Israel bestätigt Tötung des Motorradfahrers von Noa Argamani
Israel meldet die Tötung von Saher Nidal Sakr, der an der Entführung von Noa Argamani beteiligt gewesen sein soll. Der Angriff in Nuseirat erfolgte nach den meisten Berichten am Samstag.
Israel hat die Tötung eines Palästinensers bestätigt, der am 7. Oktober 2023 das Motorrad gefahren haben soll, mit dem Noa Argamani nach Gaza verschleppt wurde. Armee (IDF) und Inlandsgeheimdienst Shin Bet erklärten am Sonntag, dem 27. September 2026, der Mann sei bereits am Samstag bei einem Luftangriff im Flüchtlingslager Nuseirat im Zentrum des Gazastreifens getötet worden.
Am Morgen des 7. Oktober 2023 verschleppten Hamas-Kämpfer die damals 26 Jahre alte Argamani vom Nova-Musikfestival nahe dem Kibbuz Re'im auf einem Motorrad in den Gazastreifen. Die Aufnahmen des Augenblicks gingen um die Welt: Argamani schreit, streckt die Hände nach ihrem Partner Avinatan Or aus, der getrennt abgeführt wird.
Die Armee erklärte, Sakr sei an jenem Morgen nach Israel eingedrungen und habe das Motorrad gefahren, mit dem Argamani und Or nach Gaza gebracht wurden. Damit bestätigte sie Berichte, die zuvor von palästinensischer Seite verbreitet worden waren; auch aus Hamas-Kreisen hieß es gegenüber deutschen Agenturen, Sakr sei an der Geiselnahme beteiligt gewesen.
Der Vorwurf: Waffen für die Hamas
Nach Darstellung von IDF und Shin Bet gehörte Sakr den „globalen dschihadistischen Organisationen“ im Gazastreifen an und versorgte die Hamas während des Krieges mit Waffen. In den Monaten vor dem Angriff habe er gemeinsam mit Kämpfern der militärischen Flügel von Hamas und Palästinensischem Islamischem Dschihad Anschläge auf israelische Soldaten und Zivilisten vorangetrieben – „in systematischer Verletzung des Waffenstillstandsabkommens“.
Die Armee erklärte, vor dem Angriff Maßnahmen zum Schutz von Zivilisten ergriffen zu haben, darunter der Einsatz präziser Munition und Luftaufklärung. Der Angriff fiel in die laufende Waffenruhe-Vereinbarung. Der Medienbeobachter NewsCord kritisierte, israelische Militärangaben würden nur teilweise unabhängig geprüft und palästinensische Opfer weniger gewürdigt als israelische. Begrüßt wurde die Tötung dagegen vom früheren AfD-Bundestagsabgeordneten und Oberst außer Dienst Georg Pazderski:
„Am 7. Oktober wurde die Israelin Noa Argamani von „normalen Palästinensern“ auf einem Motorrad nach GAZA verschleppt. Fast 3 Jahre später, wurde einer der Entführer, Saher Nidal Saqr, in Nuseirat im zentralen Gazastreifen eliminiert. GUT SO - diese Verbrecher sollen ihr ganzes restliches Leben in Angst leben.“
Georg Pazderski, ehemaliger AfD-Bundestagsabgeordneter und Oberst a. D.
Befreiung nach zwei Jahren Gefangenschaft
Argamani wurde am 8. Juni 2024 in der „Operation Arnon“ von einer israelischen Spezialeinheit befreit – gemeinsam mit Almog Meir Jan, Andrey Kozlov und Shlomi Ziv. An der Rettung waren die Antiterroreinheit Yamam, der Shin Bet und die IDF beteiligt; benannt ist sie nach dem Yamam-Offizier Arnon Zmora, der bei dem Einsatz tödlich verwundet wurde.
Nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde wurden bei der Befreiung 274 Palästinenser getötet, ohne Unterscheidung zwischen Kämpfern und Zivilisten. Or kam am 13. Oktober 2025 nach 738 Tagen Gefangenschaft im Rahmen des von US-Präsident Donald Trump vermittelten Gaza-Abkommens frei; Argamani sprach später vor dem UN-Sicherheitsrat über die Umstände ihrer Geiselhaft. Im März 2026 trennten sich die beiden nach elf Jahren.
Von der Entführung zur Tötung Sakrs
7. Oktober 2023
Entführung vom Nova-Festival
Argamani und Or werden nahe dem Kibbuz Re'im verschleppt; Sakr soll das Motorrad gefahren haben.
8. Juni 2024
Operation Arnon
Yamam, Shin Bet und IDF befreien Argamani, Almog Meir Jan, Andrey Kozlov und Shlomi Ziv.
13. Oktober 2025
Or kommt frei
Avinatan Or wird nach 738 Tagen Gefangenschaft im Rahmen des Gaza-Abkommens freigelassen.
März 2026
Ende der Beziehung
Argamani und Or trennen sich nach elf Jahren.
Juli 2026
Weiterer Beteiligter getötet
Die Armee tötet nach eigenen Angaben einen Kommandeur der Kataeb al-Mujahideen.
26. September 2026
Luftangriff in Nuseirat
Saher Nidal Latfi Sakr wird nach israelischen Angaben im Lager Nuseirat getötet.
27. September 2026
Bestätigung durch IDF und Shin Bet
Die Sicherheitsbehörden begründen die Tötung mit Sakrs Rolle am 7. Oktober und neuen Anschlagsplänen.
Israels Jagd auf die Täter vom 7. Oktober
Die Tötung Sakrs steht im Zentrum eines israelischen Programms, mit dem die Verantwortlichen des Massakers vom 7. Oktober systematisch aufgespürt werden. Nach Angaben eines Offiziers des Südkommandos arbeitet dafür ein eigenes Kommandozentrum, in dem Geheimdienstpersonal mehrerer Einheiten Ziel-Listen führt – unabhängig von der Intensität der Kämpfe. Manche Angriffe würden bei kurzfristiger Gelegenheit rasch ausgeführt, andere über Tage geplant.
Bereits im Juli 2026 tötete die Armee nach eigenen Angaben einen Kommandeur der Kataeb al-Mujahideen, der ebenfalls an der Entführung von Argamani und Or beteiligt gewesen sein soll. Widersprüchlich bleibt der genaue Zeitpunkt des jüngsten Angriffs: Die meisten Quellen nennen Samstag, den 26. September 2026, das israelische Portal JFeed spricht von Freitag, Haaretz vom Sonntag. Ob die Waffenruhe weitere Tötungen dieser Art trägt, ist offen – die Kampagne gegen die Beteiligten vom 7. Oktober setzt Israel nach eigenen Angaben fort.