Rose-Tattoo-Sänger Angry Anderson stirbt mit 79 Jahren
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Rockmusik

Rose-Tattoo-Sänger Angry Anderson stirbt mit 79 Jahren

Wochen nach einem Herzstillstand auf der Abschiedstour ist Rose-Tattoo-Frontmann Angry Anderson mit 79 Jahren gestorben. Alle Europatermine waren bereits abgesagt – offen ist, was aus den letzten Konzerten in Australien wird.

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Gary „Angry“ Anderson (79), seit 1976 Frontmann der australischen Hardrockband Rose Tattoo, ist tot. Der Sänger starb am Montag, dem 21. September 2026, in Australien – Wochen, nachdem ein Herzstillstand seine Abschiedstournee beendet und die Band zur Absage aller restlichen Europatermine gezwungen hatte.

Bekannt gegeben wurde der Tod am Mittwoch, dem 23. September 2026, über die Social-Media-Kanäle der Band; in Deutschland berichteten an diesem Tag unter anderem DER SPIEGEL, Rolling Stone und t-online. Der Nachruf des SPIEGEL auf den Rose-Tattoo-Sänger fasst ein halbes Jahrhundert Bandgeschichte zusammen. Eine konkrete Todesursache nennt die offizielle Mitteilung nicht.

Automatische Übersetzung · Englisch

Es ist mit großer Trauer, dass wir das Ableben von Gary „Angry“ Anderson am Vorabend des Montag, den 21. September 2026, umgeben von seinen Lieben hier in Australien bekannt geben. Angry war ein hingebungsvoller Vater und ein sehr geliebtes Mitglied seiner Freunde, Bandkollegen und der weiteren Musik- und Unterhaltungsgemeinschaft. Sein Verlust wird von allen, die ihn hier in Australien und im Ausland kannten und liebten, tief empfunden werden. Die Familie und die Bandmitglieder bitten in dieser schwierigen Zeit um Privatsphäre und werden keine Interviews geben. Wir bitten freundlich darum, ihre Wünsche zu respektieren, während sie diesen verheerenden Verlust verarbeiten und sich die Zeit nehmen, die sie zum Trauern brauchen. Wir danken allen für ihre Gebete und Liebesbotschaften und die anhaltende Unterstützung. Mit Liebe, die Familie Anderson und Rose Tattoo Band. Stay young, grow strong. TFFT Image - Matt Williams

Instagram · @rosetattooband

In der Erklärung heißt es: „In großer Trauer geben wir das Ableben von Gary ,Angry‘ Anderson am Abend des Montags, 21. September 2026, bekannt, umgeben von seinen Liebsten hier in Australien.“ Familie und Band nannten ihn einen „hingebungsvollen Vater“. Die Angehörigen baten um Privatsphäre und kündigten an, keine Interviews zu geben; unterzeichnet ist die Mitteilung mit dem seit Jahrzehnten verwendeten Satz „Stay young, grow strong“.

Ein Herzstillstand beendet die letzte Tour

Dem Tod vorausgegangen war ein medizinischer Notfall auf der europäischen Abschiedstournee. Die Reise lief unter dem Titel „Rock’n’Roll Outlaws – One Last Ride“ als letzte große Tour zum 50-jährigen Bestehen der Band. Ende Juli 2026 trat Rose Tattoo noch beim Wacken Open Air auf, am 7. August spielte die Band ihr letztes Konzert in Köln; ein Gastspiel beim Alcatraz Metal Festival in Belgien am Folgetag wurde gestrichen.

Wenige Tage später teilte die Band mit, Anderson liege „aufgrund eines gesundheitlichen Problems“ im Krankenhaus. Am 10. August 2026 sagte Rose Tattoo alle verbleibenden Europatermine ab, darunter Konzerte in Kaiserslautern, München, Berlin, Braunschweig und Hamburg. „Wir sind zutiefst bestürzt darüber, dass wir diese Tournee nicht fortsetzen und die verbleibenden Konzerte nicht mit euch teilen können“, hieß es damals.

Erst Ende August konkretisierte die Band den Zustand ihres Sängers: Anderson habe einen Herzstillstand erlitten und werde weiter im Krankenhaus behandelt. Er wurde nach Australien zurückgeholt und dort weiterbehandelt – von den Folgen erholte er sich nicht mehr, wie der Bericht über den Herzstillstand auf der Abschiedstour festhält.

