Eigentlich sollte die Mission fast zehn Stunden dauern – nach drei Stunden und neun Minuten war sie vorbei. Trotzdem hat Starship erstmals eine Erdumlaufbahn erreicht: Am 28. September 2026 hob die größte Rakete der Welt um 7:48 Uhr Ortszeit (12:48 UTC) von Pad 2 des Startkomplexes Starbase in Texas ab.
Zum Einsatz kamen Booster 21 und das Raumschiff Ship 41. Das System ist in dieser Version rund 124 Meter hoch und erzeugt beim Start etwa 18 Millionen Pfund Schub – mehr als jede andere je gebaute Rakete. Alle 13 vorangegangenen Testflüge seit April 2023 waren bewusst suborbital geblieben. Die Start- und Wiedereintrittsgenehmigung für das Orbitalprofil erteilte die FAA erst am 26. September.
Starships Weg zum ersten Orbit
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Als erste privat gebaute, flüssigkeitsbetriebene Rakete erreicht Falcon 1 die Erdumlaufbahn – exakt 18 Jahre vor Starship Flight 14.
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Bis 2026 bleiben alle 13 Testflüge bewusst suborbital.
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Der größte IPO der Geschichte; SpaceX wird damit zum sechstwertvollsten US-Unternehmen.
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- 28. September 2026Starship startet um 7:48 Uhr Ortszeit und erreicht den Orbit
Der Orbital Insertion Burn gelingt rund 22 Minuten nach dem Start in etwa 275 Kilometern Höhe.
Die Absage und die Kehrtwende
Der kritische Moment kam beim Aufstieg. Nach dem Hot-Staging in 2:34 Minuten Flugzeit schaltete sich eines der Raptor-3-Triebwerke der Oberstufe vorzeitig ab. SpaceX-Sprecher Dan Huot verkündete im Livestream, das Team werde „nicht in den Orbit gehen“; den Orbit aufzugeben, sei damit aber noch nicht beschlossen.
Wenige Minuten später revidierte Huot die Aussage: Nach weiteren Systemchecks könne Ship 41 den Orbital Insertion Burn mit einem anderen Triebwerk dennoch fliegen. Rund 22 Minuten nach dem Start gab SpaceX „Go for Orbit“, drei Minuten später zündete ein einzelnes Raptor-3-Triebwerk und schoss das Raumschiff in eine nahezu kreisförmige Umlaufbahn in rund 275 Kilometern Höhe – laut der Missionsbeschreibung von SpaceX zum 14. Flug. Geplant war das Manöver für T+25:17.
„Das Team hat entschieden, nicht in den Orbit zu gehen … Das ist definitiv nicht das Ergebnis, das wir heute alle hören wollten.“
Erste Nutzlast im Orbit
Rund 34 Minuten nach dem Start öffnete sich die schlitzförmige Nutzlasttür, die SpaceX und Beobachter mit einem „Pez-Spender“ vergleichen. Innerhalb von etwa 30 Minuten setzte Ship 41 alle 26 Satelliten der neuen Starlink-Generation V3 aus, ungefähr im Minutentakt – die erste orbitale Nutzlastfreigabe des Programms. Drei Satelliten trugen Kameras, die das Hitzeschild inspizieren sollten. SpaceX bestätigte den Kontakt zu allen 26 Satelliten.
Jeder V3-Satellit fügt dem Netzwerk rund 1 Tbit/s Kapazität hinzu, auf dieser Mission also etwa 26 Tbit/s. Der Start war zugleich die erste umsatzgenerierende Starship-Mission: Die 26 Satelliten gehören dem eigenen Konzern und sind mehrere Millionen Dollar wert, Analysten erwarten Hunderte Millionen Dollar Zusatzerlös für die Starlink-Sparte. Nach Angaben von Reuters hat SpaceX bislang mehr als 15 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung gesteckt.
Abbruch nach drei Stunden
Geplant war eine fast zehnstündige Mission mit rund sechs Erdumrundungen und einer kontrollierten Wasserung im Pazifik. Nach dem ersten orbitalen Kontrollpunkt brach SpaceX sie ab. Der Deorbit-Burn erfolgte rund sieben Stunden früher als geplant, Starship trat mit mehr als 20-facher Schallgeschwindigkeit in die Atmosphäre ein und wasserte um 10:58 Uhr Ortszeit (15:00 UTC) im Nordpazifik – mit großem Feuerball und härter als bei Flug 13 im Juli. Nach T+3:09 Stunden war die Mission beendet, eine Bergung war nicht geplant.
Der Booster B21 wasserte nach Boostback und Landeburn kontrolliert im Golf von Mexiko – allerdings zündete er nur 31 seiner 33 Triebwerke erneut. Damit bleibt die Zuverlässigkeit der Triebwerke die offene Baustelle, vor allem mit Blick auf künftige Mondmissionen. Ship 41 flog zudem mit rund 20.000 hexagonalen Hitzeschutzkacheln, darunter erstmals zwei gebrauchte aus der geborgenen Ship 40.
Druck auf die NASA
NASAs Verwaltungschef Jared Isaacman gratulierte SpaceX dafür, das Raumschiff „in den Orbit gebracht und jeden Schritt … besonders inspirierend“ bewältigt zu haben. Die Behörde steht unter Druck: Starship soll im kommenden Jahr einen entscheidenden NASA-Testflug absolvieren und Menschen auf den Mond zurückbringen. Elon Musk will Super Heavy und das Raumschiff bald an Land landen und beide Stufen wiederverwenden – ob die Triebwerksprobleme das verzögern, ist offen.
An der Börse fiel die Aktie am Montag um rund 1 Prozent, lag aber noch rund 9 Prozent über dem Ausgabepreis. Laut COO Gwynne Shotwell soll Starship ab 2027 auch KI-Rechen-Satelliten ins All bringen und Falcon 9 sowie Dragon ablösen: „Wenn wir unsere eigenen Produkte und Dienstleistungen nicht obsolet machen, wird jemand einen Weg finden, sie für uns obsolet zu machen.“ Wann der nächste Start ist und ob SpaceX beim 15. Testflug erstmals das Raumschiff mit dem Turm fängt, ist nicht entschieden.
