Maren Schiller und Imke Salander laufen Berlin-Marathon dreimal in 19 Stunden
Bild: KI-generiert
Extremsport

Maren Schiller und Imke Salander laufen Berlin-Marathon dreimal in 19 Stunden

126,59 Kilometer, 18 Stunden und 45 Minuten, dazwischen kein Schlaf: Maren Schiller (31) und Imke Salander (32) haben den Berlin-Marathon dreimal nacheinander absolviert. Nun räumt Schiller ein, selbst zum Steigerungsdruck im Laufsport beizutragen – vier Marathons für 2027 schließt sie aus.

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126,59 Kilometer, 18 Stunden und 45 Minuten und dazwischen kein Schlaf: Maren Schiller (31) und Imke Salander (32) haben den Berlin-Marathon dreimal hintereinander absolviert. Den dritten Lauf bestritten sie im offiziellen Feld des Renn-Sonntags – mit zwei kompletten Marathons in den Beinen.

Los ging es am Samstagabend um 20:45 Uhr mit dem ersten Marathon, live gestreamt auf dem eigenen Kanal. Gegen 3 Uhr morgens folgte der zweite Lauf, am Sonntag um 8:45 Uhr standen beide zum dritten Mal an der Startlinie. Erholungspausen gab es nicht: Geschlafen oder die Beine hochgelegt wurde nicht, auch die Uhren liefen weiter.

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Die härteste Phase liegt in der Nacht

Den zweiten Lauf zwischen zwei und sechs Uhr beschrieb Schiller als den schwersten Abschnitt: In diesen Stunden sei der Körper eigentlich in der Tiefschlafphase, das Laufen falle dann besonders schwer. Erst als die Sonne aufging, sei es heller und leichter geworden.

Der dritte Lauf führte die beiden durch das offizielle Starterfeld – mit prominenter Begleitung: Auf der Strecke waren unter anderem Moderator Kai Pflaume, Klimaaktivistin Luisa Neubauer und der frühere Hertha-Kapitän Fabian Lustenberger. Kai Pflaume lief den Marathon und moderierte dabei live.

Nach 18 Stunden und 45 Minuten im Ziel

Für den abschließenden dritten Marathon nennt rbb24 5:18 Stunden; in dem Bericht über den Dreifach-Marathon bei tag24 sind es 5 Stunden und 22 Minuten. Der Zieleinlauf wurde am Sonntag gegen 15:30 Uhr gemeldet. Insgesamt stehen 126,59 Kilometer und laut Schiller 18 Stunden und 45 Minuten.

Wie sehr die Distanz zehrte, schildert Schiller in dem Interview nach den drei Marathons: Die Anstrengung habe auf einer Skala bis zehn bei 9,5 gelegen, sie habe mehrfach ernsthaft ans Aufhören gedacht und zeitweise nicht gewusst, ob sie überhaupt ankommt. Nach dem Zieleinlauf habe sie zunächst nicht richtig sprechen können.

„Ich chille hardcore. Ich bin gestern einfach nur ins Bett. Ich bin richtig, richtig stolz. Gestern war ich gar nicht so stolz. Ich war einfach nur erschöpft.“
Maren Schiller, Lauf-Influencerin

Der 52. Berlin-Marathon in Zahlen

Die drei Läufe fielen nicht in ein Nischenformat: Beim 52. Berlin-Marathon waren rund 56.000 Läuferinnen und Läufer gemeldet, rund 84.000 Teilnehmende aus 162 Nationen gingen an den Start, 50.020 überquerten bis zum Zielschluss um 17 Uhr die Ziellinie.

Der 52. Berlin-Marathon in Zahlen

Gemeldete, gestartete und ins Ziel gekommene Teilnehmende

Quelle: rbb24-Liveticker, 27. September 2026

Kritik am Höher-schneller-weiter

Salander erklärte das Projekt gegenüber ihrer Community damit, dass ein Marathon für sie nie einfach gewesen sei: Die beiden hätten sich beweisen wollen, dass sie schwere Sachen schaffen – auch wenn sie die schweren Sachen noch schwerer machen. Salander bringt Leistungssport-Erfahrung mit: 2019 gewann sie laut ad-hoc-news die HYROX-Weltmeisterschaft, sie tritt weiterhin im HYROX-Elitefeld an.

Auf die Frage, ob sie mit ihrer Reichweite genau diesen Druck selbst befeuert, antwortet Schiller mit einem Eingeständnis. Zugleich verweist sie auf eine wachsende Lauf-Bubble, in der Extremsport über soziale Medien viel zugänglicher geworden ist.

„Ich glaube, dass ich selbst auch zu diesem „Höher, schneller, weiter“ beitrage. Und wir wurden auch schon von Menschen angesprochen, die das Gefühl bekommen haben, dass ein Marathon als Leistung gar nicht mehr ausreicht.“
Maren Schiller, Lauf-Influencerin

Schon 2025 waren die beiden den Berlin-Marathon zweimal gelaufen; drei Marathons hatte Schiller damals ausgeschlossen. Für 2027 schließt sie eine weitere Steigerung nun kategorisch aus: „Nein, wir haben uns gestern schon gesagt, dass wir das definitiv nicht machen werden.“ Stattdessen will sie eine „gesündere Alternative“ suchen und ihre Marathon-Bestzeit angreifen. Offen bleibt, ob aus ihrem Eingeständnis Konsequenzen folgen.