Zwei neue Stars, ein alter Streit um den Nachlass: Sabrina Carpenter (27) und Margaret Qualley (31) übernehmen die weiblichen Hauptrollen im Fred-Astaire-Biopic von Sony Pictures. Aus der Familie des 1987 gestorbenen Tänzers kommt weiter Widerstand gegen das Projekt.
Am Freitag, dem 25. September 2026, meldete Deadline exklusiv den Einstieg von Carpenter und Qualley. Carpenter spielt Ginger Rogers, Qualley die Tänzerin Adele Astaire, Fred Astaires drei Jahre ältere Schwester und erste Tanzpartnerin. Tom Holland (30) übernimmt die Titelrolle. Regisseur Paul King bestätigte die Besetzung anschließend über Variety und Deadline.
King, Regisseur von „Paddington“ und „Wonka“, ließ über die Branchenblätter ausrichten, er sei „begeistert und geehrt“, die Geschichte Fred Astaires „und seiner ursprünglichen Tanzpartnerin, seiner großen Schwester Adele“ zu erzählen. Adeles Werk sei „von der Geschichte vergessen“ worden; tatsächlich existierten keine Filmaufnahmen von ihr beim Tanzen.
Was Adele und Ginger mit Fred Astaire verbindet
Fred Astaire (1899 – 1987) und Adele (1896 – 1981) traten zunächst als Geschwisterduo in Vaudeville, am Broadway und im Londoner West End auf. Adele heiratete später Lord Charles Cavendish und zog sich zurück, während Fred in Hollywood Karriere machte – an der Seite von Ginger Rogers (1911 – 1995). Mit ihr drehte er „Top Hat“, „Swing Time“ und „The Barkleys of Broadway“; 1941 gewann Rogers den Oscar für „Kitty Foyle“.
Holland tanzt seit seiner Kindheit: Von 2008 bis 2010 spielte er am Londoner West End die Titelrolle in „Billy Elliot the Musical“. Qualley, Tochter von Andie MacDowell, ist laut Empire ausgebildete Balletttänzerin und wurde mit „Maid“ und „Fosse/Verdon“ bekannt; 2026 trat sie in Carpenters Musikvideo zu „House Tour“ auf. Carpenter gewann zwei Grammys und kam als Disney-Schauspielerin ins Geschäft; die Independent nennt die Rogers-Rolle ihre erste Filmhauptrolle seit dem Durchbruch mit „Espresso“ (2024).
Der Nachlass ist gespalten
Rückendeckung erhält das Projekt von Fred Astaires Tochter Ava Astaire McKenzie. Sie ließ über Variety, Deadline und den Hollywood Reporter ausrichten, sie unterstütze das Vorhaben, „um die außergewöhnlichen Karrieren und das bleibende Vermächtnis meines Vaters und meiner Tante zu feiern“. Ihr Sohn Tyler McKenzie ist als Consultant und Co-Produzent beteiligt.
Auf der anderen Seite steht Robyn Astaire, Fred Astaires Witwe. Der Widerstand der Witwe gegen das Biopic ist seit Monaten bekannt: Schon im November 2025 ließ sie über einen Anwalt Produzentin Amy Pascal mitteilen, weder sie noch der Nachlass hätten das Projekt genehmigt. Fred Astaire habe in seinem Testament festgehalten, dass seine Lebensgeschichte nicht auf die Leinwand kommen solle. Sony Pictures und Hollands Vertreter äußerten sich damals nicht dazu.
Ob es eine solche Klausel im Testament tatsächlich gibt, ist bis heute nicht belegt. Der Independent zitiert Astaire mit den Worten, so viel ihm auch geboten werde: „I shall not sell“. Der Bericht nennt das Projekt bereits seit der Ankündigung von Kontroversen begleitet, weil Fans argumentieren, jeder Film über den 1987 gestorbenen Tänzer widerspreche dessen Wunsch.
Von der Ankündigung zum Casting
- 2021Holland bestätigt die Rolle
Der Brite sagt, er freue sich auf die Rolle als Fred Astaire und sei „quite a good tap dancer“.
- 14. November 2025Anwaltsschreiben der Witwe
Robyn Astaire lässt Amy Pascal mitteilen, der Nachlass habe das Biopic nie genehmigt, und verweist auf den testamentarischen Willen ihres Mannes.
- Juli 2026Holland kündigt neue Proben an
Er wolle wieder ins Tanzstudio einsteigen und alle Tänze ohne Double in einer Einstellung drehen.
- 25. September 2026Besetzung wird bestätigt
Deadline meldet Carpenter und Qualley als neue Stars, Regisseur Paul King bestätigt die Besetzung mit einem Statement.
Nach fünf Jahren Entwicklung geht es los
Das Biopic wurde bereits 2021 angekündigt, Holland nannte sich damals „quite a good tap dancer“. Rund fünf Jahre hing das Projekt in Entwicklung. Den Schub lieferten zwei Blockbuster: „Spider-Man: Brand New Day“ (über 2 Milliarden Dollar weltweit) und Christopher Nolans „The Odyssey“ (über 1,72 Milliarden) – laut Variety zwei besonders erfolgreiche Filme des Jahres 2026.
Holland hat die Proben aufgenommen; seine ersten Versuche hätten ihn „mit Begeisterung und absolutem Grauen“ erfüllt, sagt er. Er wolle alle Tänze ohne Double drehen – „wie er es getan hätte“. Titel, Drehbeginn und Kinostart sind weiterhin offen; damit bleibt auch die Frage unbeantwortet, ob der Widerstand der Witwe das Projekt noch stoppt.
