Peter Weck (96) zeigt sich im Rollstuhl bei Musical-Premiere in Wien
Der 96-jährige Peter Weck zeigt sich erstmals seit Jahren wieder öffentlich – im Rollstuhl, begleitet von seiner Lebensgefährtin Joanna Rzepa. Sein Auftritt bei der Premiere von Disneys „Die Schöne und das Biest“ in Wien macht sichtbar, wie sehr der einstige Musical-Intendant auf Hilfe angewiesen ist.
Peter Weck hat sich nach Jahren des Rückzugs wieder in der Öffentlichkeit gezeigt – im Rollstuhl. Der Schauspieler und frühere Musical-Intendant kam am Freitagabend, dem 25. September 2026, zur Premiere der Neuinszenierung von Disneys „Die Schöne und das Biest“ ins Wiener Raimund Theater. Ein Auftritt, mit dem nach den Monaten der Sorge kaum noch jemand gerechnet hatte.
Begleitet wurde der 96-Jährige von seiner Lebensgefährtin Joanna Rzepa, mit der er seit 2020 zusammen ist. Die Vereinigten Bühnen Wien empfehlen das Disney-Musical ab sechs Jahren – wie die Berliner Zeitung über den Rollstuhl-Auftritt anmerkt, lag der prominenteste Gast der Premiere exakt 90 Jahre über dieser Empfehlung.
Ein Schlaganfall veränderte alles
Seit einem Schlaganfall im Spätsommer 2022, der vor allem seine rechte Körperseite traf, zeigt sich Weck kaum noch in der Öffentlichkeit. Sein Sohn Philipp Weck berichtete damals, der Vater habe zeitweise nicht sprechen können; in der Rehabilitation musste er wieder laufen lernen. 2024 war Weck im Rollstuhl von einer Pflegerin durch einen Park geschoben worden.
Sein Fernbleiben von Beisetzung und Trauerfeierlichkeiten für seinen langjährigen Theaterkollegen Otto Schenk nährte Spekulationen über seinen Zustand. Ob Weck teilnahm, dazu widersprechen sich die Quellen. Sohn Philipp sagte der „Freizeit Revue“, sein Vater habe „viele Untersuchungen und Termine mit Physiotherapeuten“ und könne „nicht mehr alleine leben, er braucht ständig Pflege“.
Peter Wecks Weg: von der Bühne ins Publikum
1954
Durchbruch in Berlin
Nach dem Max-Reinhardt-Seminar gelingt Weck am Theater am Kurfürstendamm der Durchbruch.
1983
Das Doppeljahr
Im ZDF startet „Ich heirate eine Familie“; in Wien übernimmt Weck das Theater an der Wien und holt „Cats“ als deutschsprachige Erstaufführung.
1987
Generalintendant
Weck wird Generalintendant der Vereinigten Bühnen Wien – und damit Hausherr im Raimund Theater.
1995
Erstaufführung im Raimund Theater
Disneys „Die Schöne und das Biest“ läuft erstmals deutschsprachig in Wien.
Spätsommer 2022
Schlaganfall
Vor allem die rechte Körperseite ist betroffen, zeitweise kann Weck nicht sprechen.
2024
Im Rollstuhl im Park
Eine Pflegerin schiebt Weck durch einen Park.
25. September 2026
Premierenbesuch
Weck kommt im Rollstuhl, begleitet von Joanna Rzepa, zur Neuinszenierung ins Raimund Theater.
Halt findet er bei Joanna Rzepa
Halt fand Weck in der schweren Zeit neben seinen Kindern vor allem bei seiner Partnerin. Rzepa ist Kinderpädagogin und gut vier Jahrzehnte jünger als er. Dass sie beruflich mit Kindern zu tun hat, kommt ihm gelegen: „Das ist praktisch, denn im Alter wird man ja wieder kindisch“, scherzte er gegenüber der „Kronen Zeitung“.
„Weck sagte über seine Partnerin: „Es ist ein angenehmes, wohliges Gefühl. Ich habe sie gerne um mich.““
Peter Weck, Schauspieler und Regisseur
Ein Heimspiel im eigenen Haus
Für Weck war der Abend auch eine Rückkehr an seine eigene Wirkungsstätte. 1983 übernahm er in Wien das Theater an der Wien und holte „Cats“ als deutschsprachige Erstaufführung in die Stadt, Ende der 1980er folgte „Das Phantom der Oper“. Ab 1987 war er als Generalintendant der Vereinigten Bühnen Wien Hausherr im Raimund Theater – in dem er nun im Publikum saß.
Im selben Jahr 1983 startete im ZDF „Ich heirate eine Familie“, das ihn in Deutschland zum Publikumsliebling machte. Seine Laufbahn hatte in Wien bei den Wiener Sängerknaben begonnen; nach dem Max-Reinhardt-Seminar schaffte er 1954 den Durchbruch. Er spielte in mehr als 100 Filmen, 1955 in „Sissi“ den Kaiserbruder Karl Ludwig an der Seite von Romy Schneider. Die Kronen Zeitung nennt ihn „Mister Musical“.
Die Schöne und das Biest kehrt zurück
Das Musical war 1995 im Raimund Theater deutschsprachig erstaufgeführt worden und ist nun – rund 30 Jahre später – in einer Neuinszenierung des US-Regisseurs Matt West zurück. Die Premiere wurde mit Jubel und Standing Ovations gefeiert, wie der ORF-Bericht über die umjubelte Wien-Premiere festhält. Marlene Jubelius gibt als Belle ihr Wien-Debüt, Dominik Hees spielt das Biest. ORF.at und w24.at urteilen gemischt bis freundlich: ein optisch opulentes Spektakel, bei dem die große Show die innere Handlung überlagere.
Für Premierengäste wie Marika Lichter war der Abend eine Zeitreise. Lichter gehörte 1995 zur Erstbesetzung und kam trotz einer sechs Wochen alten Verletzung: „Ich habe mir vor sechs Wochen die linke Schulter verletzt“, sagte sie, dank Reha könne sie den Arm wieder heben. Mörbisch-Intendant Alfons Haider bekannte: „Aber ein bisserl fieberte man trotzdem immer mit den Kollegen mit.“ Offen bleibt, wann Weck sich das nächste Mal zeigt – sein Alltag besteht nach den Worten seines Sohnes aus Untersuchungen, Physiotherapie und Pflege.