Preview-Event mit lokalen Frauenhilfsorganisationen. Auf dem Gruppenfoto stehen neben ihr Andrea Albert (Sozialdienst katholischer Frauen), Maren Brenner (Diakonie Michaelshoven), Vertreterinnen des Wenepunkt und Josi Hüttel (Frauen helfen Frauen – Autonome Frauenhäuser). In Berlin folgte eine weitere Preview.

„Man kommt mit so massiven Lügen einfach durch“

Der härteste Satz der Kampagne fiel nicht über den Film. Im Interview der B.Z. über die massiven Lügen, geführt von Markus Tschiedert im Hotel Steigenberger am Kanzleramt in Berlin, sagte Fernandes: „Man kommt mit so massiven Lügen einfach durch.“

Sie bezog sich damit auf die anhaltende Öffentlichkeitsarbeit der Gegenseite. Nach ihren Angaben steht im jüngsten Urteil des Oberlandesgerichts, es sei völlig unstrittig, dass Ulmen Deepfakes von ihr verschickt habe. Trotzdem werde sie weiter verleumdet und als Lügnerin dargestellt. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

Fernandes schildert, es würden permanent „Falschbehauptungen gedroppt“ – etwa, das Verfahren in Spanien sei eingestellt worden oder sie habe einen Notartermin nicht wahrgenommen. Die spanische Gerichtssprecherin habe das dementiert; sie sagt: „nützt aber nichts, die Lüge ist schneller“.

Am 4. September 2026 veröffentlichte ntv.de ein Interview von Sabine Oelmann, in dem Fernandes den Kern des Streits benennt: „Der Hass rührt ja daher, dass Leute meinen, ich würde lügen. Wobei das Gegenteil der Fall und sogar belegt ist!“ Sie spricht von einer „altbekannten Täter-Taktik – leugnen, schweigen, diffamieren“ und verweist auf mehrere Gerichtsurteile.

Vorgeschichte der Kampagne

  1. September 2025
    Ende der Ehe

    Collien Fernandes und Christian Ulmen verkünden nach vierzehn Jahren Beziehung das Ende ihrer Ehe.

  2. März 2026
    Vorwürfe und Ermittlungen

    Fernandes erhebt im „Spiegel“ erstmals öffentlich Vorwürfe digitaler sexualisierter Gewalt; die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt. Für Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

  3. 18. August 2026
    Patin mit Kinotour

    Rolling Stone meldet, dass Fernandes als Patin für „That's Why The Lady Is a Champ“ Previews in Hamburg, Berlin, Köln und Frankfurt begleitet.

  4. 31. August 2026
    Start im CinemaxX HOLI

    In Hamburg begrüßt Fernandes das Publikum, nach dem Film folgt ein Paneltalk mit Opferhilfe Hamburg e. V., Frauen helfen Frauen Hamburg e. V. und verikom gGmbH.

  5. 1. September 2026
    Gespräch in der „Kulturzeit“

    3sat zeigt ein Gespräch mit Fernandes über den Film und häusliche Gewalt; sie berichtet, der Film habe sie „wahnsinnig getriggert“.

  6. 3. September 2026
    Deutscher Kinostart

    „That's Why The Lady Is a Champ“ startet offiziell in den deutschen Kinos.

  7. 4. September 2026
    Interview auf ntv.de

    ntv.de veröffentlicht das Gespräch „Collien Fernandes: ‚Ich habe Lust auf einen Neuanfang‘“ von Sabine Oelmann.

Druck auf die Politik, Fortbildungen für Polizei und Justiz

Fernandes fordert Konsequenzen aus der Debatte. Strafprozesse zu häuslicher Gewalt sind in Deutschland grundsätzlich öffentlich; das Argument, man müsse „zum Schutz der Familie“ schweigen, nennt sie ein „falsches Verständnis von Familienschutz“. Bei einem Dunkelfeld von 95 Prozent sei das Signal fatal.

Sie verlangt Druck auf die politischen Entscheider, verpflichtende Fortbildungen für Polizei und Justiz und mehr Investitionen in Prävention und Hilfsangebote. Der Film sei für sie ein Mittel, „diese Taten aus dem Dunkelfeld zu holen“ – und für Frauen, die sich äußern, hat sie nur Zustimmung: „Ich freue mich über jede laute Frau.“

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Über ihre Zukunft sagte sie im ntv-Interview über ihren Neuanfang: „Ich würde gern noch mal einen Neuanfang wagen. Einen Neuanfang, in dem alles normal und gesund läuft, und keine toxischen Dinge passieren.“

Vergeben könne sie „grundsätzlich ja, aber in manchen Fällen nicht“, Vertrauen wolle sie „auf jeden Fall“ wiedergewinnen. Offen bleibt, ob die angekündigte Station in Frankfurt stattfand und ob ihre Forderungen nach Fortbildungen für Polizei und Justiz politisch aufgegriffen werden. Ihren eigenen Maßstab hat sie schon formuliert: „Ich würde mich gar nicht als stark bezeichnen, aber zumindest ist mein Kampfeswille zurück.“