Vier Töchter, drei Frauen, zwei gescheiterte Ehen – und ein Haus in München-Großhadern, in dem Andreas Giebel selbst mit zwei Brüdern aufgewachsen ist. Der Schauspieler und Kabarettist, seit 2019 Kriminalhauptkommissar Benedikt Beissl in der ARD-Vorabendserie „Watzmann ermittelt", hat seine Familie über Jahrzehnte zusammengehalten – obwohl die Kinder in verschiedenen Haushalten groß wurden.
Über sein Familienleben hat Giebel selbst in einem Interview für BUNTE 2/2026 gesprochen, das am 30. Dezember 2025 erschien. Die BR-Dokumentation „Andreas Giebel – ganz normal, was sonst" hatte schon vorher nachgezeichnet, wie aus vier Kindern von drei Frauen ein Familienverband wurde – und wie selten Patchwork-Familien laut den Autoren dauerhaft zusammenbleiben.
Wie Ribana, Debora, Lisa und Sarah aufwuchsen
Giebel wurde nach eigener Aussage mit 20 Jahren zum ersten Mal Vater – damals arbeitete er als Lagerist und Dekorateur. Seine erste Tochter heißt Ribana. Die erste Ehe zerbrach nach zwei Jahren, Ribana blieb nach der Trennung bei ihrem Vater.
Drei Jahre später kam die zweite Tochter zur Welt: Debora, Giebel war damals 23. Sie stammt aus seiner zweiten Ehe mit Sabine. Auch diese Verbindung hielt nicht dauerhaft; nach der Scheidung lebte Debora bei ihrer Mutter und verbrachte nur jedes zweite Wochenende bei ihrem Vater und ihrer Halbschwester.
Die Töchter Lisa und Sarah stammen aus der dritten Ehe mit Karin. Nicht alle vier Kinder wuchsen also unter einem Dach auf, über Jahre war die Familie auf mehrere Haushalte verteilt. Nach dem Ende der ersten Ehe hatte sich Giebel vorgenommen, nicht noch einmal zu heiraten.
Giebels Familienchronik: vier Töchter, drei Mütter
- 4. Juni 1958Geburt in München
Andreas Giebel wächst mit zwei Brüdern in Großhadern auf, als Sohn eines Arztes und einer Arzthelferin.
- Ende der 1970erErste Tochter Ribana
Mit 20 Jahren wird Giebel zum ersten Mal Vater, während er als Lagerist und Dekorateur arbeitet. Kurz darauf stirbt sein Vater an einem Herzinfarkt.
- Anfang der 1980erZweite Tochter Debora
Mit 23 Jahren wird Giebel erneut Vater; Debora stammt aus der zweiten Ehe mit Sabine und lebt nach der Scheidung bei ihrer Mutter.
- 1980er und 1990erKarin kommt ins Spiel
Als Hausmeister an der Dom-Pedro-Grundschule lernt Giebel die Sozialpädagogin Karin kennen. Aus Bekanntschaft wird Freundschaft, später Liebe.
- 30. Dezember 2025Das BUNTE-Interview
BUNTE 2/2026 erscheint mit Giebels Aussagen über die Liebe zu seiner Frau Karin nach über 27 Jahren Ehe.
Erst Kollegin an der Schule, dann die Frau fürs Leben
Karin, seine dritte Ehefrau, lernte Giebel während seiner Zeit als Hausmeister an der Dom-Pedro-Grundschule in München kennen. Sie war Sozialpädagogin in einem Münchner Waisenhaus und brachte die Kinder zur Schule. Aus der Bekanntschaft wurde zunächst eine Freundschaft, erst später eine Liebesbeziehung.
