Boy George verteidigt Céline Dion gegen Kritik an ihrer Stimme
Bild: KI-generiert
Stiff-Person-Syndrom

Boy George verteidigt Céline Dion gegen Kritik an ihrer Stimme

Ein kurzer Konzertausschnitt aus Céline Dions Pariser Residency löst eine Welle harter Kritik an ihrer Stimme aus: Nutzer fordern ihren Rückzug von der Bühne, Fans und Boy George verteidigen die Sängerin, die am Stiff-Person-Syndrom leidet.

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Rund zwei Wochen nach ihrem gefeierten Bühnen-Comeback in Paris kippt die Stimmung um Céline Dion (58). Ein kurzer Konzertausschnitt aus ihrer laufenden Residency in Nanterre, der am 25. September 2026 auf der Plattform X die Runde machte, löst eine Welle teils harter Kritik aus.

Zahlreiche Nutzer bemängeln den Gesang als unsicher und tonal unstimmig, andere stellen fest, sie bewege sich nicht mehr wie früher. Ein Teil der Kommentierenden verlangt ihren Abschied von der Bühne; ein US-amerikanischer Nutzer formulierte, sie „hätte einfach in Rente gehen sollen, das ist traurig“. Wie der Bericht über die Kritikwelle bei Promiflash festhält, nennt der Clip weder Abend noch Song.

Fans kontern mit dem Stiff-Person-Syndrom

Dions Anhänger halten massiv dagegen: Sie betonen, wie bemerkenswert es ist, dass die Sängerin trotz ihrer Erkrankung am Stiff-Person-Syndrom überhaupt wieder vor Publikum steht. Man besuche diese Konzerte nicht allein wegen der Stimme, sondern um den Mut zu feiern, überhaupt wieder aufzutreten.

Der Streit trifft einen wunden Punkt. Seit Jahrzehnten gilt Dion als Sängerin mit legendärer Stimmkraft – ihr Publikum erwartet perfekte Töne. Dem stehen gesundheitsbedingte Grenzen gegenüber: Das Stiff-Person-Syndrom kann schwere Muskelsteifheit und Krämpfe auslösen; Dion sagt, das Singen damit habe sich „wie erwürgt werden“ angefühlt. Für die Rückkehr trainierte sie nach eigenen Angaben wie eine Leistungssportlerin, mit Stimmtherapie, Medikamenten und Pilates.

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Boy George verteidigt Dion

Prominente Rückendeckung kam von Boy George (65), Sänger der Band Culture Club. Eine sehr gute Freundin von ihm habe in der Woche zuvor eines der Paris-Konzerte gesehen und es als „außergewöhnlich“ beschrieben, erklärte er. Er habe nachgefragt, nicht aus Bosheit, sondern um es zu verstehen, und man habe ihm gesagt, es sei „brilliant“ gewesen. Dion zeige der Welt, wie man etwas unglaublich Schwieriges überwinde – das sollten alle feiern: „Bravo, Céline“.

Dion selbst beschreibt den Weg zurück als mühsam. Auf der Bühne in Paris sagte sie, sie habe gelernt, mit dieser Fragilität zu leben und sie zu zähmen; sie habe beschlossen, sie zu ihrem Grund zu leben zu machen. Ihr Publikum entließ sie mit den Worten: „Glaubt an euch, haltet an euren Träumen fest.“

„Die Straße war steinig und länger als erwartet, mit vielen Stopps, die nicht eingeplant waren.“
Céline Dion, Sängerin

Was die Fachkritik hörte

Die Kritiken zum Comeback-Auftakt in Paris zeichnen ein anderes Bild als die Kommentare unter dem Clip. Der britische Musikkritiker Neil McCormick nannte die Rückkehr den „riskantesten Comeback-Auftritt der Showbusiness-Geschichte“: Ihre Stimme habe fragil und ungeschützt geklungen, aber es sei ihre unverwechselbare Stimme gewesen – er ziehe diese „weniger übermenschliche Céline“ vor.

The Times vergab vier Sterne, Le Monde attestierte eine kontrollierte Stimme bei zugleich hörbaren Momenten der Fragilität. Die kanadische Zeitung Le Devoir beschrieb den Auftakt als „tangue mais tient bon“ – sie schwanke, halte aber Kurs: Die ersten Stücke gerieten unsicher und „eher falsch als richtig“, nach etwa 30 Minuten habe ihre Stimme Kraft und Treffsicherheit zurückgewonnen. Die Nachrichtenagentur AP hob das hohe F und das A-cappella-Finale von „All By Myself“ hervor, nach dem Dion selbst ungläubig zur Band blickte.

26 Konzerte, alle ausverkauft

Dions Residency „Céline Dion Paris 2026“ läuft in der Plénitude Arena in Nanterre bei La Défense, der größten Indoor-Konzertarena Europas. Sie startete am 12. September 2026, umfasst 16 Shows bis zum 17. Oktober 2026 und zehn weitere Termine vom 8. bis 29. Mai 2027 – 26 Konzerte, alle ausverkauft. Mehr als neun Millionen Fans bewarben sich um Karten; der Ansturm auf Dions Comeback-Konzerte traf auf ein Kontingent von rund 480.000 bis 900.000 verkauften Tickets. Schätzungen zufolge bringt die Reihe Paris rund 500 Millionen Euro an Zusatzeinnahmen.

Der erste Residency-Block endet am 17. Oktober 2026, im Mai 2027 folgen zehn weitere, längst ausverkaufte Konzerte. Ob der Streit um Dions Stimme auch die kommenden Abende in Nanterre prägt, entscheidet sich vor vollem Haus – und damit, wie lange die Spannung zwischen Bewunderung und Erwartung dieses Comeback begleitet.

Von der Diagnose zum umstrittenen Comeback

  1. Dezember 2022
    Dion macht ihre Erkrankung öffentlich

    Die Sängerin teilt mit, dass bei ihr das seltene Stiff-Person-Syndrom diagnostiziert wurde – eine fortschreitende neurologische Erkrankung.

  2. 26. Juli 2024
    Auftritt bei der Olympia-Eröffnung

    Dion singt „Hymne à l’amour“ vom Eiffelturm – ihr erster öffentlicher Auftritt nach vier Jahren.

  3. 30. März 2026
    Ankündigung der Paris-Residency

    In einer unter dem Eiffelturm gefilmten Videobotschaft kündigt sie ihr Comeback in Paris an.

  4. 12. September 2026
    Auftakt in Nanterre

    25 Titel in rund zwei Stunden und 15 Minuten; nach dem ersten Song „On ne change pas“ bricht Dion in Tränen aus. Die Fachkritik urteilt überwiegend positiv.

  5. 25. September 2026
    Kritikwelle nach kurzem Konzertclip

    Auf der Plattform X verbreitet sich ein Ausschnitt aus einem der Konzerte; Nutzer bemängeln Dions Stimme, einige fordern ihren Rückzug von der Bühne.

  6. 26. September 2026
    Boy George verteidigt die Sängerin

    Medien berichten über die Kritik und die Gegenwehr der Fans; der Culture-Club-Sänger nennt Dions Auftritt „brilliant“.