15-Jähriger in Marsberg erstochen – zwei Verdächtige aus Hamm flüchtig
Bei einer Feier in Marsberg-Essentho ist ein 15-Jähriger aus Dortmund erstochen worden. Zwei Männer aus Hamm sind flüchtig – eine öffentliche Täterbeschreibung gibt es bislang nicht.
Ein 15 Jahre alter Jugendlicher aus Dortmund ist am Samstagabend auf einer Feier in Marsberg-Essentho erstochen worden. Die beiden Tatverdächtigen – ein 22-Jähriger und ein 23-Jähriger aus Hamm – sind seit der Tatnacht auf der Flucht.
Nach Angaben von Staatsanwaltschaft Arnsberg und Polizei Dortmund ereignete sich die Tat gegen 20.30 Uhr am 19. September. Der 15-Jährige erlag noch am Tatort seinen Verletzungen. Ein 18-Jähriger aus Marsberg wurde bei derselben Auseinandersetzung schwer verletzt und zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Die gemeinsame Pressemitteilung der Ermittler zum Tötungsdelikt in Marsberg erschien am Montag, dem 21. September – zwei Tage nach der Tat. Zuerst über den Fall berichtet hatte die Westfalenpost unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft Arnsberg. Seit Samstagabend ist eine Mordkommission aus Dortmund im Einsatz.
Eine verbale Streitigkeit, die eskalierte
Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand ging der Tat eine verbale Streitigkeit zwischen den beiden Tatverdächtigen aus Hamm und einer Gruppe aus Marsberg und Rüthen voraus. Zu dieser Gruppe gehörten auch der später getötete 15-Jährige und der schwer verletzte 18-Jährige.
Im weiteren Verlauf habe sich daraus eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Männern aus Hamm auf der einen und den beiden Geschädigten auf der anderen Seite entwickelt, heißt es in der Mitteilung der Ermittler. Was den Streit auslöste, ist bislang unklar.
„Es soll sich allerdings um eine lediglich die Parteien betreffende Streitigkeit handeln, welche sich hochgeschaukelt haben soll.“
Annika Berg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg
Berg ordnet den Fall damit als Streitigkeit zwischen den Beteiligten ein – ein Grund, warum die Ermittler bislang auf eine öffentliche Warnung verzichten. In welcher Beziehung die beiden Verdächtigen aus Hamm zu den Opfern standen, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei nicht mit.
Die Fahndung läuft seit der Tatnacht. In der Nacht auf Sonntag kreiste nach Informationen der Westfalenpost auch ein Polizeihubschrauber über Marsberg und Olsberg, um die beiden Männer zu finden. Gefunden wurden sie bislang nicht.
Auf ihre Spur kamen die Ermittler durch Zeugenaussagen. Mehrere Zeugen wurden bereits vernommen, weitere Vernehmungen sollten in den kommenden Tagen folgen. Der Staatsanwaltschaft Arnsberg sind die beiden Tatverdächtigen namentlich bekannt.
Eine öffentliche Täterbeschreibung gibt es bislang nicht. Nach den Worten der Behördensprecherin Annika Berg wird sie derzeit noch nicht veröffentlicht, könnte aber nachgereicht werden, sollte die Fahndung erfolglos bleiben. Ob sich die beiden Männer noch im Raum Hamm oder Marsberg aufhalten könnten, teilten die Ermittler nicht mit.
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Stichverletzungen bestätigt – Vernehmung des 18-Jährigen offen
Der Leichnam des 15-Jährigen wurde bereits am Sonntag, dem 20. September, rechtsmedizinisch obduziert. Die Obduktion bestätigte, dass der Jugendliche an den Folgen von Stichverletzungen starb. Zur Tatwaffe machten die Ermittler keine Angaben.
Der 18-Jährige aus Marsberg wird weiterhin im Krankenhaus behandelt. Er sollte am Montag dort erstmals von den Ermittlern vernommen werden. Ob sein Gesundheitszustand eine Vernehmung zulässt, war laut Staatsanwaltschaft zunächst unklar.
„Da es sich um eine nur die Parteien betreffende Streitigkeit handeln soll, gehen wir nicht von einer Gefahrenlage für die Öffentlichkeit aus.“
Annika Berg, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Arnsberg
Nach Angaben der Ermittler ist zudem offen, ob beide Männer zugestochen haben oder ob einer von ihnen nur daneben stand.
Wann die Ermittler neue Erkenntnisse vorlegen, ist offen. Bis dahin bleiben die beiden Männer aus Hamm auf der Flucht – und die Staatsanwaltschaft behält sich vor, die Öffentlichkeit doch noch um Mithilfe bei der Suche zu bitten.