Kabelbrand legt Uniklinik Mainz lahm – Aufnahmestopp bis Mitternacht
Ein Schmorbrand legt die Stromversorgung der Universitätsmedizin Mainz lahm – das größte Krankenhaus von Rheinland-Pfalz stoppt die Aufnahme neuer Patienten, auch in der Zentralen Notaufnahme. Drei Patienten, darunter zwei Schwangere, werden verlegt; die Feuerwehr verweist Kranke nach Wiesbaden und Rüsselsheim.
Die einzige Klinik der höchsten Versorgungsstufe in Rheinland-Pfalz nahm am Samstagabend keine neuen Patienten mehr auf – auch die Zentrale Notaufnahme blieb dicht. Ein technischer Defekt hatte einen Kabelbrand ausgelöst und die Stromversorgung der Universitätsmedizin Mainz lahmgelegt.
Um 16.50 Uhr ging bei der Feuerwehr Mainz die automatische Brandmeldeanlage der Uniklinik ein. Die Einsatzkräfte fanden einen Schmorbrand an einem Bauteil der Stromversorgung; der eigentliche Brand war nach Feuerwehrangaben schnell gelöscht. Entscheidend waren die Folgen: Die Stromversorgung auf dem gesamten Klinikgelände brach zusammen, der Campus war kurzzeitig vollständig stromlos.
Notstrom hält die Versorgung aufrecht
Die Universitätsmedizin stellte umgehend auf Notstrom um und sicherte darüber die wichtigen Bereiche ab. Die Versorgung der bereits aufgenommenen Patienten war nach Angaben der Feuerwehr zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Eine Evakuierung größerer Klinikbereiche gab es nicht – die Unimedizin stellte klar: „Es gab keine Evakuierung“.
Feuerwehr und Klinik führen den Vorfall übereinstimmend auf einen technischen Defekt zurück; wie es genau zu dem Schmorbrand an der Stromtechnik kam, blieb am Abend offen. Die Feuerwehr schildert in ihrer Rekonstruktion des Einsatzes ab 16.50 Uhr, dass der Brand schnell gelöscht war und der Schaden an der Strominfrastruktur blieb.
Aufnahmestopp trifft die Zentrale Notaufnahme
Als Vorsichtsmaßnahme verhängte die Unimedizin einen Aufnahmestopp für neue Patienten, der ausdrücklich auch die Zentrale Notaufnahme betraf. Diese gehört zur höchsten Stufe der Notfallversorgung, dort werden nach Klinikangaben jedes Jahr mehr als 48.000 Patienten behandelt. Selbstständig Kranke sollten deshalb auf andere Kliniken ausweichen – genannt wurden das Marienhaus Klinikum Mainz sowie Häuser in Wiesbaden und Rüsselsheim.
Um 20.00 Uhr informierten die Behörden die Bevölkerung über die Warnapps Katwarn und Nina und über eine Warnmeldung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: „Aktuell können keine neuen Patienten aufgenommen werden.“ Gleichzeitig meldete die Unimedizin, die reguläre Stromversorgung sei weitgehend wiederhergestellt – fünf Gebäude hingen aber weiter am Notstrom.
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Drei Patienten vorsorglich verlegt
Drei Patienten, darunter zwei schwangere Frauen, wurden vorsorglich in andere Krankenhäuser verlegt. Einzelne Berichte am Abend sprachen zunächst von möglichen Verlegungen zweier Schwangerer aus der Geburtshilfe im Gebäude 102, deren Durchführung zunächst unbestätigt war. Dass die Geburtshilfe in Gebäude 102 liegt, lässt nicht darauf schließen, dass dort der Kabelbrand ausbrach – ein konkreter Brandort auf dem Campus wurde am Abend nicht offiziell benannt.
Zeitweise waren 80 bis 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und medizinischem Katastrophenschutz im Einsatz; die Feuerwehr baute ein Führungsteam auf der zweithöchsten Stufe auf. Die Schnelleinsatzgruppe Sanität stand mit Ärzten, Rettungssanitätern und Technik an der MEWA-Arena bereit, wenige Minuten vom Klinikgelände entfernt. Auch die Unimedizin richtete einen Krisenstab ein und befürchtete zeitweise, Patienten in größerem Umfang verlegen zu müssen.
Entwarnung kurz nach Mitternacht
Um 21.45 Uhr arbeiteten Techniker nach Angaben der Feuerwehr noch daran, die reguläre Stromversorgung herzustellen; neue Patienten konnten weiterhin nicht aufgenommen werden. Kurz nach Mitternacht kam über die Warnapps die Entwarnung: Die Unimedizin sei wieder im Normalbetrieb und könne wie gewohnt aufgesucht werden. Der Bericht über die Rückkehr zum Normalbetrieb vermerkt, dass die Klinik wieder am öffentlichen Stromnetz hängt und Patienten nicht gefährdet waren.
Die Universitätsmedizin Mainz ist die einzige Einrichtung der Supramaximalversorgung in Rheinland-Pfalz: mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen, rund 9.000 Beschäftigte, etwa 395.000 ambulant und stationär versorgte Patienten pro Jahr. Stromprobleme sind dort nicht neu – schon 2023 waren in Mainz mehrfach ganze Stadtteile und die Uniklinik ohne Strom, als Ursachen galten Bauarbeiten, defekte Kabel und ein Isolationsfehler in einem Umspannwerk. Offen blieb am Sonntag, wie es zu dem Schmorbrand kam und ob die Klinik ihr Notstromkonzept prüfen lässt.