Der Zusammenbruch der Abschiedstour

  1. Ende Juli 2026
    Letzter großer Festivalauftritt

    Rose Tattoo spielen im Rahmen der Abschiedstour „One Last Ride“ beim Wacken Open Air.

  2. 7. August 2026
    Letztes Konzert in Köln

    Ein Auftritt beim Alcatraz Metal Festival in Belgien am Folgetag wird gestrichen.

  3. 10. August 2026
    Alle Europatermine abgesagt

    Anderson liegt mit einem „gesundheitlichen Problem“ im Krankenhaus; betroffen sind Termine in Kaiserslautern, München, Berlin, Braunschweig, Hamburg und Busdorf.

  4. 31. August 2026
    Die Band bestätigt den Herzstillstand

    Anderson wird nach Australien zurückgeholt und dort weiterbehandelt.

  5. 21. September 2026
    Angry Anderson stirbt

    Der Sänger stirbt im Alter von 79 Jahren in Australien im Kreis seiner Familie.

  6. 23. September 2026
    Öffentliche Bekanntgabe

    Familie und Band informieren über die Kanäle von Rose Tattoo; weltweit folgen Nachrufe und Tributes.

Ein halbes Jahrhundert Rose Tattoo

Gary Stephen Anderson wurde am 5. August 1947 in Melbourne geboren und wuchs im damaligen Arbeiterviertel Coburg auf. Seine Mutter war mit 19 Jahren schwanger aus Mauritius nach Australien gekommen. Wegen seiner geringen Körpergröße von 156 Zentimetern wurde er als Kind gehänselt; seinen Spitznamen verdankte er seinem hitzigen Temperament – ursprünglich „Angry Ant“, verkürzt zu „Angry“.

Nach Stationen bei Peace, Power and Purity und Buster Brown ging Anderson nach Sydney und stieß 1976 zu Rose Tattoo; er blieb das letzte verbliebene Gründungsmitglied und stand rund fünf Jahrzehnte als Sänger an der Spitze der Band. Rose Tattoo stand neben AC/DC für den bluesbasierten australischen Hardrock. 1978 erschien das Debütalbum mit „Rock ’n’ Roll Outlaw“ und „Nice Boys“; „Bad Boy for Love“ erreichte in Australien Platz 19.

Mit „Assault and Battery“ führte die Band 1981 zeitweise die britischen Heavy-Metal-Charts an, „Scarred for Life“ lieferte 1982 mit „We Can’t Be Beaten“ eine Hymne, die bis zum letzten Konzert als Rausschmeißer diente. 2006 wurde Rose Tattoo in die ARIA Hall of Fame aufgenommen; Guns N’ Roses coverten „Nice Boys“ und nannten die Band eine prägende Inspiration.

Suddenly, Mad Max und die Jugendarbeit

Ausgerechnet der härteste Sänger des Kontinents landete seinen größten Hit mit einer Ballade: „Suddenly“ erreichte 1987 Platz 2 der australischen und Platz 3 der britischen Charts und lief als Hochzeitssong der Serienfiguren Scott und Charlene in der Serie „Neighbours“, gespielt von Jason Donovan und Kylie Minogue. Mehr als 20 Millionen Menschen sahen die Episode.

Anderson sagte, er sei auf den Song besonders stolz, weil er davon handle, „an einen Punkt im Leben zu kommen, an dem man sagt: Ich weiß, wer ich bin, und es macht mir nichts aus, mich zu zeigen und verletzlich zu sein“.

Angry Andersons größte Charterfolge

Höchste Chartplatzierung in den Single-Charts (kleinere Zahl = besserer Rang)

Quelle: Australische und britische Single-Charts

Im Kino spielte er 1985 an der Seite von Tina Turner den Gangster Ironbar in „Mad Max – Jenseits der Donnerkuppel“, 1992 trat er in der australischen Bühnenproduktion von „Jesus Christ Superstar“ als König Herodes auf. Über Jahre arbeitete er als Reporter für Ray Martins „Midday Show“ und „A Current Affair“, widmete sich Themen wie Kindesmissbrauch und Jugendhilfe und sprach öffentlich darüber, selbst als Kind missbraucht worden zu sein.

