Massimo Sinató (45) hat sein Spielfilm-Debüt hingelegt – und gegen den Kölner „Tatort“ klar verloren. 3,34 Millionen Zuschauer und 13,8 Prozent Marktanteil holte das ZDF am Sonntagabend mit „Inga Lindström: Rezept für die Liebe“, der „Tatort“ kam auf 7,38 Millionen Zuschauer und 30,8 Prozent.
Der Film lief am 20. September 2026 um 20:15 Uhr im ZDF als Teil des „Herzkino“ und war bereits seit dem 21. August 2026 in der ZDF-Mediathek abrufbar. Sinató, seit 2010 Profitänzer bei RTLs „Let's Dance“ und 2026 in seiner 17. Staffel, steht darin erstmals für einen Spielfilm vor der Kamera.
Seine Rolle: Tanzlehrer Kian, der an einer neu eröffneten Tanzschule arbeitet – im selben Metier also, in dem der Profitänzer selbst zu Hause ist. Neben der Schauspielerei durfte Sinató in dem Film auch tanzen.
Tanzlehrer Kian umwirbt eine verheiratete Frau
In der Handlung umwirbt Kian die deutlich ältere Frederika (Julia Bremermann) und bringt damit deren Ehe ins Wanken. Frederikas Mann Gunnar (Helmut Zierl) ist gerade pensionierter Anwalt, die Beziehung steckt ohnehin in der Krise. Als Gunnar von dem Tanzlehrer erfährt, glaubt er, seine Frau verloren zu haben.
Der große Altersunterschied ist das zentrale Motiv des Films. „Alter ist nur eine Zahl“, sagt Sinató dazu – und verweist auf sein eigenes Leben: Mit seiner Frau, der Moderatorin Rebecca Mir (34), ist er seit rund 14 Jahren ein Paar und seit knapp elf Jahren verheiratet; kennengelernt haben sie sich 2012 bei „Let's Dance“, wo sie seine Tanzpartnerin war.
Neben der Geschichte um Kian und Frederika erzählt der Film eine zweite Liebesgeschichte: Die Kinderbuchautorin Sofia Lund (Sogol Faghani) kehrt nach zwei Jahren aus Frankreich zurück, um das Elternhaus zu verkaufen. Dort haben sich unerwartet Starkoch Jonas (Karl Schaper) und seine Tochter Lilly (Finja Leonie Meyer) einquartiert; Lilly wird später zur Verbündeten Gunnars.
Vom Parkett zur Kamera: „deutlich ruhiger“
Sinató beschreibt den Wechsel als Verlangsamung. Die Schauspielerei gebe ihm „eine Stimme“, beim Tanzen sei dagegen sein Körper „mein Instrument“, sagt er im Gespräch mit BUNTE über das Spielfilm-Debüt. Und weiter: „Ich bin im Schauspiel deutlich ruhiger und mehr im Hier und Jetzt als im Tanz.“
„Normalerweise bin ich eher ein Zappelphilipp und immer in Bewegung, aber beim Schauspielern bin ich viel ruhender und mehr bei mir.“
Diese Selbsteinschätzung erklärt, warum ihm die Rolle entgegenkam. „Ich war als Tanzlehrer komplett in meinem Element“, sagt Sinató – auch wenn er „trotz meiner Bühnenerfahrung sehr aufgeregt“ gewesen sei. Die Verbindung von Schauspiel und Tanz sei für ihn das Besondere an dem Engagement gewesen.
Auch Barbara Schöneberger tanzt in der Sendung nur mit Sinató. Auch die Kollegen vor der Kamera beeindruckten ihn: „Ich war ehrlich gesagt unglaublich beeindruckt, wie gut die Schweden tanzen können“, so Sinató.
Quotenduell: der Kölner „Tatort“ siegt deutlich
Beim Publikum hatte Sinatós Debüt keine Chance: Das ZDF-Herzkino erreichte 3,34 Millionen Zuschauer und 13,8 Prozent Marktanteil. Der Kölner „Tatort: Die letzten Menschen von Köln“ holte 7,38 Millionen Zuschauer und 30,8 Prozent Marktanteil und damit den Tagessieg.
Zuschauer am 20. September 2026: ZDF-Herzkino gegen Kölner „Tatort“
Marktanteile gesamt: 13,8 % gegen 30,8 % – bei den 14- bis 49-Jährigen: 5,0 % gegen 22,5 %
In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen fiel der Abstand kaum kleiner aus: 230.000 Zuschauer und 5,0 Prozent für „Inga Lindström“, 1,05 Millionen Zuschauer und 22,5 Prozent für den „Tatort“.
In der ZDF-Mediathek war der Film schon vor der TV-Premiere zu sehen, ab dem 21. August 2026; dort soll er bis zum 21. August 2027 abrufbar bleiben, eine TV-Wiederholung war zunächst nicht geplant. Er bildete den Abschluss der ersten vier „Herzkino“-Filme des ZDF-TV-Herbstes, die auf einen Schlag online gingen.
Debüt – aber kein Neuling vor der Kamera
Ganz neu ist die Schauspielerei für Sinató nicht: 2019 war er in einer Gastrolle der ZDF-Krimiserie „Heldt“ zu sehen, dazu kamen ein Gastauftritt in der RTL-Daily „Alles was zählt“ und Bühnenerfahrung im Musical „Moulin Rouge!“. Der erste Spielfilm bleibt „Rezept für die Liebe“ dennoch.
Regie führte Oliver Dieckmann, für den es der elfte „Inga Lindström“-Film war; das Drehbuch schrieb er zum zehnten Mal gemeinsam mit Aline Ruiz Fernandez. „Rezept für die Liebe“ ist der 110. Film der Reihe, die seit 2004 läuft und nach der Autorin Inga Lindström benannt ist – dahinter steht die Schriftstellerin Christiane Sadlo.
Dieckmann führt den anhaltenden Erfolg der Reihe auch auf den Schauplatz zurück: Er sei „jedes Mal aufs neue geflasht“ von den langen Sommertagen, der idyllischen Natur mit ihren Inseln und Seen und von dem Gefühl von Weite und Freiheit, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Gedreht wurde zwischen Juni und Juli 2025 in Schweden.
„Dazu kommt, dass jeder Film eine eigene, abgeschlossene und emotionale Geschichte mit Happy End erzählt. Ich finde es reizvoll, jedes Mal neue Figuren, Konflikte und Milieus erzählen zu dürfen, die wir um die zentrale Liebesgeschichte aufbauen.“
Zwei weitere Filme der Reihe sind laut dpa bereits abgedreht. Ob Sinató nach seinem Spielfilm-Debüt weitere Rollen vor der Kamera übernimmt – und ob das ZDF sein „Herzkino“ künftig konkurrenzfähiger gegen den Kölner „Tatort“ positionieren kann –, ist offen.
