Kinderstar Hansi Kraus war für seine Eltern der Goldesel
Bild: KI-generiert
Gagen und Familie

Kinderstar Hansi Kraus war für seine Eltern der Goldesel

Hansi Kraus stand als Kind vor der Kamera, sein Geld verwalteten die Eltern – von der ersten Gage kauften sie sich einen Farbfernseher. Im SWR-Podcast erzählt er nun, was er über sein Vermögen erst Jahre später erfuhr.

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Hansi Kraus (74) stand mit zwölf Jahren zum ersten Mal für einen Film vor der Kamera. Das Geld, das er damit verdiente, sah der Schauspieler jahrzehntelang nicht – verwalten durften es seine Eltern.

Was in dieser Zeit geschah, erzählt Kraus heute selbst. Im SWR-Podcast „Assenheimers Promitalk“ sagt er über die Rolle seiner Mutter: „Meine Eltern haben mich als – oder meine Mutter vor allem – als Goldesel betrachtet.“ Moderator der Sendung ist Jörg Assenheimer.

Die Aussagen haben Ende September 2026 eine Welle von Berichten ausgelöst, wie sie der Focus-Artikel über die Goldesel-Aussage zusammenfasst. Kraus hatte nach eigener Schilderung keinen Überblick über sein Vermögen und musste darauf vertrauen, dass seine Eltern das Geld richtig verwenden.

Von 3.000 auf 35.000 Mark

Angefangen hatte alles 1964: Mit zwölf Jahren stand Kraus für die Verfilmung von Ludwig Thomas „Lausbubengeschichten“ vor der Kamera. Wenig später folgte die Rolle, mit der ihn bis heute viele verbinden – Pepe Nietnagel in der Kinoreihe „Die Lümmel von der ersten Bank“. Sie machte ihn zu einem der bekanntesten jungen Schauspieler Deutschlands.

Wie viel er verdiente, hatte Kraus schon 2012 der „Abendzeitung“ erzählt: 3.000 Mark für 30 Drehtage beim ersten „Lausbuben“-Film, 8.000 Mark beim zweiten. Seine höchste Gage innerhalb der „Lümmel“-Reihe habe 35.000 Mark betragen. Für einen Jugendlichen waren das erhebliche Summen – entscheiden durfte er darüber nicht.

Hansi Kraus' Film-Gagen nach seinen eigenen Angaben

Angaben aus dem Abendzeitung-Interview von 2012

Quelle: Abendzeitung 2012, aufgegriffen von BUNTE, TV Spielfilm und Focus online

Ein Farbfernseher statt eigenem Geld

Auf die Frage der „Abendzeitung“, was er sich von seiner ersten Gage gekauft habe, antwortete Kraus knapp.

„Nichts. Meine Eltern haben sich einen Farbfernseher gekauft.“
Hansi Kraus, Schauspieler und Kinderstar

Der Satz erklärt, warum Kraus heute von einem Goldesel spricht: Das Geld landete im Haushalt der Eltern, nicht bei ihm. Erst mit der Volljährigkeit konnte er nach eigener Aussage über einen Teil des angesparten Vermögens verfügen – davon finanzierte er sich sein erstes Auto.

Der Weg zum eigenen Anwalt

Richtig zur Sprache kam das Thema erst Jahre später. 2017 erzählte Kraus der „tz“, er habe erst erfahren, was mit seinen Einnahmen geschehen war, als er selbst eine Familie gegründet hatte.

Auf seine Nachfrage habe die Mutter geantwortet: „Dir gehört gar nichts.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten die Eltern nach seiner Darstellung bereits ein Reihenhaus in Taufkirchen gekauft. Kraus schaltete einen Rechtsanwalt ein, der die finanziellen Vorgänge für ihn aufarbeitete.

Auch seine Gagen aus der Kinderstar-Zeit flossen nach Kraus' Darstellung ohne sein Wissen in den Hausbau der Eltern.

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Der Bruch mit dem jüngeren Bruder

Härter als die Frage nach den Kindergagen ist ein zweiter Konflikt, den Kraus im Podcast schildert – wie der Merkur-Bericht über den Familienbruch nachzeichnet. Im Zentrum steht eine Eigentumswohnung seiner Eltern in der Nähe von München.

Nach dem Tod der Mutter und später des Vaters erkundigte sich Kraus bei seinem jüngeren Bruder nach einer gerechten Aufteilung. Die Antwort kam nicht im persönlichen Gespräch, sondern über einen Anwalt: Die Wohnung sei längst verschenkt worden, und zwar an den Bruder allein.

„Dann hat mich mein Bruder beschissen.“
Hansi Kraus, Schauspieler

Es ist ein schwerer Vorwurf gegen einen namentlich nicht genannten Angehörigen; ob der Bruder ihn bestreitet, ist öffentlich nicht bekannt. Der Kontakt ist seither abgebrochen. Schon 2015 hatte Kraus der „Bild“ gesagt, wie tief der Streit sitzt: „Für mich ist mein Bruder gestorben.“ Im Podcast sagt er: „Danach haben wir uns nie wieder gesehen.“

Vom Filmset auf die Iberl Bühne

Beruflich hat sich Kraus nach der „Lausbuben“-Zeit neu aufgestellt. Er erlernte den Beruf des Erziehers und stand später wieder vor der Kamera, unter anderem in der ZDF-Serie „Forsthaus Falkenau“. Nach Angaben des Portals IPPEN.MEDIA hat er zudem eine Blutvergiftung überstanden. Heute steht er auf der „Iberl Bühne“ in München.

Öffentlich gilt Kraus laut Merkur und HNA als bodenständig und uneitel. Der Podcast gibt einen seltenen Einblick in sein Privatleben – und in einen Familienstreit, der bis heute nicht beigelegt ist.

Offen ist auch die Einordnung der Folge selbst: Die ARD-Mediathek führt „Hansi Kraus: Der echte Lausbub hinter den ‚Lümmel‘-Filmen“ unter dem 08.09.2026, die Podcast-Übersicht auf swr.de listet eine Hansi-Kraus-Folge unter dem 26.12.2025. Ob Neuausstrahlung oder zwei getrennte Folgen, lässt sich daraus nicht klären.