1993 wurde er für sein Engagement für benachteiligte Jugendliche zum Member of the Order of Australia ernannt; er engagierte sich unter anderem für die Starlight Children’s Foundation, Canteen, Camp Quality, Make-A-Wish und die Jugendhilfe der Heilsarmee. Später machte er mit politischen Ambitionen Schlagzeilen: 2013 und 2015 kandidierte er erfolglos für die National Party, 2016 für den NSW-Senat mit der Australian Liberty Alliance.

Der gewaltsame Tod des Sohnes Liam

Von 1986 bis 2002 war Anderson mit Lindy Michael verheiratet; das Paar hat vier Kinder – Roxanne, Galen, Blaine und Liam. 2018 wurde Sohn Liam im Alter von 26 Jahren in Sydney von seinem besten Freund Matthew Flame in einem drogeninduzierten Psychosezustand getötet. Flame wurde 2020 des Totschlags für schuldig befunden und zu acht Jahren Haft verurteilt.

Der Tod des Sohnes prägte Andersons letzte Lebensjahre. Er sagte damals über den Verlust:

Liams Tod hat mich zu einem Leben in Traurigkeit verurteilt.
Gary „Angry“ Anderson über den Tod seines Sohnes Liam, 2018

Reaktionen aus der Musikwelt

Zahlreiche Weggefährten reagierten mit Beileidsbekundungen. Guns-N’-Roses-Gitarrist Slash schrieb: „Ich werde meinen guten Freund vermissen, ich kann nicht glauben, dass er gegangen ist. Mein Beileid gilt seiner Familie, seinen Freunden und den Bandmitgliedern.“ Die Verbindung reichte Jahrzehnte zurück – Guns N’ Roses hatten „Nice Boys“ von Rose Tattoo ins Repertoire geholt.

Rocksänger Jimmy Barnes nannte Anderson eine „caring soul“, eine fürsorgliche Seele: „Wir haben diese Woche einen guten Mann verloren. Angry Anderson sang mit Kraft und Überzeugung aus dem Herzen. Aber lass dich von der harten Schale nicht täuschen. Er war ein fürsorglicher Mensch, der seine Familie liebte, sich um seine Freunde kümmerte und für die Unterdrückten einstand.“ Barnes dankte ihm dafür, dass er seinen Sohn Jackie unter seine Fittiche genommen hatte.

Jackie Barnes, der 2018 als Schlagzeuger mit Rose Tattoo auf Europatour war, schrieb: „Mit Angry Anderson und Rose Tattoo auf der Bühne zu stehen, wird für immer eines der großen Privilegien meines Lebens sein.“ Der Schauspieler und Komiker Pauly Fenech, mit dem Anderson vier Filme und mehr als 50 TV-Episoden drehte, schrieb: „Er kümmerte sich um Menschen. Er liebte Musik, und er war immer ein aufmerksamer Kumpel. Ich bin traurig und am Boden, dass er gegangen ist.“

Jason Donovan, in „Neighbours“ der Darsteller des Scott, erklärte: „Ich werde immer stolz darauf sein, dass Suddenly Teil unserer gemeinsamen Geschichte wurde. Angry hat Rock ’n’ Roll nicht nur gesungen – er hat ihn gelebt.“ Der Moderator David Campbell erinnerte daran, dass Anderson bei seiner Hochzeit 2008 „Suddenly“ zum Hochzeitstanz sang. Skid-Row-Sänger Sebastian Bach kommentierte die Todesmeldung zunächst nur mit „No“; später schrieb er: „So jemanden wie Angry Anderson machen sie nicht mehr.“

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Die Fachzeitschrift Kerrang! fasste den Nachruf so zusammen: „Kurz vor seiner Erkrankung, beim Auftritt der Band beim Wacken Open Air in diesem Sommer, war Angry ein Mann in Flammen. Mit 79 blieb er bis zum Ende ein Rock-’n’-Roll-Outlaw.“ Für die für September geplanten Abschiedskonzerte in Sydney und Brisbane gibt es bislang keine offizielle Mitteilung; die Familie kündigte an, keine Interviews zu geben. Wann und ob Rose Tattoo ohne ihr letztes Gründungsmitglied wieder auftritt, ist damit offen.