Ein einziges Konzert gab Gianna Nannini (72) in diesem Jahr – und die Berliner Waldbühne war ausverkauft. Rund 20.000 Menschen kamen am Samstag, 19. September 2026, in das Amphitheater im Berliner Westend; zuletzt hatte die Italienerin dort 1988 gespielt, 38 Jahre zuvor.
„GIANNAGOLD 1976/2026 – The 50 Years Album Celebration“ hieß die Show, das letzte Open-Air-Konzert der Waldbühnen-Saison. Vorab sagte Nannini der Deutschen Presse-Agentur, der Auftritt in der Waldbühne sei ihr „wirklich ein Herzenswunsch“ und „wirklich eine Liebeserklärung an mein deutsches Publikum“.
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Comeback nach 38 Jahren
Der Ort markiert eine Karrierezäsur: 1988, am Ende ihrer Deutschland-Tour, hatte Nannini in der Waldbühne auf dem Höhepunkt ihres Durchbruchs gestanden. Die Veranstalter FKP Scorpio und Vivo Concerti bewarben die Rückkehr als „episches Comeback“ – nach mehr als 30 ausverkauften Shows in Italien, Deutschland und der Schweiz 2024/25.
Neu war das Format: Erstmals in ihrer Karriere trat Nannini mit großem Sinfonieorchester auf. Begleitet wurde sie vom rund 70-köpfigen Bohemian Symphony Orchestra Prague unter Dirigent Martin Šanda, dazu ihre Band mit Davide Tagliapietra als musikalischem Leiter und Gitarristen.
Von der Debütplatte zur Jubiläumstour
- 1976Debütalbum erscheint
Gianna Nanninis selbstbetiteltes erstes Album kommt heraus – Ausgangspunkt des 50-jährigen Jubiläums.
- 1988Konzert in der Waldbühne
Am Ende ihrer Deutschland-Tour spielt Nannini in Berlin, auf dem Höhepunkt ihres Durchbruchs.
- 2024 – 2025Mehr als 30 ausverkaufte Shows
Tour durch Italien, Deutschland und die Schweiz.
- 10. Februar 2026Ankündigung von GIANNAGOLD
Nanninis Website und die Waldbühne bestätigen das exklusive Jubiläumskonzert für den 19. September 2026.
- 19. September 2026Ausverkaufte Waldbühne
Rund 20.000 Zuschauer, über zwei Stunden Show und rund 30 Minuten Zugabe.
- 21. September 2026Tourdaten für 2027
Radio Italia meldet den ausverkauften Abend in Berlin und nennt die Stationen der Jubiläumstour.
- 15. März 2027Tour-Debüt in Mailand
Offizieller Start im Unipol Forum in Assago, nach der „data zero“ am 13. März in Livorno.
Sinfonischer Rock über fünf Jahrzehnte
Überpünktlich begann der Abend mit einem Turbostart: In silbern glänzendem Outfit eröffnete Nannini mit „America“, Rolling Stone sah dagegen einen goldenen Mantel. Es folgten mehr als zwei Stunden Werkschau mit „I Maschi“, „Fotoromanza“ und „Bello e impossibile“; sie moderierte kaum, rief „Berlinoooo“ und überraschte mit deutschen Worten: „Das Lied ist fertig.“
Der Mittelteil gehörte der leisen Nannini: Nur am Klavier spielte sie „Donne in amore“, „Profumo“ und „La differenza“; bei „Silenzio“ stand sie ganz allein vor dem Orchester, wie es in der rbb24-Kritik des Berliner Waldbühnen-Abends heißt – im Publikum wischten sich Besucher Tränen aus dem Gesicht. Zuvor hatte sie aus dem Off von ihrer Großmutter erzählt, deren Haus im Krieg von „Männern in Uniform“ besetzt gewesen sei; auf den Screens erschienen drei Kronleuchter.
„Das Haus meiner Großmutter war während des Krieges von Männern in Uniform besetzt. Sie ließ sich nichts anmerken, entschlossen und selbstbewusst. […] Keine Angst in den Augen, keine Träne. Nur diese stille Kraft der Frauen, die nicht schreien müssen.“
Nach einer Kunstpause mit meditativen Synthesizer-Klängen, in der das Publikum die Stille hielt, folgten rund 30 Minuten Zugabe – drei insgesamt. Bei „Bello e impossibile“ sangen alle mit; mit „Volare“ und den Rufen „Olé, Gianna, olé“ verschmolzen Popkultur und italienisches Lebensgefühl. Zum Schluss holte sie mit „Un'estate italiana“, dem WM-Song von 1990, den Sommer 1990 zurück.
Der Auftakt für die Jubiläumstour 2027
Die Berliner Show war kein Einzelabend: Sie ist der Auftakt eines zweijährigen Jubiläumsprojekts und markiert Nanninis Rückkehr zu Universal Music sowie die neue Zusammenarbeit mit Vivo Concerti. Radio Italias Bericht über den ausverkauften Abend nennt zugleich die Tourdaten: Die „GiannaGold – Celebration Tour – Live 2027“ startet am 13. März mit der „data zero“ im Modigliani Forum in Livorno, offizielles Debüt ist der 15. März im Unipol Forum in Mailand, danach folgen Florenz, Padua, Jesolo, Rom, Eboli, Bari, Bologna und Turin.
Mit Deutschland verbindet Nannini mehr als ein Konzertsaal. „Berlin ist keine Stadt wie jede andere. Berlin ist Berlin“, sagte sie vorab. Nach der Show sagte sie dem Sender Radio Italia, Berlin sei ihre Stadt der Wahl, sie fühle sich dort zu Hause und habe dort einen Koffer stehen gelassen – „wie Marlene Dietrich“. Viele ihrer Hits entstanden in Deutschland; sie habe viel gelernt, vor allem von Produzent Conny Plank.
Offen ist, ob Nannini das Orchesterformat auch in die italienischen Hallen mitnimmt – angekündigt sind bislang nur die Tourdaten, nicht die Besetzung. Der nächste Auftritt steht am 13. März 2027 in Livorno an.
