Um 16.33 Uhr fragte er Marijke Amado (72), ob sie seine Frau werden wolle. Sieben Minuten später lag ein nicht verankertes Fußballtor auf seinem Gesicht. Die Moderatorin erzählt diese sieben Minuten seit Jahren öffentlich – und hat sie rund um ihren jüngsten Fernsehauftritt erneut erzählt.
Der Anlass ist ihr Gastauftritt in der ZDF-„Giovanni Zarrella Show“ am 19. September 2026. Rund um die Ausstrahlung griffen mehrere Medien die Geschichte wieder auf. Sie stammt aus Amados 2019 erschienenem Buch „Frauen in den Medien: Immer schön gelassen bleiben“ und aus einem Interview mit der „Bunte“.
Die Schlagzeile, ein Fußballtor habe Marijke Amados Partner „erschlagen“, legt einen tödlichen Ausgang nahe. Die überlieferten Schilderungen beschreiben dagegen einen schwer verletzten Mann, der den Unfall überlebte und wochenlang behandelt wurde. Sein Name wird in keiner der Quellen genannt.
Ein Antrag, sieben Minuten Glück
Die Szene spielt Ende der 1970er Jahre auf dem Ütliberg bei Zürich. Amado war gerade Mitte 20, eben für Rudi Carrells Show „Am laufenden Band“ entdeckt worden und mit ihrer „großen Liebe“ zusammen. Das Paar wollte heiraten. Am Rand eines Fußballfeldes fragte der Mann sie, ob sie seine Frau werden wolle.
Was danach kam, hat Amado in ihrem Buch festgehalten. Ihr Verlobter habe eine Kopfrolle über das Fußballtor machen wollen, sei zu dem Tor gerannt und habe die Beine hochgeschoben. Das Tor kippte um, weil es nicht im Boden verankert war.
Ihre Zeitangabe macht den Umschlag auf die Minute fest – und sie wählt dafür ein Bild, das nichts beschönigt.
„Um 16.33 Uhr saß da ein gutaussehender, sportlicher, Alain Delon ähnelnder Mann und fragte mich, ob ich seine Frau werden wolle – und um 16.40 Uhr wurde dieser Alain Delon zum Frankenstein.“
Die Haken bohrten sich quer in seinen Kopf
Das Tor traf ihn mit voller Wucht im Gesicht, wie t-online den Unfall ihres Verlobten beschreibt. Die Haken bohrten sich nach Amados Worten quer in seinen Kopf, „und es war nichts mehr übrig von diesem Mann, den ich liebte“.
Gegenüber der „Bunte“ schildert sie den Hergang in einer zweiten, leicht abweichenden Version: Dort ist nicht von einer Kopfrolle die Rede, sondern von einem Klimmzug am Tor.
„Er wollte sich an einem Fußballtor mit dem Rücken zum Netz hochziehen. Das Tor war aber nicht im Boden verankert und ist dann auf ihn gefallen. Das war eine Katastrophe. Ich habe sehr darunter gelitten.“
Wochen im Universitätsspital Zürich
Ihr Verlobter wurde danach viele Wochen im Universitäts-Spital Zürich behandelt. Amado spricht von Transplantationen von Bauchfett mit Gehirnhaut und weiteren Eingriffen. Der Mann überlebte, doch für das Paar war danach nichts mehr wie zuvor – joyn.de beschreibt die Folgen des Unfalls für Amado.
Beim Schreiben ihres Buches habe sie die Angst und die Trauer des Moments wieder gespürt, in dem alles zerstört wurde. Statt Hochzeitsplänen hätten Krankenhausflure und medizinische Prognosen ihren Alltag bestimmt. Ihr Leben habe sich von der einen auf die andere Sekunde geändert.
„Das war eine der schwersten Zeiten in meines Lebens. Wenn dich einer kurz vorher fragt, ob du seine Frau werden willst und dann passiert so etwas?“
Ein Haus, ein Vermögen und zwei Ehen
In der Liebe hatte Amado danach wenig Glück. Mitte der Neunzigerjahre lernte sie Kees van den Herik kennen, fast zehn Jahre waren sie ein Paar. Am Ende verlor sie Haus und Vermögen – ihr Ex-Freund betrog sie mit 16 Frauen.
Zweimal wurde sie zudem Opfer häuslicher Gewalt – einmal Anfang der Neunzigerjahre, rund 15 Jahre später ein zweites Mal. 2020 sagte sie der „Gala“, beim ersten Mal sei es so gravierend gewesen, dass sie ins Krankenhaus musste. Das Schlimmste seien nicht die körperlichen, sondern die seelischen Schmerzen gewesen.
Selbst bei der Zahl ihrer Ehen widersprechen sich die Berichte. joyn.de schreibt von zwei Ehen: Den Nachnamen Amado habe sie nach der Scheidung der ersten behalten, ihr Sohn Kai stamme aus der zweiten. gala.de nennt sie dagegen dreifach verheiratet. Nach Darstellung von joyn.de ist sie derzeit Single.
Der Auftritt als Patentante
Auslöser der neuen Berichte war ein Auftritt, der für sich genommen harmlos war. Am 19. September 2026 lief ab 20:15 Uhr im ZDF die „Giovanni Zarrella Show“ aus der Lokhalle Göttingen unter dem Motto „Kleine Stars ganz groß“. Aus Kostengründen war die Ausgabe bereits Ende April vorproduziert worden.
Amado trat dort nach eigenen Worten als „so etwas wie die Patentante der Kinder“ auf und präsentierte außergewöhnliche junge Gesangstalente, die gemeinsam mit Matthias Reim, Beatrice Egli und Giovanni Zarrella im Duett sangen. Im Vorfeld hatte sie gesagt, sie sei „ein großer Fan“ des Entertainers.
Wenige Wochen zuvor hatte dieselbe Show schon einmal einen Antrag zum Thema gemacht: Bei Nadine Ellrichs Heiratsantrag live im ZDF sagte die Sängerin Ja.
Offen bleibt, ob Amado die sieben Minuten noch einmal selbst erzählt – und ob künftige Berichte den tödlichen Ausgang korrigieren, den die Schlagzeile nahelegt, ihre eigenen Schilderungen aber nicht hergeben.