Wie eng die Verbindung war, bevor daraus Liebe wurde, beschreibt Giebel selbst – und macht die Freundschaft damit zum Fundament der Ehe:
„Meine Frau ist Sozialpädagogin im Waisenhaus in München und die hat die Kinder in die Schule rübergebracht. Das war immer sehr herzlich. Wir haben uns über das gemeinsame Lachen kennengelernt und das sehr, sehr lange, bevor wir auf die Idee gekommen sind, dass wir auch zusammen sein könnten. Dafür haben wir ein knappes Jahr gebraucht. Wir haben uns gesagt: Wir könnten es doch mal probieren – es war perfekt!“
Zur Dauer der Ehe gibt es unterschiedliche Angaben. t-online schreibt, Karin und Giebel seien zum Zeitpunkt des Interviews Ende 2025 seit 27 Jahren verheiratet gewesen. Im BUNTE-Interview über die Liebe zu seiner Frau Karin ist von „über 27 Jahren Ehe" die Rede, andere Berichte schreiben „seit fast 30 Jahren".
Als Rezept für die lange Ehe nennen beide den gemeinsamen Humor: Wichtig sei, auch in schwierigen Situationen nicht den Witz zu verlieren und den Blick für das Leichte zu behalten. Dazu kommen Zusammenhalt und gegenseitiges Vertrauen.
Vom Lageristen zum Fernsehkommissar
Vor Bühne und Kamera standen andere Jobs. Giebel arbeitete als Dekorateur – eigentlich wollte er Bühnenbildner werden –, als Lagerist, als Masseur und schließlich als Hausmeister. Sein Vater war Arzt, seine Mutter Arzthelferin; im Garten baute der Vater ein „Häusl", in dem er kleine Theaterstücke inszenierte.
Der Vater starb plötzlich an einem Herzinfarkt, kurz nachdem Giebel mit Anfang 20 seine erste Tochter bekommen hatte. Die BR-Dokumentation über Giebel und seine vier Töchter beschreibt, der Vater habe wenig an ihn geglaubt – „Das verstehst du eh' nicht" –, ihn aber stark geprägt.
Mit 21 Jahren trat Giebel erstmals mit eigenen Texten auf. 1986 machte er das Kabarett zum Hauptberuf – trotz der Familie, die er zu versorgen hatte. Seit 2019 spielt er den eigenwilligen Ermittler mit trockenem Humor in „Watzmann ermittelt".
Zu seinen Auszeichnungen zählen der Deutsche Kleinkunstpreis, der Bayerische Kabarettpreis, der Deutsche Kabarettpreis und der Bayerische Poetentaler. Seit 2008 ist Giebel Schirmherr des Spendenprojekts „Hilfe für Kids" des Kreisjugendrings München-Stadt.
Ein Kümmerer, der nicht loslassen kann
Heute haben alle vier Töchter guten Kontakt und wohnen in München – für Giebel die späte Bestätigung, dass sich der Einsatz gelohnt hat. „Das Schöne ist, dass alle vier Töchter einen guten Kontakt haben und in München wohnen. Dadurch entwickelt sich etwas unter ihnen", sagt er.
Als „Kümmerer„ beschreibt sich Giebel selbst und räumt ein, dass er schwer loslassen kann: „Das ist tief verankert. Manchmal muss ich mir sagen: „Andreas, das können die jetzt auch.“ Wenn ich mich kümmern kann, dann tue ich es fast schon automatisch.“ Über seine Rolle als Großvater sagt er: „Unschlagbar, dass man so eine Situation erleben darf. Dafür bin ich sehr dankbar."
Die Autorin der BR-Dokumentation, Birgit Deiterding, betont, es sei „nicht selten", dass Patchwork-Familien wieder auseinanderbrechen. Giebel aber habe die Familie trotz aller Turbulenzen zusammengehalten; das Verhältnis zu allen vier Töchtern sei sehr eng.
Karin beschrieb ihre Rolle in der Patchwork-Konstellation rückblickend als Zwischenposition: Sie sei „fast wie eine Mutter und dann aber doch keine Mutter" gewesen, sagte sie in der Dokumentation. Geändert habe sich das, als die gemeinsamen Töchter Lisa und Sarah auf die Welt kamen.
Ob das Modell dauerhaft trägt, entscheidet sich nicht an Giebels Bühnenkarriere, sondern an seiner Rolle als Kümmerer: Der Schauspieler ist mehrfacher Großvater, alle vier Töchter leben in derselben Stadt. Offen ist, ob er sich tatsächlich zurücknimmt – oder weiter eingreift, sobald es in der Familie klemmt.
