Dieter Hallervorden (91) hat nach vielen Jahren als Nichtraucher wieder mit dem Rauchen angefangen. Als Grund nennt der Schauspieler und Theaterleiter nicht Sucht oder Stress, sondern seine Frau: Sie kam vom Dreh zurück und musste rauchen – also raucht er mit.
Bekannt wurde das über ein Interview, das die Deutsche Presse-Agentur in Berlin mit ihm geführt hat. Wie der Bericht über sein Rauch-Comeback festhält, raucht er nur abends und maximal fünf Zigaretten am Tag. Aufhören könne er jederzeit, es sei „kein Problem, von heute auf morgen“.
Warum er wieder zur Zigarette greift
Seine Frau ist die Schauspielerin und Stuntfrau Christiane Zander, seine dritte Ehefrau. Die beiden sind seit Juni 2022 verheiratet, sie ist rund 31 Jahre jünger als er. Kennengelernt haben sie sich als Nichtraucher, wie Hallervorden im Interview betont.
„Wir haben uns als Nichtraucher kennengelernt und sie kam vom Dreh zurück und musste eben rauchen. Und dann dachte ich: Naja, ehe ich das jetzt also ertrage, rauche ich mit. Aber ich rauche nur abends und maximal fünf am Tag.“
Aus dem Bekenntnis wird in den Berichten ein Widerspruch: Hallervorden betreibt einen erheblichen Aufwand für seine Gesundheit – und untergräbt ihn abends mit bis zu fünf Zigaretten. Der rbb-Service brisant.de liest daraus eine Bedingung heraus: Aufhören könne er sofort, doch dafür müsste zuerst seine Frau aufhören.
Eine Stunde Sport vor dem Frühstück
Seinem Laster steht ein strenges Programm gegenüber. Hallervorden trainiert nach eigener Darstellung jeden Tag vor dem Frühstück eine Stunde: Schwimmen, Ergometer, leichte Dehnübungen, dazu ein täglicher Spaziergang. Nach eigener Einschätzung bringt das „ziemlich viel“ – so fasst es der Bericht über sein Fitness-Geheimnis zusammen.
„Ich trage hier auch so einen komischen Apparat, der immer alles misst. Das Gerät schreibt mir vor, dass ich nach 22 Uhr auf keinen Fall noch essen oder rauchen darf. Ich halte mich zwar nicht sklavisch daran, aber es hilft mir schon.“
Der Apparat am Handgelenk misst nach seinen Angaben mehr als den Puls: Er erfasst die Herzfrequenzvariabilität und gibt Auskunft darüber, ob Hallervorden genug schläft oder im Schlaf Stress hatte. Vor allem aber erinnert er ihn an die Regel, die mit dem Rauchen kollidiert – nach 22 Uhr keine Zigarette.
Unruhestand statt Ruhestand
Als eigentliche Altersbremse benennt Hallervorden die Untätigkeit. Viele seiner Kollegen freuten sich auf den Ruhestand – er bevorzuge den „Unruhestand“, sagt er, und könne sich nicht vorstellen, von sich aus aufzuhören.
„Solange mich meine Beine auf die Bühne tragen, solange der Kopf noch mitmacht und unten Leute sitzen, die mich sehen wollen, werde ich natürlich weiter dabeibleiben, klar.“
Sein Arbeitspensum stützt den Anspruch: Hallervorden leitet mehrere Berliner Bühnen, darunter das Schlosspark Theater, das gerade seine 18. Spielzeit eröffnet hat. Bekannt wurde er in den 1970er-Jahren mit den Sketchen von „Nonstop Nonsens“, im Kino war er unter anderem in „Sein letztes Rennen“ und „Honig im Kopf“ zu sehen.
Fünf am Abend – und die Frage, wer zuerst aufhört
Damit bleibt die Rechnung offen: Ein Mann, der jeden Morgen eine Stunde für seine Fitness arbeitet und sich von seinem Tracker nach 22 Uhr Essen und Rauchen verbieten lässt, räumt genau das ein, was das Gerät untersagt. Seine Begründung verlagert die Entscheidung auf seine Frau.
Hallervorden selbst nennt das Rauchen kein Problem, das er nicht lösen könnte. Ob er es tatsächlich beendet, hängt nach seiner eigenen Darstellung an Christiane Zander: Erst wenn sie aufhört, ist auch sein letztes Laster weg. Solange sie raucht, bleibt es bei den fünf Zigaretten am Abend.
