Corinna Schumacher spricht erstmals seit 2021 wieder öffentlich
In der neuen Netflix-Dokumentation „Schumacher '94 – Die Geburt einer Legende“ erinnert sich Corinna Schumacher an den Song „Rush Rush“ und an die Zeit nach Sennas Tod. Über den heutigen Gesundheitszustand ihres Mannes sagt sie nichts.
Wenn Corinna Schumacher (57) den Song im Autoradio hört, weint sie vor sich hin – nach außen getragen hat sie das nie. In der neuen Netflix-Dokumentation „Schumacher '94 – Die Geburt einer Legende“ macht sie genau das öffentlich und bricht damit mit einem Grundsatz, den Michael Schumacher (57) selbst immer vertreten hat: Privates bleibt privat.
Der 105-minütige deutschsprachige Film feiert am 2. Oktober 2026 weltweit Premiere auf Netflix, Regie führt Christin Freitag, produziert wird er von LEONINE Documentaries. Es ist Corinnas erster öffentlicher Auftritt seit der Netflix-Doku „Schumacher“ von 2021. Die Ankündigung der Doku zum Jahr 1994 war bereits Ende Januar 2026 veröffentlicht worden.
Ein Lied als direkter Draht in die Vergangenheit
Paula Abdul veröffentlichte „Rush Rush“ 1991 – für Corinna Schumacher ist der Titel bis heute der Soundtrack ihrer frühen Jahre mit Michael. „Das war damals unser Song“, sagt sie in dem Film. „Wenn ich ihn heute höre, wenn ich im Auto bin, weine ich vor mich hin.“ Corinna Schumachers Geständnis zu diesem Song machte am 24. September 2026 zuerst in Deutschland die Runde.
Auch die Ablehnung ihrer Mutter gehört zu dieser Vorgeschichte. „Meine Mutter war da voll dagegen“, erzählt Corinna Schumacher. „Michael war ja immer auf der Go-Kart-Strecke und hat eigentlich immer andere rausgeschubst.“ Die Mutter habe immer gesagt, die Familie habe selbst eine Bahn zuhause und schmeiße jeden raus, der etwas falsch mache – und jetzt schmeiße der Schumacher die Leute raus. Aus der Skepsis wurde eine lebenslange Beziehung.
Das Wochenende von Imola veränderte alles
1994 fuhr Michael Schumacher für Benetton – und erlebte das gefährlichste Wochenende seiner Karriere. Beim Großen Preis von San Marino in Imola starben Roland Ratzenberger und Ayrton Senna, der Weltmeister und Schumachers großer Rivale. „Da haben wir zum ersten Mal verstanden, dass es wirklich gefährlich wird“, sagt Corinna Schumacher über die Zeit danach.
Wie nah ihr Mann damals einem Rücktritt stand, erfuhr sie nicht von ihm. Schumachers damaliger Manager Willi Weber berichtet, der Fahrer habe im Bus geweint und ihm gesagt, er überlege, ob er das nächste Rennen überhaupt fahren wolle – nach Sennas Unfall habe er seine Karriere beenden wollen.
Corinna Schumacher sagt heute, von diesen Zweifeln habe sie nichts gewusst. Zwischen Webers Erinnerung und ihrer eigenen liegt der Kern der neuen Doku: Der Fahrer schützte seine Frau, der Film zeigt sie verletzlich – ohne etwas über die Gegenwart zu verraten.
„Er hat nicht zu mir gesagt, dass er das nicht mehr machen kann. Ich denke, er wollte mich beschützen.“
Corinna Schumacher, Ehefrau von Michael Schumacher
Acht Siege, ein Titel – und die Hochzeit 1995
Sportlich wurde 1994 zum Durchbruch: Schumacher gewann acht der zwölf Grands Prix und holte im umstrittenen Finale von Adelaide gegen Damon Hill seinen ersten von sieben WM-Titeln. Der damals 25-Jährige war einer wahren „Schumi-Mania“ ausgesetzt.
1995 heirateten Corinna und Michael Schumacher. Über ihre Liebe sagt sie: „Wenn Du mit jemandem zusammen bist, auf den Du Dich jeden Tag freust, das ist doch toll!“ Und über seine Rennen: „Mein Herz fährt mit, wenn er gewinnt. Und auch, wenn er verliert. Mein Herz ist immer dabei.“
Von „Rush Rush“ bis zur Netflix-Premiere
1991
Paula Abdul veröffentlicht „Rush Rush“
Der Song wird zum gemeinsamen Lied von Corinna und Michael Schumacher.
1994
Tod von Ratzenberger und Senna in Imola
Für Corinna Schumacher wird an diesem Wochenende klar, wie gefährlich der Motorsport ist.
13. November 1994
Erster WM-Titel in Adelaide
Im umstrittenen Finale gegen Damon Hill holt Schumacher seinen ersten von sieben Titeln.
1995
Hochzeit von Corinna und Michael Schumacher
Aus der Beziehung, die Corinnas Mutter zunächst ablehnte, wird eine Ehe.
29. Dezember 2013
Skiunfall in Méribel
Schumacher prallt mit dem Kopf auf einen Felsen und liegt bis Mitte 2014 im künstlichen Koma.
30. Januar 2026
Netflix kündigt die Doku an
Der Streamingdienst bestätigt das Projekt zum Jahr 1994 offiziell.
2. Oktober 2026
Weltpremiere von „Schumacher '94 – Die Geburt einer Legende“
Der 105-minütige Film startet weltweit auf Netflix.
Was die Dokumentation nicht zeigt
Der Film zeigt Corinna Schumacher nahbarer als je zuvor und verrät dennoch nichts über den heutigen Zustand ihres Mannes. Michael Schumacher war am 29. Dezember 2013 beim Skifahren in Méribel mit dem Kopf auf einen Felsen geprallt, lag bis Mitte 2014 im künstlichen Koma und wird seither zu Hause von Corinna und einem Pflegeteam betreut. Berichten zufolge ist er nicht mehr dauerhaft bettlägerig und kann in einem Rollstuhl sitzen. Ob nach dem 2. Oktober weitere Einblicke folgen, ist offen.